Hersteller-Argument 1:

Die meisten waren nicht überrascht, sondern protestierten sogar gegen so einen Test. Man biete schließlich spezielle Programme im Internet an, die genau diese Probleme beseitigen helfen.

Unsere Meinung:

Von den Spezialprogrammen im Netz wissen vielleicht die Hersteller etwas, aber nicht die Anwender der Antivirenprogramme, die zu Recht einen Rundum-Schutz erwarten. Und wenn bereits ein Backdoor-Programm im Hintergrund läuft und die ganze Welt Zugriff auf das eigene System hat, ist es höchst gefährlich, noch ins Internet zu gehen und nach Spezial-Werkzeugen zu suchen oder sie herunterzuladen. Wenn die fehlerhafte Entfernung schon versucht wurde, ist es ohnehin zu spät - dann geht auf dem Rechner bereits nichts mehr.

Hersteller-Argument 2:

Einige Hersteller sagten auch, dass man an einer kompletten Reinigung inklusive der Registry arbeite, aber das dauere noch einige Zeit.

Unsere Meinung:

Der Aufwand dafür ist aus unserer Sicht aber nicht hoch. Daher ist es unverständlich, warum dafür Monate oder Jahre nötig sein sollten. Zudem würde es schon ausreichen, erst einmal den Benutzer über solche Eigenheiten der Viren im Programm zu informieren und den Virus nicht zu reinigen. Damit würde der Anwender besser fahren. Denn dann ist zwar immer noch der Virus aktiv, aber der Anwender kann andere Notfallmaßnahmen ergreifen, da das System nicht tot ist.

Hersteller-Argument 3:

Eine andere Ausrede war, dass Subseven ein Backdoor-Programm ist, also gehört es zu den Trojanischen Pferden, nicht zu Viren. Man würde Antivirenprogramme verkaufen, keine Anti-Trojaner- oder Anti-Backdoor-Programme.

Unsere Meinung:

Solche technischen Spitzfindigkeiten verhöhnen den Anwender, der oft 50 bis 100 Mark in ein Programm investiert hat, das Schädlinge, die keine Viren sind, durchaus erkennt und auch zu beseitigen versucht. Wenn es dann kracht, kann man sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass man damit eigentlich nichts zu tun habe.

Ähnliche Probleme gab es bei Viren wie dem W95/CIH.1003 vor einigen Jahren: Zwar konnte jeder Scanner den Virus innerhalb weniger Tage erkennen, eine saubere Entfernung bieten aber bis heute die wenigsten Scanner. Auch mit der Erkennung des Virus im Speicher ließen sich die Hersteller einige Monate bis Jahre lang Zeit, so dass die Änderungen im Schutzprogramm nur noch wenigen Anwendern zugute kamen.

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