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Die Business-Perspektive

04.01.2011 | 13:04 Uhr |

Schließlich konnten wir weitermachen. Zwar hatten wir mehrmals Schwierigkeiten neue Applikationen zu installieren und mussten mehrere Online-Dokumentationen durchlesen, aber keine Schwierigkeit war wirklich unerwartet. Ubuntu ist nämlich vor allem deswegen so schön dynamisch, da es sich um ein lebendiges und atmendes Betriebssystem handelt. Deswegen ist es im ständigen Fluss und dadurch sind Kompatibilitäts-Probleme deutlich häufiger als bei Windows. Trotz dieser rauen Kanten hat uns schließlich die neuste Ubuntu-Version gut gefallen.

Wir wollten in diesem Artikel jedoch noch Google Chrome und Ubuntu in einer Unternehmens-Umgebung miteinander vergleichen. Wir müssen leider soweit gehen und sagen, dass wir Ubuntu nicht auf unvorbereitete Nutzer loslassen würden. Die Benutzeroberfläche besitzt so viele Eigenheiten, dass Einarbeitung erforderlich ist. Aber auch kostenlose Programme, wie Open Office, können Nutzer sehr schnell in Schwierigkeiten bringen. Ganz im Gegensatz dazu steht Chrome OS. Jeder kann einen Browser bedienen. Außerdem sind Web-Applikationen so einfach gestrickt, dass sich niemand überfordert fühlen wird. Zwar können Sie als Administrator Ubuntu soweit vorkonfigurieren und Nutzer von kritischen Optionen aussperren, dass auch dann weniger Probleme auftreten. Sind sie jedoch bereit dafür so viel Zeit und Geld zu investieren?

Die nächste Epoche moderner Business-Computersoftware steht ganz unter dem Banner der Kostenreduktion und nicht -steigerung. Natürlich würden wir alle gerne von den Lizenzkosten für Microsoft Windows und Office wegkommen und auch die ständigen Sicherheitswartungen um Windows betriebsbereit zu halten sind mindestens genauso aufwändig. Ubuntu löst das Lizenzkosten und das Sicherheitsproblem. Andererseits müssen Sie mehr investieren, um Ihre Nutzer glücklich und produktiv arbeiten zu lassen.

Uns ist auch bewusst, dass Chrome OS, das sich noch immer in der Beta-Phase befindet, und andere Linux-Distributionen nicht die einzigen möglichen Nachfolger des heutigen Windows-Betriebssystems sind. Wir meinen hier nicht nur Mac, sondern uns fällt auch VDI ein. Für viele Unternehmen ist es in Bezug auf Chrome OS ebenfalls logistisch und vom Sicherheitsaspekt her sehr schwierig allerlei Daten in eine Cloud auszulagern.

Müssten wir uns jetzt und hier zwischen Chrome OS und Ubuntu entscheiden, würden wir dem anwendungsorientierten und problemfrei-Nutzer eher Chrome OS anstatt Ubuntu empfehlen.

Der Artikel stammt von Eric Knorr.

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