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Die ideale CPU: Die große Kaufberatung für Desktop-Prozessoren + Preis-Leistungs-Check

11.05.2017 | 18:33 Uhr |

Die CPU ist die Kernkomponente jedes Rechners. In unserem Ratgeber erklären wir, worauf Sie beim Prozessor-Kauf achten sollten, und welche CPU-Modelle in ihrer Preisklasse die höchste Leistung fürs Geld bietet.

Der Prozessor ist das Herzstück eines jeden PCs und bestimmt maßgeblich die Rechenleistung. Obwohl es mit AMD und Intel nur zwei Hersteller für Desktop-Prozessoren gibt, ist die Auswahl an verschiedenen CPU-Modellen dennoch sehr groß. Damit Sie im Prozessor-Dschungel nicht den Überblick verlieren, haben wir für jeden Geldbeutel und Einsatzzweck alle relevanten Modelle herausgepickt.

Wir unterteilen in dieser Kaufberatung die aktuell erhältlichen Desktop-Prozessoren in die drei wichtigsten Einsatzgebiete Office, Alleskönner und Gaming respektive Highend-Computing. Für jeden Einsatzzweck empfehlen wir konkrete CPU-Modelle aus den dazu korrespondierende Preisklassen "bis 100 Euro", "100 bis 200 Euro" sowie "ab 200 Euro". Für alle Prozessoren berechnen wir einen Preis-Leistungs-Index aus den CPU-Testergebnissen von Passmark geteilt durch den aktuellen Straßenpreis. Anhand der Diagramme sehen Sie sofort die CPUs mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis - je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung gibt's pro Euro. Ganz am Ende des Beitrags sind noch einmal alle CPus mit allen Daten in einer Tabelle aufgeführt.

Ganz so einfach geht's natürlich nicht: Wer ein CPU-Upgrade plant, muss mit zusätzlichen Kosten für eine neue Hauptplatine kalkulieren - wenn der neue Prozessor einen anderen CPU-Sockel hat. Zudem sind ältere CPU-Generationen in der Regel günstiger, verbrauchen aber auch mehr Energie. Anderseits rüsten Sie Ihren PC mit einem aktuellen Mainboard auch mit modernen Schnittstellen wie M.2 und USB-C auf. Alle diese Faktoren sollten Sie bei der Wahl Ihrer neuen CPU also genau abwägen.

Einsatzgebiet Office: CPUs bis 100 Euro

Preis-Leistungs-Index der CPUs bis 100 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro
Vergrößern Preis-Leistungs-Index der CPUs bis 100 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro

Wer seinen Rechner lediglich für grundlegende Aufgaben wie das Abrufen von E-Mails, das Bearbeiten von Dokumenten oder die Benutzung von Browser-basierter Software verwendet, findet im Preisbereich zwischen 15 und 100 Euro reichlich Auswahl.

Das aktuell beste Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt der AMD Athlon X4 845 . Für die AMD-CPU spricht der niedrige Preis von 45 Euro, die vier Rechenkerne und die hohen Taktraten von bis zu 3,8 GHz. Sie sind mit dem Athlon X4 zwar auf den bereits 2013 eingeführten Sockel FM2+ festgelegt, allerdings ist die Mainboard-Auswahl groß und die Preise beginnen hier schon bei knapp 40 Euro. Gegen den AMD Athlon X4 845 spricht das Fehlen einer Grafikeinheit - gerade im Haupteinsatzzweck Office raten wir dringend zu einer CPU mit integriertem Grafikchip. Der Preis-Leistungs-Kracher macht also nur dann Sinn, wenn Ihr Rechner bereits eine Grafikkarte hat.

Für etwas über 50 Euro erhalten Einsteiger bereits gute CPUs wie den Intel Pentium G4560 oder den AMD A8-7600.
Vergrößern Für etwas über 50 Euro erhalten Einsteiger bereits gute CPUs wie den Intel Pentium G4560 oder den AMD A8-7600.
© AMD / Intel

Sie planen den Kauf oder Eigenbau eines neuen Office-Rechners? Unsere Empfehlung ist dann der Intel Pentium G4560 für rund 55 Euro. Das Dual-Core-Schnäppchen basiert auf der aktuellen Kaby-Lake-Generation, läuft bereits mit beachtlichen 3,5 GHz bei einer moderaten Leistungsaufnahme (TDP) von 54 Watt. Die Leistung der Grafikeinheit Intel HD Graphics 610 fällt mit 0,2 Teraflops schwach aus - reicht aber locker für den Büro-Einsatz und simple Multimedia-Aufgaben. In Kombination mit einer flotten Grafikkarte ist das Pentium-Modell auch eine brauchbare Spiele-CPU und damit unser Preis-Tipp für Gamer.

Der AMD A8-7600 für rund 50 Euro ist eine gute Alternative. Der Vierkerner läuft mit bis zu 3,8 GHz und die TDP liegt zwischen 45 und 65 Watt. Gegenüber dem Intel-Pendant bringt der A8-7600 mit der AMD Radeon R7 eine knapp dreimal so leistungsfähige Grafikeinheit mit, die bei Full-HD und niedrigen Details um die 30 Bilder/s bei älteren Spielen wie Borderlands 2, Diabolo 3 und Skyrim erreicht. Dank dem CPU-Sockel FM2+ sind auch hier die Plattformkosten niedrig und die Auswahl an Mainboards groß.

Allround-PC: CPUs für 100 bis 200 Euro

Preis-Leistungs-Index der CPUs zwischen 100 und 200 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro
Vergrößern Preis-Leistungs-Index der CPUs zwischen 100 und 200 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro

Ein PC der Mittelklasse soll von allem ein bisschen können, sprich Multimedia, Office, Internet und Spiele problemlos schultern: Ein entsprechender Komplett-PC kostet alles in allem unter 800 Euro. Davon sollten Sie etwas mehr als 100 Euro in die CPU investieren.

Das aktuell beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller CPUs zwischen 100 und 200 Euro besitzt der AMD FX-8320 . Für den AMD-Prozessor spricht der niedrige Preis von 105 Euro. Dafür bekommen Sie acht Rechenkerne mit einer sehr hohen Taktraten von bis zu 4 GHz. Auch die Plattformkosten der CPU mit dem Sockel FM3+ sind günstig und die Auswahl kann sich sehen lassen: Ab 40 Euro sind von Asus, Gigabyte, MSI und Co. viele Mainboards erhältlich, allerdings lassen sich alle Modelle nur mit DDR3-Arbeitsspeicher betreiben. Gegen die AMD-CPU spricht der enorme Stromhunger: Die TDP beträgt satte 125 Watt.

CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

Verstehen Sie unter Multimedia das Schneiden und Rendern von Videos oder bearbeiten Sie Bilder im RAW-Format - dann raten wir Ihnen zum AMD Ryzen 5 1500X für knapp 195 Euro mit einer TDP von 65 Watt. Der Quad-Core mit 3,5 (Turbo: 3,7) GHz kann dank Simultaneous Multithreading ( SMT ) bis zu 8 Aufgaben (Threads) gleichzeitig abarbeiten. Das AMD-Modell ist besonders bei parallel ausgeführten Software-Berechnungen flott unterwegs, liefert aber auch genügend Dampf für hohe Bildraten in Spielen - eine entsprechend leistungsfähige Grafikkarte vorausgesetzt. Hier geht's zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 5 1500X .

Unter den Allround-CPUs hat der AMD FX-8320E das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die beste Multi-Core-Leistung fürs Geld bietet der AMD Ryzen 5 1500+.Wer grundsätzlich nur Intel-CPus verbaut, greift zum Core i3-7100 oder Core i5-7400.
Vergrößern Unter den Allround-CPUs hat der AMD FX-8320E das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die beste Multi-Core-Leistung fürs Geld bietet der AMD Ryzen 5 1500+.Wer grundsätzlich nur Intel-CPus verbaut, greift zum Core i3-7100 oder Core i5-7400.
© AMD / Intel

Wer lieber Intel in seinem PC haben will, bekommt nicht so viel Rechenleistung pro Euro wie bei AMD. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt hier der Intel Core i3-7100 für rund 110 Euro. Der Dual-Core stammt aus der aktuellen 7. Prozessorgeneration, läuft mit 3,9 GHz und kann mittels Intels SMT-Technik "Hyper-Threading" immerhin vier Threads parallel berechnen. Die TDP ist mit 51 Watt niedrig. Zudem hat die CPU mit dem Intel HD Graphics 630 auch gleich einen integrierten Grafikchip an Bord.

Mehr Rechenleistung als sein i3-Pendant liefert der Intel Core i5-7400 , kostet mit gut 175 Euro aber auch eine ganze Stange mehr. Der Quad-Core ohne SMT-Technik arbeitet mit Taktraten zwischen 3 und 3,5 GHz, hat eine TDP von 65 Watt und bringt ebenfalls die integrierte Grafikeinheit Intel HD Graphics 630 mit.

Gamer- und Highend-PCs: CPUs ab 200 Euro

Preis-Leistungs-Index der CPUs ab 200 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro
Vergrößern Preis-Leistungs-Index der CPUs ab 200 Euro: Je länger der blaue Balken, desto mehr Leistung bekommen Sie pro Euro

Viel CPU-Leistung ist gefragt, wenn Sie aktuelle Spiele in höchsten Details und extremen Auflösungen wie UHD (3840 x 2160 Pixel) spielen wollen. Doch auch Multimedia-Profis, die 3D-Modelling, Rendering, wissenschaftliche Berechnungen und andere komplexe Aufgaben erledigen müssen, brauchen einen kraftvollen Prozessor.

In diesem Segment war AMD lange nicht vertreten, feiert mit seinen Ryzen-Prozessoren aber jetzt ein fulminantes Comeback: Wie unser Preis-Leistungs-Diagramm oben zeigt, können sich gleich drei AMD-CPUs an der Spitze festsetzen. Die höchste Rechenleistung pro Euro bietet in der Preisklasse ab 200 Euro der AMD Ryzen 5 1600 . Zum Schnäppchenpreis von 215 Euro bekommen Sie 6 Kerne, die 12 Threads gleichzeitig berechnen können. Die Taktrate liegt bei 3,2 (Turbo: 3,6) GHz, die TDP beträgt moderate 65 Watt.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Preisklasse ab 200 Euro bieten AMDs Ryzen-7-CPUs. Dafür ist der Intel Core i7-6700K der aktuell schnellste Prozessor für Spiele.
Vergrößern Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Preisklasse ab 200 Euro bieten AMDs Ryzen-7-CPUs. Dafür ist der Intel Core i7-6700K der aktuell schnellste Prozessor für Spiele.
© AMD / Intel

Gamer greifen zum Intel Core i5-7600K für 235 Euro. Der Quad-Core arbeitet schon ab Werk mit einer Taktfrequenz von 3,8 GHz und kann im Turbo-Modus auf bis zu 4,2 GHz hochschalten. Dafür wendet der Prozessor vergleichsweise viel Energie auf: Die Verlustleistung liegt bei bis zu 91 Watt.

Wer die Rechenleistung von 8 Kernen und 16 Threads ausschöpft, holt sich mit dem AMD Ryzen 7 1700 für 320 Euro das ultimative Schnäppchen unter den Highend-CPUs in den Rechner. Der Octa-Core arbeitet mit einer Taktfrequenz von 3 (Turbo: 3,7) GHz, die TDP von 65 Watt ist für die Rechenleistung des Prozessors erstaunlich niedrig. Hier geht's zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 7 1700

Leistungshungrige Intel-Jünger greifen zum Intel Core i7-6800K für 420 Euro - er besitzt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Highend-CPUs von Intel. Der Hexa-Core läuft mit 3,4 (Turbo: 3,6) GHz und kann mittels Intels SMT-Technik zwölf Threads parallel berechnen. Allerdings steckt unterm Heck des Sechskerners ein Motor aus der 5. Prozessorgeneration Broadwell - deswegen fällt die TDP mit 140 Watt hoch aus.

Gut zu wissen: Tipps für den Prozessor-Kauf

Die Hersteller machen es dem Käufer nicht gerade leicht, einen passenden Prozessor zu finden. Neben einer zumeist undurchschaubaren Modellbezeichnung finden Sie viele weitere Angaben, die eher verwirren als Klarheit stiften. Aus diesem Grund sammeln wir im Folgenden die wichtigsten Begriffe, die Sie bei der Auswahl beachten sollten.

Die Boxed-Versionen von CPUs (links) enthalten den vollen Garantieumfang, während die Tray-Versionen (rechts) zwar kostengünstiger sind, aber eine kürzere Garantiezeit haben.
Vergrößern Die Boxed-Versionen von CPUs (links) enthalten den vollen Garantieumfang, während die Tray-Versionen (rechts) zwar kostengünstiger sind, aber eine kürzere Garantiezeit haben.

Ein wichtiger Begriff vor dem Kauf ist der Zusatz „Tray“ oder „Boxed“ in der Modellbezeichnung: Bei Tray-Prozessoren handelt es sich um Chips ohne Originalverpackung und Kühler, die deshalb etwas kostengünstiger sind. Sie sind eigentlich für PC-Hersteller gedacht. Tray-CPUs, die nicht von den OEMs abgenommen werden, gehen jedoch auch in den freien Verkauf. Boxed-Versionen sind hingegen reguläre Verkaufsprodukte inklusive Standardkühler und Umverpackung, die allerdings teurer sind. Doch nur bei diesen Prozessoren erhalten Sie den vollen Garantieumfang des Herstellers.

Prozessorsockel und Caches

Im Sockel auf dem Mainboard findet der Prozessor seine Einbauposition, weshalb der Sockeltyp beider Komponenten auch identisch sein muss. Je nach Chipgeneration und Hersteller unterscheiden sich die Sockel in Anzahl und Anordnung der Pins (Anschlüsse), eine Auf-oder Abwärtskompatibilität ist also nicht gegeben. Deshalb ist der Sockel eines der wichtigsten Kaufkriterien bei einem Prozessor, auch wenn er nichts mit der Leistung zu tun hat.

Hier zeigt CPU-Z den Sockel (Englisch „Socket“) des Typs 1151 unter „Package“ an.
Vergrößern Hier zeigt CPU-Z den Sockel (Englisch „Socket“) des Typs 1151 unter „Package“ an.

Beim Cache handelt es sich um Pufferspeicher innerhalb des Prozessors. Darin befinden sich Befehls-und Datenblöcke, auf die die CPU schnell zugreifen muss. Erst wenn der CPU-Cache zu klein wird, lagert der Chip die Daten auf den Arbeitsspeicher des Systems aus. Dadurch kann es aber zu Wartezeiten kommen. Idealerweise ist der Cache eines Prozessors also möglichst groß. Der Pufferspeicher an sich ist in mehrere Stufen, die sogenannten Levels, aufgeteilt. Normalerweise gibt es drei Level-Caches, die verschieden groß sind und unterschiedlich schnell arbeiten: Je näher sich der Cache an den Rechenkernen befindet, umso schneller verrichtet er seine Dienste, umso kleiner ist er jedoch auch. So beinhaltet der First-Level-Cache (L1-Cache) lediglich die am meisten benötigten Befehle und Daten, um möglichst wenig auf den langsameren Arbeitsspeicher zugreifen zu müssen. Je schneller die CPU arbeitet, desto wichtiger ist der L1-Cache. Der L2-Cache ist der Zwischenspeicher für die Daten des Arbeitsspeichers. Wenn Sie also vor der Wahl stehen, ob Sie einen Prozessor mit einer höheren Taktrate oder einem größeren Second-Level-Cache kaufen sollten, dann beachten Sie bitte Folgendes: Einzelne Anwendungen lassen sich dank eines höheren Takts zwar schneller ausführen, sobald jedoch mehrere Programme parallel laufen, erweist sich ein größerer L2-Cache als vorteilhafter. Mittlerweile verliert der zweite Pufferspeicher an Bedeutung, dafür wird der L3-Cache immer wichtiger: Mithilfe des Third-Level-Cache ist es möglich, das „Cache-Koheränz-Protokoll“ von Mehrkern-Prozessoren schneller zu bearbeiten. In diesem Protokoll erfolgt ein Abgleichen der Caches eines jeden Rechenkernes, damit alle mit gleichen Daten arbeiten. Somit erfüllt der L3-Cache eher weniger die Funktionen eines Zwischenspeichers, sondern sorgt für einen vereinfachten sowie schnelleren Datenaustausch zwischen den Kernen. Es existieren noch weitere Caches, die allerdings beim Kauf weniger von Bedeutung sind.

Die drei Caches des Prozessors im Detail. Auf den 6 MB großen L3-Cache können sämtliche Puffer zugreifen.
Vergrößern Die drei Caches des Prozessors im Detail. Auf den 6 MB großen L3-Cache können sämtliche Puffer zugreifen.

Befehlssätze und Verlustleistung

Die Angabe der Befehlssätze ist insbesondere für professionelle Anwender wichtig und beschreibt die Menge der Maschinenbefehle eines Prozessors. Oder einfacher formuliert: Ein Befehlssatz besteht aus mehreren einzelnen Befehlen, die Softwareanweisungen direkt an die CPU übergeben. Je mehr Befehlssätze ein Prozessor beherrscht, desto mehr Techniken und Funktionen unterstützt er. Jedoch handelt es sich hier neben den grundlegenden Befehlen wie der Datenmanipulation und Transferbefehlen um die Bereiche Multimedia, Virtualisierung, Parallelisierung wie auch Verschlüsselung. Letztere Punkte sind allerdings nur für Profis und den gewerblichen respektive industriellen Einsatz von Bedeutung.

Die Befehlssätze geben Auskunft darüber, welche Menge an Maschinenbefehlen eine CPU beherrscht.
Vergrößern Die Befehlssätze geben Auskunft darüber, welche Menge an Maschinenbefehlen eine CPU beherrscht.

Die Verlustleistung oder TDP (Thermal Design Power) geben die Hersteller in Watt an. Mit dieser Angabe wird die maximal abgegebene Wärmeleistung eines Prozessors im Praxisbetrieb definiert, die etwas unterhalb der maximalen, elektrischen Leistungsaufnahme liegt. So bezieht sich die TDP beispielsweise auch auf die höchstmögliche Kernspannung und die Temperatur einer CPU. Allerdings herrscht kein einheitlicher Standard bei der Angabe der TDP. Genauso wenig sagt der Wert auch etwas über den Stromverbrauch der CPU, beispielsweise in unterschiedlichen Betriebszuständen, aus. Häufig steht die TDP für die maximale Abwärme bei der Benutzung durchschnittlicher Programme, weshalb rechenintensivere Anwendungen diesen Wert auch oft überschreiten. Dennoch ist sie ein guter Hinweis und hilft dabei, das eigene System zu planen.

Stepping, Revision und Boost

Da auch Prozessoren nicht vor Fehlern gefeit sind, arbeiten die Hersteller ständig an verbesserten Versionen einer CPU. Diese Versionierung nennt sich „Stepping“ oder „Revision“. Auch wenn AMD und Intel den Begriff Stepping unterschiedlich definieren, bezeichnet die Angabe im Allgemeinen eine Änderung am Prozessorkern, der auf eine Modifikation oder Überarbeitung hinweist. Dazu zählen höhere Taktraten oder eine Senkung der TDP.

Auch die Revision steht für Veränderungen der Rechenkerne, allerdings handelt es sich hier oft um weitreichendere Änderungen, wie beispielsweise die Einführung einer neuen Generation. Sie sind also vor Fehlern sicher, wenn Sie eine CPU mit einem höheren Stepping oder einer höheren Revision kaufen.

Die Boost-Techniken (hier Intels Turbo-Boost) ermöglichen eine dynamische und eigenständige Übertaktung einzelner Rechenkerne.
Vergrößern Die Boost-Techniken (hier Intels Turbo-Boost) ermöglichen eine dynamische und eigenständige Übertaktung einzelner Rechenkerne.

Die Angabe zu sogenannten Boost-Taktraten gibt Auskunft darüber, wie weit sich der Prozessor automatisch über die Standardtaktfrequenz hinaus übertakten kann. AMD nennt diese Technik „Turbo Core“, bei Konkurrent Intel heißt sie „Turbo Boost“ – vom Prinzip her arbeiten die beiden Techniken recht ähnlich: Die Aktivierung des Boost-Takts erfolgt, sobald das Betriebssystem die Maximalleistung anfordert. Da aber immer noch zahlreiche Programme und Spiele nur ein bis zwei Kerne unterstützen, sind die restlichen Kerne unbeschäftigt. Die Boost-Technik versetzt die untätigen Cores in einen Energiesparmodus und hebt dafür die Kernspannung und den Takt der aktiv ausgelasteten Kerne. All das passiert natürlich nur im Rahmen der angegebenen TDP.

Ob die CPU im Turbo-Boost oder mit Standardtakt arbeitet, regelt der Prozessor über die sogenannten P-States. Moderne CPUs können nach Aufforderung durch das Betriebssystem zwischen P-States wechseln und dabei Taktrate und Spannung anpassen. AMD bezeichnet diese Technik als „PowerNow!“ (oder auch „Cool’n’Quiet“), bei Intel heißt sie „SpeedStep“. Je nach Anforderung und Auslastung schalten die Funktionen die Kernspannungen und -frequenzen zwischen niedrigen und hohen Werten um. Auch eine fast komplette Abschaltung einzelner Kerne ist mittlerweile möglich, um maximales Energiesparpotenzial zu erreichen.

Interessant: Neue Intel-CPU kommt mit 22 Kernen

Nur unter Windows 10 funktioniert Speed Shift – eine erweiterte Speed-Step-Technik, die die neuen Skylake-Prozessoren mitbringen. Dabei gibt das Betriebssystem die Kontrolle über die Taktrate an den Prozessor ab: Die CPU kann auf diese Weise schneller sowie genauer entscheiden, welcher Takt für die angeforderte Rechenleistung erforderlich ist. Hierdurch soll die CPU-Leistung kurzfristiger verfügbar sein und der Prozessor so wieder schneller in einen Schlafmodus zurückkehren können. Seit dem November-Update unterstützt Windows 10 diese Funktion der Intel-Prozessoren.

C-States: Wie eine CPU Strom spart

Prozessoren arbeiten natürlich nicht immer mit voller Auslastung, und schon gar nicht laufen alle Kerne ständig mit 100 Prozent im Dauerbetrieb. Daher verfügen CPUs über sogenannte C-States: Im C-State ist die CPU im Gegensatz zum P-State nicht aktiv, sondern befindet sich in einem Stromsparmodus. So ist es möglich, dass sich nicht nur der ganze Prozessor, sondern auch einzelne Kerne in verschiedene C-States versetzen, wenn die Leistung nicht vonnöten ist. Wie viele einzelne C-States ein Prozessor hat, hängt vom Hersteller und der Architektur ab. Los geht es ab C0, bei dem es sich um den Standard-Betriebszustand handelt. Im Modus C6 erfolgt bei Intel-Modellen eine Spannungsabschaltung, die die CPU-Spannung auf bis zu 0 Volt herunterregelt. Die C-States hängen aber stark vom Betriebssystem, von den installierten Anwendungen und vom Nutzer ab. So kann bereits ein Bildschirmschoner die CPU daran hindern, sich in einen tieferen Energiesparmodus zu versetzen.

CPUs zum Übertakten

Mehr Leistung aus einem Prozessor erhalten Sie, indem Sie ihn übertakten (Overclocking). Sie sollten sich aber darüber bewusst sein, dass es beim Übertakten zu Schäden oder sogar zum totalen Defekt des Systems kommen kann. Daher ist es ratsam, ein komplettes Backup der Daten anzulegen. Darüber hinaus müssen Sie den Rechner erheblich übertakten – meistens um 20 bis 30 Prozent, um überhaupt einen Leistungsunterschied zu bemerken.

Als die bequemste Methode zum Übertakten gilt das Anheben des Multiplikators. Hierbei handelt es sich um den Faktor, der die Taktfrequenz eines Prozessors einstellt. Sie leitet sich von der Basistaktfrequenz ab, die abhängig vom Modell und Hersteller ist.

Die Formel für die Berechnung der CPU-Taktfrequenz lautet: Multiplikator mal Basistaktfrequenz. AMD verwendet bei seinen Prozessoren einen Basistakt von 200 MHz. Wenn der Multiplikator beispielsweise 20 beträgt, dann ergibt sich eine Taktfrequenz von 2 GHz. Allerdings ist bei den meisten Prozessoren der maximale Multiplikator fest eingestellt. Deshalb sind lediglich CPUs mit freiem Multiplikator für Übertakter interessant. Diese erkennen Sie bei Intel am Zusatz „K“ in der Produktbezeichnung oder „X“ bei Extreme-Edition-Modellen. Bei AMD sollten Sie auf die Black-Editions oder FX-Reihe zurückgreifen, wenn Sie komfortabel übertakten möchten.

CPU auswählen und einbauen

Wenn Sie Ihren PC selbst bauen oder aufrüsten wollen, gibt es beim Prozessoreinbau einige Dinge zu beachten. So muss zum Beispiel der Sockeltyp Ihrer CPU mit dem CPU-Steckplatz auf dem Mainboard übereinstimmen. Wichtig ist auch die Leistung Ihres Netzteils, das über zusätzliche Reserven verfügen sollte. Mit einem 450 Watt starken Modell sind Sie jedoch erst einmal gut versorgt. Wollen Sie die CPU übertakten, sollten es aber schon bis zu 600 Watt sein. Wer beabsichtigt, die leistungsfähigsten Prozessoren und mehrere Grafikkarten in seinem System zu betreiben, sollte mindestens zu einem 1000-Watt-Netzteil greifen.

Tipp: So entschlüsseln Sie die CPU-Namen von Intel

Prozessor einbauen: Vermeiden Sie, die CPU an den goldenen Kontakten zu berühren. Darüber hinaus sollten Sie sich erden, bevor Sie den Prozessor im Mainboard platzieren. Hierfür genügt es bereits, wenn Sie einen metallenen Gegenstand wie die Heizung berühren.

Je nach Leistungsklasse der CPU ist eine passende Kühlung notwendig. Als Faustregel gilt: Je höher die Leistung des Prozessors ist, desto stärker sollte auch die Kühlung sein. Eine wichtige Angabe dazu ist die TDP (Thermal Design Power): Sie gibt die maximale Abwärme an, die der Prozessor im Praxisbetrieb verursachen kann. Die TDP-Angabe des CPU-Kühlers muss zu diesem Wert passen. Achten Sie aber auch hier auf den richtigen Sockeltyp.

Wärmeleitpaste sparsam verwenden und einfach mit dem Anpressdruck des Kühlers verteilen.
Vergrößern Wärmeleitpaste sparsam verwenden und einfach mit dem Anpressdruck des Kühlers verteilen.

Damit die Wärmeableitung vom Prozessor über den Lüfter ins Gehäuse optimal funktioniert, müssen Sie auf die Oberfläche des Prozessors Wärmeleitpaste auftragen. Diese dient dazu, auch feinste Unebenheiten auf dem CPU-Heatspreader (Wärmeleiter) auszugleichen und dadurch eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu ermöglichen. Beim Auftragen der Paste hat sich eine ganz einfache Methode bewährt: Tragen Sie einen etwas größeren Klecks auf die Mitte der CPU-Oberfläche auf und setzen Sie dann den Kühler auf. Durch den Anpressdruck verteilt sich die Wärmeleitpaste gleichmäßig über den Heatspreader. Achten Sie allerdings darauf, nicht zu viel Leitpaste zu verwenden. Denn zu viel davon kann den gegenteiligen Effekt haben und die Hitzeentwicklung sogar steigern.

Alle CPUs im Preis-Leistungs-Check: Sortiert nach höchster Rechenleistung pro Euro

CPU-Modell

Leistung 1)

Preis [Euro] 2)

Leistung/Euro

AMD Athlon X4 845

5434

45

121

AMD Athlon X4 860K BE

5474

50

109

AMD A4-3400

1594

15

106

Intel Celeron G3900

3395

35

97

AMD A8-7600

5135

55

93

AMD A6-5400K

2141

25

86

Intel Celeron G1840

2996

35

86

AMD FX-8300

7669

90

85

AMD FX-6300

6354

75

85

Intel Pentium G4560

5027

60

84

AMD FX-8320

8019

105

76

AMD FX-8350

8943

120

75

Intel Celeron G3930

2960

40

74

AMD FX-4300

4644

65

71

AMD A6-7400K BE

2798

40

70

AMD Athlon X4 880K BE

5570

80

70

AMD FX-6350

6960

100

70

AMD A10-7700K BE

5163

75

69

Intel Pentium G4600

5407

80

68

Intel Pentium G4400

3600

55

65

AMD FX-8370E

7787

120

65

AMD A8-7650K BE

4496

70

64

Intel Pentium G3240

3211

50

64

AMD A10-7800

5063

80

63

AMD Ryzen 5 1600

13482

215

63

AMD FX-8320E

7499

120

62

Intel Pentium G3260

3398

55

62

AMD FX-9590

10330

170

61

Intel Pentium G4620

5404

90

60

AMD FX-8370

8990

155

58

Intel Celeron G3920

3477

60

58

AMD A10-7860K BE

5130

90

57

Intel Pentium G4500

3979

70

57

AMD FX-9370

9529

170

56

AMD Ryzen 5 1500X

10921

195

56

Intel Core i3-7100

5927

110

54

AMD A10-7870K BE

5497

105

52

Intel Core i3-6100

5477

105

52

AMD Ryzen 5 1400

8551

165

52

AMD Ryzen 5 1600X

13090

260

50

Intel Core i3-7300

6484

150

43

AMD Ryzen 7 1700

13808

320

43

Intel Core i3-6300

5818

135

43

Intel Core i5-7400

7432

180

41

Intel Core i3-7350K

6782

165

41

Intel Core i3-7320

6491

160

41

Intel Core i5-7500

7964

200

40

AMD A10-7890K BE

5746

145

40

Intel Core i5-7600K

9306

235

40

Intel Core i5-7600

8953

230

39

AMD Ryzen 7 1700X

14710

385

38

Intel Core i5-6400

6712

180

37

Intel Core i5-6400

6711

180

37

Intel Core i5-6600

7832

215

36

Intel Core i5-6500

7214

200

36

Intel Core i5-6600K

7998

225

36

Intel Core i7-7700K

12212

345

35

Intel Core i7-7700

10781

310

35

Intel Core i7-6700K

11114

320

35

Intel Core i7-6800K

13607

420

32

Intel Core i7-6700

10040

310

32

Intel Core i7-5820K

12994

405

32

AMD Ryzen 7 1800X

15369

485

32

Intel Core i7-4790K

11197

360

31

Intel Core i5-4690K

7597

250

30

Intel Core i7-6850K

14378

580

25

Intel Core i7-5930K

13642

615

22

Intel Core i7-6900K

17967

1105

16

Intel Core i7-5960X

15369

1100

14

Intel Core i7-6950X

20024

1720

12

1) PassMark CPU Mark (Stand: 11.5.2017)

2) Straßenpreise auf 5 Euro gerundet  (Stand: 11.5.2017)

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