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Die WikiLeaks Story III

Doch Ist ein reines Verbot wirklich der richtige Weg? Angeblich droht das Pentagon ja lediglich mit einem Militärgerichtsverfahren, wenn USB Sticks oder andere Medien trotzdem genutzt werden. Bradley Manning wurde mittlerweile auch inhaftiert, doch hatte ihn diese Perspektive nicht von seinen Aktivitäten abgehalten. In seinem Chat auf www.wired.com hat er sein Vorgehen begründet mit der Aussage, dass er den Leuten die Wahrheit aufzeigen wollte, denn ohne diese könne die Gesellschaft keine fundierten Entscheidungen treffen. Er ist ein Idealist, der genug von dem Handeln des Staates im ständigen Eigeninteresse hat, der alles hinterfragt und mitten in etwas steckte, was komplett gegen seine eigene Moral spricht. In so einer Situation und mit dem Denken eines Idealisten ist die Hemmschwelle, etwas Verbotenes zu begehen, sozusagen nicht vorhanden. Doch nach wie vor ist auch der Amerikanische Staat noch der Meinung, dass ein reines Verbot für die Speicherung von Daten auf einem Wechselmedium vollkommen ausreicht.

Andererseits soll im Pentagon ein Erkennungssystem installiert werden, ähnlich wie bei den Kreditkarten-Firmen, um Betrügereien zu entdecken und zu überwachen - wortwörtliches Zitat aus der Los Angeles Times im Artikel "Inside job: Stolen diplomatic cables show U.S. challenge of stopping authorized users" vom 29. November 2010. Doch was versteht man unter "to detect and monitor fraud"? Man erkennt und überwacht den Diebstahl von Daten oder man kann auch etwas dagegen unternehmen? Viele Anbieter von entsprechenden Lösungen werben zumindest in deren Produktebeschreibungen mit "Detect, Monitor and Protect Confidential Data".

Doch im selben Artikel der Los Angeles Times wird auch erwähnt, dass die aktuellen Systeme Schwierigkeiten haben, um die feinen Anomalien zu entdecken, welche von ausgeklügeltenSpionage Netzwerken angewendet werden.

Diese Schwierigkeiten respektive die damit trotzdembestehenden Lücken der aktuell verfügbaren Lösungen will nun das Verteidigungs-Departement mit der eingangs erwähnten, neugeschaffenen Stelle von PeiterZatko ergänzen. Hierbei stellt sich nun die Fragen, wie dies von normalen Unternehmungen bewerkstelligt werden soll, da die Privatwirtschaft selten über die Gelder eines Pentagon verfügen.

Auch Dale Meyerrose, der ehemalige Chief Information Officer von der U.S. Intelligence Community spricht von mitschuldigen Insidern, welche die grösste Angst für das Verteidigungsministerium darstellt. Man könne sich nie komplett davor schützen. WikiLeaks ist für ihn keine Frage der Technologie sondern eine personelle Vertrauensangelegenheit.

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