Das Massensterben der Flatrate-Anbieter und der Verdacht bezüglich Quersubventionierungen zwischen der Telekom und ihrer Tochter T-Online führten Ende Oktober zu einer mündlichen Anhörung vor der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.

An dieser Anhörung waren unter anderem die großen Online-Anbieter wie T-Online, AOL, Viag und Mannesmann beteiligt. Bei diesem Treffen hatte jede der Parteien die Möglichkeit, ihren Standpunkt bezüglich der Höhe der Durchleitungsgebühren deutlich zu machen.

Fragen warf vor allem das Flatrate-Angebot von T-Online auf, welches sich mit 79 Mark (ISDN) in einem Preisbereich bewegt, das andere Anbieter in die Pleite trieb. Der Vorwurf der Quersubventionierung durch die Telekom wurde laut, erst recht, nachdem bekannt wurde, dass gerade dieses Angebot bei T-Online, für hohe Verluste sorgte.

Als Alternative zu der zeitabhängigen Berechnung wurden beispielsweise volumenabhängige Tarife angeführt. Bei dieser Art der Berechnung müsste ein Surfer nur für die Datenmenge bezahlen, die er sich aus dem Netz herunterlädt.

Die Mitbewerber der Telekom forderten des Weiteren die Einführung einer "Großhandels-Flatrate", das heißt eines bestimmten Pauschalbetrages, den die Telekom an Stelle der zeitabhängigen Durchleitungsgebühr anbieten muss.

Die Telekom lehnte diesen Vorstoß aus mehreren Gründen ab:

Ersten läge bei einer solchen Pauschale das unternehmerische Risiko nicht mehr bei den Anbietern sondern, auf Grund der Vorleistungen, bei der Telekom.

Zweitens hätte eine Entscheidung zu Gunsten einer Großhandels-Flatrate hohe Investitionen im analogen Kabelnetz zur Folge, um die benötigten Ressourcen überhaupt zu ermöglichen. Die Telekom ging im schlimmsten Fall von einer totalen Überlastung des Telefonnetzes aus, wenn sich zu viele Nutzer permanent im Internet aufhalten.

Drittens fehlen die Investitionen für den Ausbau des analogen Bereiches an anderer Stelle, nämlich der zügigen Erweiterung des DSL-Bereiches, der laut Telekom der wesentlich zukunftsträchtigere Sektor ist.

Flatrate-Entscheidung im November (PC-WELT Online, 24.10.2000)

Telekom unter Druck (PC-WELT Online, 24.10.2000)

Flatrate-Sterben - RegTP bittet zu Tisch (PC-WELT Online, 19.10.2000)

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