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Die Geister, die ich rief: Die Gefahren der Lokalisierung

24.02.2011 | 10:34 Uhr |

Die größte Gefahr bei der Nutzung von Lokalen Internet-Infodiensten liegt darin, dass die Lokalisierungstechnik auch dazu verwendet werden kann, Bewegungsprofile anzulegen. Bestes und abschreckendes Beispiel ist Apple: Der iPhone-Erfinder musste 2010 zugeben, dass er über Jahre Standortdaten von iPhone-Nutzern aufgezeichnet hat. Auch Dienste von Unternehmen wie Google oder Facebook werden so oft genutzt, dass sich durch deren Lokalisierungsdienste Bewegungsprofile erstellen ließen. Selbst wenn diese nicht Ihnen persönlich zuzuordnen sind, sind die gesammelten Daten vieler Internet- und Smartphone-Nutzer ein interessantes Mittel zur Marktforschung und der Industrie eine Menge Geld wert.

Zwar werden Sie bei der Installation sowohl auf dem iPhone und iPad als auch auf Smartphones und Tablet-PCs mit Android- und Nokias Symbian-Betriebssystem darauf hingewiesen, wenn eine App Ihren Standort auslesen will. Beim Apple iPhone können Sie unter „Einstellungen, Allgemein, Ortungsdienste“ festlegen, welche Apps Ihren Aufenthaltsort verwenden dürfen. Auf Android-Handys finden Sie keine nach Apps aufgeschlüsselte Ansicht, können aber unter „Einstellungen, Anwendungen, Anwendungen verwalten“ zu jeder App sehen, auf welche Funktionen sie zugreift und ob diese sie an jemand anderen weitergibt.

Wie intensiv und wie oft eine App das tut und ob diese Daten zu einem Bewegungsprofil verarbeitet und gespeichert werden, wissen Sie allerdings in keinem der Fälle. Darüber lassen Sie auch die Nutzungsbedingungen der Apps und Dienste im Unklaren. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, in denen vermeintlich harmlose Apps Schnüffelfunktionen enthielten, etwa ein Spiel, das GPS-Daten weiterleitete.

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