230967

Die Hersteller: Sicherheitspuffer und andere Erklärungsversuche

01.02.2010 | 10:47 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Schuldbewusst sind die Druckerhersteller trotz des erstaunlichen Resultats nicht. So erklärt etwa Jürgen Jedek, Produktmanager bei Lexmark: "Wir garantieren mit unseren Patronen die von uns spezifi zierte Seitenanzahl in bestmöglicher Qualität. Dem Messverfahren liegt die Zertifizierung ISO/IEC 24711 zugrunde. Der Kunde kann also immer davon ausgehen, diese Seitenzahlen zu erreichen."

Der Firmenvertreter räumt aber zugleich ein: "Natürlich hängen die tatsächlich erreichte Druckmenge und der Restbestand der Tinte von verschiedenen Faktoren ab, etwa Papierqualität, Luftfeuchtigkeit, Reinigung und dergleichen mehr. Dabei kann unter Umständen ein kleiner Rest in der Patrone übrig bleiben. Das ist eine Art Sicherheitspuffer, der nicht nur den Druckkopf schützt, sondern die Qualität der Ausdrucke unter verschiedenen Bedingungen sicherstellt. Vergleicht man die Effizienz früherer Geräte mit denen der jetzigen, so sieht man deutlich bessere Drucker auf dem Markt. Hatten unsere ersten Drucker Behälter mit 30 bis 50 Millilitern, können wir heute etwa gleich viel mit 6 bis 8 Millilitern drucken."

Das wirft die Frage auf, warum die Tintenpatronen gleich teuer geblieben sind, also der Kunde nicht davon profitiert.

Darauf antwortet Epsons Technikspezialist Ottmar Korbmacher: "In den letzten zehn Jahren hat sich vor allem die Drucktechnik verändert. Heute muss der Druckkopf mit winzigen Tröpfchengrößen von 1,5 bis 20 Pikoliter (1 Pikoliter = 10 hoch -12 Liter) umgehen - und das bis zu 30.000 Mal pro Sekunde. Der Kunde profitiert zwar nicht von einem günstigeren Preis, aber von einer höheren Druckqualität."

Erreichte Seitenzahlen: Dass in den Tanks so viel Tinte zurückbleibt, verwundert umso mehr, wenn man einen Blick auf die zertifizierten Seitenzahlen der Geräte wirft: Sie werden trotz gleicher Testbedingungen nicht von jedem Drucker erreicht. Nur die Geräte von Brother, Canon und Epson schafften in unserem Test die eigenen Vorgaben, HP und Lexmark blieben dagegen knapp darunter. Die Ergebnisse unserer Tests zeigen klar:

Schon wenige Milliliter Tinte mehr oder weniger bedeuten einen großen Unterschied bei der Seitenzahl, die gedruckt werden kann. Das kann unterm Strich richtig ins Geld gehen. Wir empfehlen unabhängig davon, wie viel Resttinte verloren geht: Prüfen Sie, ob es für Ihren Drucker Tinten von Fremdanbietern gibt. Diese sind meist deutlich günstiger und qualitativ ebenbürtig. Und falls Sie einen neuen Drucker kaufen wollen: Berücksichtigen Sie die Folgekosten.

PC-WELT Marktplatz

230967