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Die Schäden

27.06.2006 | 18:17 Uhr |

Hierzu verschickten seinerzeit mehrere große Unternehmen - darunter die Mobilfunknetzbetreiber Cellcom und Pelephone - mit Trojanern infizierte E-Mails und scheinbar harmlose CDs an Mitbewerber. Über ein von einem israelischen Paar kreiertes Schadprogramm gelang es den Konzernen, die Rechner der Konkurrenz unbemerkt fernzusteuern und auf diese Weise vertrauliche Dokumente direkt vom Nutzer-PC auf einen fernen FTP-Server zu laden. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass nicht nur große, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) fürchten, Opfer einer Cyber-Attacke zu werden: Laut der von Forrester Research betriebenen Studie "Europeans SMBs View IT Security As A Top Priority" (September 2005) fürchten immerhin 36 Prozent der europäischen KMU einen gezielten Angriff von außen. Dabei herrsche häufig Unkenntnis im Hinblick auf aktuelle Angriffsszenarien und deren Auswirkungen, berichtet Reinald Kempf, Leiter eSecurity bei der BMS Systems GmbH. "IT-Verantwortliche überprüfen nur in seltenen Fällen eingehende verschlüsselte E-Mails oder den Web-Traffic auf Schadprogramme oder urheberrechtlich geschützte Inhalte, obwohl hierfür bereits technisch ausgereifte Lösungen zur Verfügung stehen", so der Sicherheitsexperte.

Viele Unternehmen, die bereits Opfer einer Attacke geworden sind, verschweigen dies aus Angst vor negativen Folgen für ihr Geschäft oder ihr Ansehen am Markt. Aufgrund der hohen Dunkelziffer lassen sich die bislang entstandenen Schäden somit nur schwer beziffern. Wie jedoch aus der Studie "2005 FBI Computer Crime Survey" hervorgeht, erlitten US-amerikanische Firmen im vergangenen Jahr durch Cyber-Aktivitäten mit kriminellem Hintergrund Einbußen von gut 67 Milliarden Dollar.

Für einen Skandal mit kostenschweren Folgen sorgten zwischen 2001 und 2002 auch Hacker-Angriffe auf insgesamt 97 Netze in den USA, darunter Systeme der Navy, der Luftwaffe sowie der Nasa. Den Täter Gary McKinnon trieb die Neugier nach Informationen über UFOs. Dabei verursachte der Brite nicht nur Schäden in Höhe von 700000 Dollar, sondern setzte den US-Behörden zufolge kurz nach dem 11. September 2001 auch wichtige Verteidigungssysteme außer Gefecht. Nach einer Entscheidung des Londoner Bow Street Magistrates Court soll McKinnon an die USA ausgeliefert werden, wo ihm bis zu 70 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 1,75 Millionen Dollar drohen.

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