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Die DES-Achillesferse

Der offizielle Rekord für das Entschlüsseln einer DES-Nachricht durch simples Durchprobieren aller möglichen Schlüssel liegt dadurch heute bei einem Tag. Im Militär- und Geheimdienstbereich werden Spezialrechner vermutet, mit denen sich diese Marke noch deutlich unterbieten läßt. Nach den Gründen für die DES-Achillesferse muß man nicht lange suchen: Die NSA fürchtete offensichtlich eine Beeinträchtigung ihrer Abhöraktivitäten durch ein zu sicheres Codierungsverfahren und schaffte sich durch die moderate Schlüssellänge eine Hintertür. Erst Anfang der 90er Jahre gelang es Kryptografen, brauchbare Alternativen zum DES zu entwickeln.

Gute Chancen, dessen Nachfolge anzutreten, hat derzeit ein in der Schweiz entwickeltes Verfahren namens IDEA (International Data Encryption Algorithm). Die Suche nach Schwachstellen dieser Technik verlief bisher weitgehend ergebnislos, und die Schlüssellänge von 128 Bit läßt zumindest das Durchprobieren aller möglichen Schlüssel als sinnlos erscheinen. Auch die Gefahr, daß dies mit einem Superrechner der Zukunft irgendwann möglich sein sollte, ist gering. In seinem Standardwerk "Angewandte Kryptographie" nennt der Autor Bruce Schneier einen einleuchtenden Grund: "Für eine solche Maschine gibt es nicht genug Silizium-Atome im Universum."

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