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Die ideale CPU: Die große Kaufberatung für Prozessoren

31.01.2020 | 08:05 Uhr |

Wer über Prozessoren Bescheid weiß, vermeidet Fehlkäufe bei PC und Notebook sowie Probleme beim Aufrüsten. Deshalb erfahren Sie hier, was CPUs aus bestimmten Preisklassen leisten und wie Sie von der Modellnummer auf die Leistung schließen können.

Der Prozessor ist immer noch die entscheidende Hardware, um die Leistungsfähigkeit eines PCs oder Notebooks einzuschätzen. Doch die CPU-Hersteller machen es Ihnen nicht leicht, wenn Sie vor dem Rechnerkauf oder dem Aufrüsten wissen wollen, ob ein Prozessor Ihren Ansprüchen genügt: Das Angebot an unterschiedlichen Prozessorfamilien und -modellen ist unübersehbar groß, dazu verwirren unklare Produktnamen und übertriebene Angaben zur Taktrate.

Der CPU-Wegweiser gibt Ihnen Hilfestellung bei der Auswahl einer passenden CPU: So können Sie vor dem Kauf eines PC-Komplettsystems und eines Notebooks dessen Leistung besser einschätzen und beim Aufrüsten zur CPU greifen, die Ihnen das größte Tempo-Plus zum kleinsten Preis bringt. Dabei geben wir Empfehlungen für PC- und Notebook-Prozessoren in verschiedenen Preisklassen und für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Prozessor-Upgrade: Das sollten Sie vor dem Aufrüsten beachten

Auf den ersten Blick scheint es günstig und nachhaltig, mit einer schnelleren CPU einem älteren PC oder Notebook neues Leben einzuhauchen. Doch bei einem Aufrüst-Projekt können weitere Kosten auf Sie zukommen. Ein neuer Prozessor passt meist nicht mehr auf die Hauptplatine im alten PC, weil er einen anderen Sockel benötigt. Dann brauchen Sie zum Aufrüsten nicht nur einen neuen Prozessor, sondern außerdem ein passendes Mainboard, eventuell sogar anderen Arbeitsspeicher, zum Beispiel DDR3 statt DDR4.

Bei einem Notebook können Sie das Aufrüsten vergessen: Seit einigen Jahren gibt es nur noch Notebook-Prozessoren mit sogenanntem BGA-Anschluss, die auf die Hautplatine gelötet sind. Anders als im PC, wo der Prozessor in einem Sockel steckt, lässt sich eine Notebook-CPU daher nicht austauschen.

Relevant:  Deshalb steigen die CPU-Taktraten aktuell nicht mehr

CPU-Leistung einschätzen: Was technische Daten wirklich verraten

In Intels CPU-Datenbank unter ark.intel.com lassen sich die wichtigsten technischen Daten zu einem Prozessor recherchieren. Die angegebenen Preise gelten aber nur für Großkunden, nicht für Privatanwender.
Vergrößern In Intels CPU-Datenbank unter ark.intel.com lassen sich die wichtigsten technischen Daten zu einem Prozessor recherchieren. Die angegebenen Preise gelten aber nur für Großkunden, nicht für Privatanwender.

Die wichtigsten technischen Daten, um die Leistungsfähigkeit eines Prozessors einzuschätzen sind die Anzahl der Kerne und die Taktrate. Je mehr Kerne ein Prozessor hat, desto mehr Aufgaben kann er gleichzeitig bearbeiten. Moderne Prozessoren unterstützen außerdem Simultaneous Multithreading (SMT), um dem Betriebssystem mehr logische Prozessoren zum Verteilen der anstehenden Rechenaufgaben anzubieten als tatsächlich vorhanden sind: Intel nennt dies Hyper-Threading, AMD nutzt SMT seit der Zen-Mikroarchitektur 2017. Damit lassen sich die vorhandenen Recheneinheiten der CPUs besser auslasten, was zu höherem Tempo oder geringerem Stromverbrauch führt.

In den technischen Daten unterscheiden AMD und Intel deshalb zwischen der Zahl der tatsächlichen CPU-Kerne („Cores“) und der Anzahl der Threads, also der Programmabläufe, die ein Prozessor gleichzeitig bearbeiten kann. Zwar ist es grundsätzlich richtig, dass mehr CPU-Kerne eine bessere Rechenleistung versprechen. Doch wie viele Kerne ein Prozessor für einen bestimmten Einsatzzweck haben sollte, ist schwieriger zu beantworten – außer, Sie nutzen den PC überwiegend für ein ganz bestimmtes Programm: Dann orientieren Sie sich bei der CPU-Auswahl an der Anzahl der Kerne, die diese Software maximal nutzen kann.

Grundsätzlich greift vor allem Software zum Rendering, zum Komprimieren, Verschlüsseln und Umwandeln von Audio- und Filmformaten auf möglichst viele CPU-Kerne zu. Für aktuelle PC-Spiele sollte der Prozessor mindestens vier echte Rechenkerne haben. Beim Office- und Surf-PC genügen zwei Kerne beziehungsweise eine CPU, die vier Threads bearbeiten kann: Bei umfangreichen Texten und großen Tabellen profitieren Funktionen wie Formatierungen, Rechtsschreibprüfung und komplizierte Berechnungen aber auch von mehr Kernen.

Auch für die Taktrate eines Prozessors gilt zunächst: Je höher, desto besser. Deshalb sind in der Werbung für PCs und Notebooks beim Prozessor auch maximale Taktraten angegeben, die die CPU zum Beispiel per Turbo-Boost erreichen kann.

Im Task-Manager zeigt Windows unter „Logische Prozessoren“ an, wie viele Threads ein Prozessor gleichzeitig bearbeiten kann. Darüber steht die Anzahl der tatsächlich vorhandenen Prozessorkerne.
Vergrößern Im Task-Manager zeigt Windows unter „Logische Prozessoren“ an, wie viele Threads ein Prozessor gleichzeitig bearbeiten kann. Darüber steht die Anzahl der tatsächlich vorhandenen Prozessorkerne.

Orientieren Sie sich beim CPU-Vergleich aber lieber am Standardtakt oder der Basistaktrate. Denn ob und wie oft ein Prozessor Taktraten jenseits davon nutzen kann, hängt vor allem vom Kühlsystem des Rechners ab: In unseren Notebook-Tests erreichen Laptops mit der gleichen CPU in Leistungsprüfungen oft sehr unterschiedliche Ergebnisse, je nachdem, wie effektiv die Prozessor-Abwärme aus dem Gehäuse geleitet wird. Außerdem können die meisten Prozessoren die maximale Turbo-Taktrate nur dann erreichen, wenn lediglich ein Kern arbeitet. Stehen mehrere Kerne gleichzeitig unter Last, liegt die mögliche Taktrate deutlich niedriger.

AMD oder Intel: Die große Entscheidung 

Seit rund zwei Jahren gibt es tatsächlich einen echten Konkurrenzkampf bei Prozessoren. AMD hat mit den Ryzen-Modellen den Rückstand auf Intel aufgeholt – und den Mitbewerber zumindest bei den PC-Prozessoren in vielen Fällen sogar überholt. Bei günstigen PCs und Allroundern bieten AMD-CPUs derzeit das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings hat das Intel herausgefordert, die Preise für bestimmte Modelle deutlich zu senken, sodass bei einigen Intel-Prozessoren hohes Schnäppchen-Potenzial besteht. Insgesamt dürften die CPU-Preise aber in nächster Zeit nicht deutlich fallen: Intel leidet immer noch unter Produktionsengpässen bei den CPUs in 14-Nanometer-Architektur, und die 10-Nanometer-Produktion ist immer noch nicht richtig in Schwung gekommen. Deshalb glauben Experten, dass Intel zunächst vor allem hochpreisige CPUs auf den Markt bringen will, bei denen die Nachfrage nicht so groß ist.

Mit dem Ryzen Threadripper gelang AMD ein eindrucksvolles Comeback auf dem CPU-Markt. Das Top-Modell 2990WX bietet 32 Kerne und verarbeitet 64 Threads, ist mit rund 1800 Euro aber auch sehr teuer.
Vergrößern Mit dem Ryzen Threadripper gelang AMD ein eindrucksvolles Comeback auf dem CPU-Markt. Das Top-Modell 2990WX bietet 32 Kerne und verarbeitet 64 Threads, ist mit rund 1800 Euro aber auch sehr teuer.

Bei den Notebooks gibt es immer noch ein deutlich größeres Angebot an Laptops mit Intel-CPU als mit AMD-CPUs bestückte Modelle. Hier macht Intel in den meisten Preisbereichen das bessere Angebot, was Rechenleistung und Akkulaufzeit angeht. Außerdem hat Intel mehr Ressourcen, um Notebook-Hersteller bei der Entwicklung neuer Geräte zu unterstützen, und kann so Trends setzen: Mit dem Projekt „Athena“ zum Beispiel gibt Intel ähnlich wie vor einigen Jahren bei den Ultrabooks Eckpunkte vor, anhand derer sich flachere und leichtere Notebooks mit längerer Akkulaufzeit bauen lassen – natürlich basierend auf Intel-Komponenten. Allerdings hat AMD auf der CES 2020 mit den Ryzen 4000 neue mobile Prozessoren und über 100 Notebook-Modelle angekündigt, die Intel auch im Mobilmarkt das Leben schwer machen sollen.

Der ideale Gaming-Prozessor: Kauf-Tipps für AMD- und Intel-CPUs ab 50 Euro

Empfehlenswerte CPUs für günstige Systeme 

Soll der PC vor allem günstig und leise sein, genügt eine 2-Kern-CPU mit SMT: Sie bringt ausreichende Leistung für Office und Surfen mit. Die aktuellen Einsteigerserien von AMD und Intel, die Athlon-Modelle und die CPU-Varianten des Pentium Gold erfüllen diese Vorgaben. PC-Systeme mit einem AMD Athlon 200GE gibt es ab rund 250 Euro. Etwas teurer, dafür aber auch ein bisschen leistungsfähiger ist der Pentium Gold G5400 . Dem Athlon sollten Sie den Vorzug geben, wenn der Rechner besonders leise arbeiten soll, denn er lässt sich aufgrund der geringen Abwärmeleistung von 35 Watt unaufwändiger kühlen.

Noch günstiger werden zahlreiche Mini-PCs im würfelförmigen Gehäuse angeboten: Sie sind zwar sehr leise oder benötigen sogar überhaupt keinen Lüfter, lassen aber bei der Rechenleistung zu wünschen übrig. In ihnen steckt oft ein Celeron J oder N beziehungsweise ein Pentium Silver : Diese Prozessoren basieren aber auf Intels Atom-Prozessoren, die für leistungsschwache Tablets und Billig-Notebooks gedacht sind. Die Modelle der Pentium-Gold-Serie stammen dagegen von den Core-CPUs der achten Generation ab. Ähnliches gilt für den Athlon 200GE : Seine Basis ist die Zen-Architektur von AMD, die auch in den Ryzen-CPUs steckt. Deshalb ist er empfehlenswerter als zum Beispiel der A9-9425 , den Sie auch oft in sehr günstigen Desktop-Systemen finden: Seine Grundlage ist die Vorgänger-Architektur Excavator.

Bei den günstigen Laptops bis 400 Euro dominieren die Celeron- und die minimal leistungsfähigeren Pentium-Prozessoren der sparsamen N-Serie. Sie stehen eher für verhältnismäßig gute Akkulaufzeit und geringe Lüfterlautstärke denn praxistaugliche Rechenleistung. Höhere Rechenkraft bieten auch hier die Modelle des Pentium Gold wie der 4417U , die günstigste CPU aus Intels achter Core-Generation Kaby Lake R. Mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis glänzt der Athlon 300U , der aber nur in wenigen Notebooks zu finden ist.

Die besten Prozessoren für Allround-Rechner

Ein Laptop mit einem besonders sparsamen Prozessor lässt sich ohne Lüfter kühlen: Entsprechende Notebooks wie das Trekstor Primebook P15 arbeiten dank völlig lautlos, weil sie auch eine SSD nutzen.
Vergrößern Ein Laptop mit einem besonders sparsamen Prozessor lässt sich ohne Lüfter kühlen: Entsprechende Notebooks wie das Trekstor Primebook P15 arbeiten dank völlig lautlos, weil sie auch eine SSD nutzen.
© Trekstor

Alltagstaugliche PC-Systeme starten bei rund 400 Euro. Sie enthalten einen 4-Kern-Prozessor wie den AMD Ryzen 3 2200G . Etwas schneller sind die aktuellen Ryzen-3-Modelle der 3000er-Serie in 12- statt 14-Nanometer-Architektur und auf Basis der neuen Mikroarchitektur Zen+, die sich in PCs um 500 Euro finden. Wer kaum spielt, ist mit der integrierten Vega-8-Grafik der Ryzen-APUs gut bedient.

Stehen bei Ihnen auch Multimedia-Aufgaben wie Foto- und Videobearbeitung auf dem Programm oder arbeiten Sie überwiegend mit Software, die viele CPU-Kerne ausnutzen kann, sind die 6-Kern-Prozessoren mit SMT aus der Familie Ryzen 5 die beste Empfehlung. Die entsprechenden Intel-Alternativen in diesem Preisbereich wie der Core i5-9400 haben auch sechs Kerne, aber kein Hyper-Threading.

Eine Leistungsklasse höher sieht es genauso aus: Die Prozessoren der Ryzen-7-Familie, zum Beispiel Ryzen 7 2700 oder der aktuelle 3700X , bieten acht Kerne und verarbeiten 16 Threads, während die 9000er-Modelle des Core i7 acht Kerne ohne Hyper-Threading mitbringen. Wer auf eigene Faust mehr Leistung aus der CPU kitzeln will, ist mit der Ryzen-Familie ohnehin besser bedient als mit den meisten Intel-CPUs: AMD schaltet den Multiplikator grundsätzlich frei, bei Intel sind es nur selektierte CPUs mit einem K in der Modellbezeichnung.

AMD Ryzen: Alle CPUs von 2020 und 2019 samt Testberichten

Bei den Allround-Laptops dominieren die Angebote mit Intel-CPUs – hier finden Sie in jeder Gewichtsklasse und Displaygröße eine große Auswahl: Das beste Verhältnis aus Preis, Rechenleistung und Akkulaufzeit bekommen Sie derzeit mit einem Core i5-8250U oder dem neueren Core i5-8265U mit höherem Turbo-Takt. Je nach sonstiger Ausstattung kosten diese Notebooks zwischen 600 und 800 Euro. Ganz neu sind Laptops, in denen Modelle der zehnten Core-Generation stecken wie der Core i5-10210U . Alle bieten vier Kerne plus Hyper-Threading. Intel bietet den Notebook-Herstellern die neuen CPUs immer zum gleichen Preis an, den die Vorgänger kosteten, um sie so schneller zum Umstieg auf die aktuelle Modellpalette zu bewegen.

In diesem Preisbereich gibt es auch einige Notebooks mit dem Ryzen 5 3500U oder dem Ryzen 7 3700U . Meist haben Notebooks mit AMD-CPU bei gleichem Preis eine etwas bessere Ausstattung zu bieten als die Pendants mit Intel-Prozessor, zum Beispiel eine größere SSD oder mehr Arbeitsspeicher.

CPU entfesselt: Übertakten leicht gemacht

High-End-Prozessoren für Top-Leistung und aktuelle Spiele

Komplettsysteme über 1000 Euro sind allen aktuellen Aufgaben gewachsen: In den meisten Fällen geht es dabei um aktuelle Spiele mit aufwendigen Grafikeffekten. Sie benötigen neben einer leistungsfähigen Grafikkarte auch einen starken Prozessor. Aber auch für Videoschnitt und Fotobearbeitung in sehr hohen Auflösungen sowie 3D-Rendering kann ein System nie zu viel Rechenkraft haben.

Hier können Sie mit einem 8-Kern-Prozessor mit SMT wie dem Ryzen 7 3700X einsteigen. Ein Leistungsplus verspricht die Ryzen- 9-Familie mit dem 3900X mit 12 Kernen plus SMT, der 3950X bietet sogar 16 Kerne und die doppelte Anzahl virtueller Kerne. Die Top-Prozessoren von Intel haben zum gleichen Preis acht Kerne und 16 Threads, wie der Core i7-9900K und der höher getaktete Core i9-9900KS . Noch stärkere CPUs wie AMDs Threadripper oder Modelle aus Intel Xeon-Familie lohnen sich nur, wenn Sie für Spezialaufgaben, wie zum Beispiel Rendering, Top-Leistung benötigen, weil Sie den Rechner beruflich nutzen.

Bei den Notebooks liegen Modelle mit einem aktuellen Core-i7-Prozessore im obersten Preisregal, zum Beispiel dem Core i7-8565U und dem Core i7-10510U . Gaming- und Multimedia-Notebooks nutzen häufig die H-Modelle aus der Core-Familie: Sie besitzen sechs Kerne und 12 Threads. Mit acht Kernen und 16 Threads sind die Core-i9-Varianten ausgestattet, die in Spiele-Notebooks und mobilen Workstations ab rund 2000 Euro zu finden sind.

Die Themen in Tech-up Weekly #173:

► NSA meldet gefährliche Sicherheitslücke in Windows:
www.pcwelt.de/2480723

► Intel XE-GPUs ab Mitte 2020:
www.pcwelt.de/2460461

► Windows 10 weiter gratis für Windows-7-Nutzer:
www.pcwelt.de/2480436

► Intel i9-10990XE mit 22 Kernen und 5GHz Boost:
www.pcwelt.de/2480530

► Neue Xbox angeblich mit Steam- und Epic-Anbindung:
www.pcwelt.de/2480520

► Über 20 Oscar-Nominierungen für Netflix:
www.pcwelt.de/2480406

► One Plus 8 soll Display mit 120Hz bekommen:
www.pcwelt.de/2480345

► Samsung Galaxy Note 10+ mit 24GB-Tarif quasi geschenkt:
www.pcwelt.de/2480295

Fail der Woche:

► McDonald´s-App gehackt: 15 Burger für 0 Euro:
www.pcwelt.de/2480415


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