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Die Zukunft gehört den Browser Apps

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass bekannte und weit verbreitete Standardsoftware, vor allem aber Business-orientierte Anwendungen wie zum Beispiel Microsoft Office, bis 2015 komplett verschwinden werden. Durch das Aufkommen von webbasierten Anwendungen, darunter auch praktische Zusammenstellungen wie Google Docs und die neuen Microsoft Office Web Apps, könnte aber der Wechsel von relativ langsam startenden Desktop-Betriebssystemen wie Windows oder Mac OS zu kleinen, browserbasierten Systemen wie Google Chrome OS beschleunigt werden.

Zumindest hofft Google darauf.

Um die Vision des Cloud-Computings Realität werden zu lassen, müssen sich die konkurrierenden Hersteller allerdings erst auf Standards einigen, die diese browserbasierte Welt ermöglichen. Wird Apple, die mit ihrem gut geschütztem App Store große Erfolge verbuchen konnten, bereit sein sich zu öffnen? Dieser App Store, der die alleinige Vermarktung von iPhone, iPad und iPod Touch Programmen erlaubt, ist nicht unerheblich an Erfolg von Apple beteiligt. Oder wie wird sich Microsoft verhalten, bekannt dafür Standards zu Gunsten von eigenen Technologien zu ignorieren. Werden sie sich dann auch mitziehen?

Man kann es zum aktuellen Zeitpunkt zwar noch nicht sagen, aber es scheint zumindest so, dass sich eine Lösung anbahnt. Microsoft hat angekündigt, sich an Webstandards wie HTML5 halten zu wollen. Durch dieses Zugeständnis können Programmierer dynamische Webanwendungen entwickeln, die gleichwertig auf einer Vielzahl von Browsern laufen, darunter auch die Pendants auf Handys und Tablet-Geräten, die keine leistungshungrigen Plugins wie Adobe Flash, Apple QuickTime oder Microsoft Silverlight unterstützen.

Steve Jobs, CEO bei Apple, dürfte wahrscheinlich der größte Befürworter von HTML5 sein: Jobs wirft Adobe vor, dass deren weit verbreitetes Browse-Plugin für Flash auf mobilen Geräten zu viel Strom verbraucht und auch so zu schwerfällig ist. Und obwohl Apples iPhone sowie einige andere Mediengeräte und Tablets kein Flash unterstützen, sind Geräte mit Googles neuem Android 2.2 durchaus dazu in der Lage.

Erste Programme, die in einem HTML5-kompatiblen Browser laufen, erlauben bereits erste Ausblicke in die Zukunft. Flickr Explorer ermöglicht zum Beispiel viel schneller in Fotos hinein oder heraus zu zoomen, genauso wie das einfache Durchblättern um einiges schneller geht als es mit heutigen Browsern möglich ist.

Auch komplexe Spiele in 3D werden zukünftig in Browsern laufen. Webstandards wie WebGL, der eine 3D-Programmierschnittstelle ohne Plugins im Browser bereitstellt, ermöglichen die Entwicklung von spielerfreundlichen Browsergames.

„Klicken Sie einfach auf einen Link und „Rumms“ - Sie sind in einem 3D-Spiel“ sagt Upson, der damit die Vorzüge der Einfachheit des webbasierten Spielens gegenüber einer Desktop-Installation hervorhebt: Man braucht keine Datenträger wie DVDs. Eine aktuelle Demo auf Youtube zeigt Split Second, ein Rennspiel im Arcade-Stil, das auf einem HTML5-fähigem Browser läuft. Die Performance und Grafik erreicht in etwa das Niveau, das man von einer Konsolen- oder PC-Version erwarten würde.

Eins ist aber klar: Die Browser im Jahr 2015 werden eine noch größere Rolle in unserem Leben spielen als sie es heute schon machen -- und das heißt viel.

Upson: „Jeder sollte Zugang zum Internet haben, das Web hat mehr als eine Milliarde Benutzer“
Und es werden sicher noch mehr.

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