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FAQ: 10 Fragen & Antworten zu VDSL und Glasfaser

27.11.2017 | 08:01 Uhr |

Es gibt viele Wege ins Internet: Die Alternativen für den Onlinezugang heißen VDSL, Kabel und Glasfaser. Die wichtigsten Fragen zu diesen Techniken beantworten wir in diesem Artikel.

1. VDSL, Kabel, Glasfaser: Welches ist die beste Technik?

Die Übertragung per Glasfaser bietet das schnellste Tempo und ist am wenigsten anfällig gegen Fehler. Deshalb setzen auch DSL-und Kabelanbieter diese Technik in ihren Hauptnetzen ein; nur die letzte Strecke zum Kunden läuft über Kupfer-beziehungsweise Koaxialkabel. Über Kabel gibt es derzeit die meisten Angebote mit sehr hohen Downloadraten von mehr als 100 MBit/s. VDSL ist dagegen empfehlenswerter, wenn Sie nicht nur hohes Downloadtempo, sondern auch eine große Bandbreite ins Internet benötigen.

Internet-Tarife im Vergleich: Wie surft man am besten?

2. Wer sind die Anbieter, und wo sind Anschlüsse verfügbar?

Die meisten Tarife gibt es für VDSL, das bundesweit alle großen Provider wie Telekom, Vodafone, 1&1 und O2 anbieten. In Städten gut vertreten sind auch die Kabelanbieter, während Sie Glasfaseranschlüsse meist nur bei bestimmten regionalen Anbietern erhalten. Jeder Provider bietet auf seiner Webseite eine Verfügbarkeitsprüfung, mit der Sie erfahren, ob Sie eine bestimmte Übertragungstechnik bekommen können.

3. Welche Technik hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Einen grundsätzlichen Preisvorteil hat keine Übertragungstechnik: Der Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Anbietern ist so intensiv, dass sie ständig mit hohen Rabatten und Aktionen um neue Kunden werben – zum Beispiel, indem sie bei einem neuen Vertrag in den ersten Monaten die Kosten reduzieren oder Anschlussgebühr erlassen.

4. Welche Technik arbeitet am zuverlässigsten?

Gegen Ausfälle ist keine Technik und kein Anbieter gefeit – sei es wegen Unwetter, Überschwemmungen, Bauarbeiten oder durch Softwarefehler der Netzkomponenten. Am anfälligsten für Störungen ist grundsätzlich das Kupferkabel, das vor allem bei DSL als Zugang zum Kunden genutzt wird: Die Datenrate kann unter schlechter Signalqualität leiden, aufgrund von Dämpfung wegen der Leitungslänge oder Übersprechen wegen schlechter Kabelabschirmung. Die Anbieter minimieren diese Einflüsse, indem sie VDSL-Tarife mit hoher Bandbreite nur bei passender Signalqualität und entsprechend kurzen Kabelstrecken zum Kunden schalten und durch Techniken wie Vectoring. Beim Kabelinternet versorgt ein Knotenpunkt mehrere Kunden, die sich dessen Bandbreite teilen: Das kann sich als Tempobremse auswirken, wenn viele Anwender gleichzeitig online gehen.

Tipp: Mehr Surf-Tempo dank Router-Einstellungen

5. Wie können Sie das Tempo des Onlineanschlusses überprüfen?

Schauen Sie zuerst im Menü des Modems beziehungsweise des Routers nach: Dort sollte unter „Verbindung“ die Datenrate des Onlineanschlusses aufgeführt sein. Wenn dieser Wert nahe an der tariflich vereinbarten Geschwindigkeit liegt, gibt es kein grundlegendes Problem. Ob das Onlinetempo auch über einen längeren Zeitraum stabil bleibt, prüfen Sie mit einem Online-Speedtest – zum Beispiel mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur unter https://breitbandmessung.de . Dafür sollten Sie den Messrechner direkt per Netzwerkkabel mit dem Router verbinden.

6. Welche Hardware ist für VDSL, Kabel oder Glasfaser notwendig?

Die Router für das schnelle Internet sind schon da: Die Fritzbox 7582 zum Beispiel unterstützt die Tempotechnik G.fast.
Vergrößern Die Router für das schnelle Internet sind schon da: Die Fritzbox 7582 zum Beispiel unterstützt die Tempotechnik G.fast.
© AVM

Zu den meisten Onlinetarifen bekommen Sie ein kostenloses Modem oder einen Modemrouter. Darüber hinaus können Sie häufig höherwertige Router – zum Beispiel mit schnellerem WLAN oder besserer Ausstattung – vergünstigt bestellen. Seit über einem Jahr gilt die gesetzliche Routerfreiheit: Seitdem dürfen die Onlineanbieter ihren Kunden nicht mehr ein bestimmtes Modem-oder Routermodell vorschreiben. Wenn Sie einen eigenen Router verwenden, müssen Sie allerdings sicherstellen, dass er die technischen Voraussetzungen für den gewählten Onlinetarif mitbringt: Das sollte der Routerhersteller wissen.

7. Benötigen Sie einen Telefonanschluss für den Internetzugang?

Für VDSL muss eine Telefondose in der Wohnung verbaut sein, damit das Internet per Kupferkabel zu Ihnen kommen kann. Daher umfassen alle VDSL-Angebote Internet und Telefonie. Aus technischer Sicht verständlich, denn inzwischen wird fast überall auch die Sprachtelefonie per Internet übertragen. Auch die meisten Kabel-und Glasfaseranbieter verkaufen Kombi-Tarife aus Internet und Telefon. Benötigen Sie keine Telefonie vom Internet-Provider, weil Sie Anrufe ausschließlich per Mobilfunk erledigen, gibt es vor allem von Kabelanbietern entsprechende Tarife: Unitymedia verkauft zum Beispiel die Tarife Internet Start, Comfort und Premium ohne Telefonie. Auf einen Onlinezugang mit Telefonie können Sie auch verzichten, wenn Sie Internet per LTE bekommen: Das bietet zum Beispiel Vodafone in den Tarifen LTE Zuhause an. Auch regionale Glasfaseranbieter wie Netcologne oder M-net offerieren reine Internettarife: Einige davon umfassen auch Telefonie, aber jedes Gespräch wird einzeln abgerechnet, sodass Sie nicht mehr zahlen, wenn Sie nicht telefonieren.

Die Themen in Tech-up Weekly #92: +++ AMD Radeon Vega FE: Bisher lahmer als der Vorgänger +++ USA: Zwei Fidget Spinner sind explodiert +++ Internetanschluss zu langsam? So wehren Sie sich +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: London: Drohne bringt Flugverkehr zum Erliegen

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8. Können Sie zwischen den Anschlussarten problemlos wechseln?

Ja, sofern an Ihrer Adresse die Provider verschiedenen Zugangsarten anbieten. Sie sollten sich aber informieren, ob der neue Anbieter die neue Zugangsart zum gewünschtem Termin bereitstellen kann. Für einen problemlosen Wechsel müssen Sie die Kündigungsfrist Ihres bestehenden Vertrages berücksichtigen. Die meisten Anbieter übernehmen auf Wunsch die Kündigung beim bisherigen Provider und regeln den Ablauf der Umschaltung auf den neuen Internetzugang.

Siehe auch: IP-Telefonanschluss - das sind die Vor- und Nachteile

9. Welche zusätzlichen Funktionen bieten die Zugangstechniken?

Über jede Anschlusstechnik können Sie auch TV-Programme beziehen – die Anbieter sprechen dann von Triple-Play mit Internet, Telefonie und Fernsehen. Sie sind dabei an das Angebot und die Hardware des jeweiligen Providers gebunden: Bei einem VDSL-Anschluss der Telekom beispielsweise können Sie ausschließlich das Fernsehangebot Entertain TV und den passenden Media Receiver nutzen. Eine Ausnahme ist Fernsehen per Kabel: Hier lässt sich ein VDSL-Anschluss für das Internet mit einem Kabelfernsehanschluss eines anderen Anbieters kombinieren – sofern Sie an Ihrer Adresse beides angeboten bekommen. Allerdings sind die Triple-Play-Tarife der Kabelanbieter wie Vodafone und Unitymedia für Internet, Telefonie und TV aus einer Hand oft günstiger als die Kombination aus VDSL-Internet und Kabel-Fernsehen. Auch regionale Glasfaseranbieter wie Netcologne und M-net haben zubuchbare IPTV-Angebote im Programm.

10. Welche Technik ist am zukunftssichersten?

Aus technischer Sicht eindeutig der Zugang per Glasfaser: Die Datenübertragung per Lichtimpuls ist nicht anfällig gegen elektromagnetische Störungen und über eine lange Leitungsstrecke ohne merkliche Signalabschwächung möglich. Schon jetzt gibt es Angebote für Glasfaserinternet mit einer Bandbreite von 1 GBit/s. Allerdings muss die Glasfaserleitung dafür bis in die Wohnung reichen (FTTH, Fibre-to-the-Home) – das ist teuer und aufwendig. Ein wirtschaftlicherer Weg zu höherem Internettempo führt deshalb über die Nutzung der beim Kunden vorhandenen Kupfer-oder Koaxialkabel. Je länger diese sind, desto mehr bremsen sie aber die Datenübertragung. Deshalb muss das Glasfasernetz so nahe wie möglich bis zum Kunden reichen – am besten bis in den Keller oder einen anderen zentralen Verteiler im Gebäude (Fibre-to-the-Building): Von da führt nur eine kurze Leitung mit sehr hohem Tempo zum Onlineanschluss. M-net zum Beispiel nutzt dafür die VDSL-Technik G.fast mit bis zu 1 GBit/s.

Per Kabelinternet sind aktuell 400 MBit/s im Download möglich – entsprechende Tarife gibt es von Unitymedia und Vodafone. Der Euro-Docsis-Standard, der die Datenübertragung über das Kabelnetz regelt, unterstüzt aktuell Downloadraten von bis zu 1600 MBit/s. Einen Temposchub von bis zu 10 GBit/s im Download sollen künftig effizientere Datenmodulation, ein breiteres Frequenzspektrum und Kanalbündelung erreichen. Dafür müssen die Kabelbetreiber aber Kernkomponenten ihres Netzwerkes umrüsten. Außerdem begrenzt die Signaldämpfung durch hohe Frequenzen die Länge der Übertragungsstrecke. Unter diesem Problem leidet VDSL noch viel mehr: Techniken wie Vectoring oder Supervectoring sollen die Dämpfung mindern und für 100 bis 300 MBit/s im Download sorgen. Dabei kontrolliert ein Anbieter alle Leitungen vom Kabelverteiler bis zum Kunden, um die Störungen zwischen den Kabelsträngen zu minimieren. Die Telekom baut einige VDSL-Netzbereiche derzeit für Vectoring mit 100 MBit/s aus.

Allerdings entscheiden die Provider vor allem nach Wirtschaftlichkeit, wo sie auf schnellere Technik umrüsten: Wo sie das beste Geschäft mit höherem Tempo vermuten, werden sie die künftigen Techniken zuerst anbieten.

Die Themen in Tech-up Weekly #84: Nvidia stellt Volta vor, ein GPU-Biest mit 5120 Kernen (Tesla V100) +++ DSL könnte in Zukunft bis zu 1 TBit/s (125 GByte/s) schaffen +++ Neues Smartphone mit 10.000mAh-Akku soll 15 Tagen laufen +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche
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► Nvidia Volta / Tesla V100: GPU-Biest mit 21 Mrd. Transistoren und 5120 Kernen: www.pcwelt.de/a/nvidia-volta-gpu-biest-mit-21-mrd-tranistoren-und-5-120-kernen,3446718
► 1 Terabit per Kupferkabel: DSL-Pionier will das schaffen: www.pcwelt.de/a/1-terabit-per-kupferkabel-dsl-pionier-will-das-schaffen,3446698
► 10.000 mAh: China-Handy mit Riesen-Akku angekündigt: www.pcwelt.de/a/10-000-mah-china-handy-mit-riesen-akku-angekuendigt,3446693
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Quick-News:
► Windows 10 hat 500 Millionen monatlich aktive Nutzer: www.pcwelt.de/a/windows-10-hat-500-millionen-monatlich-aktive-nutzer,3446715
► USA wollen Laptop-Verbot auf Europa ausweiten: www.pcwelt.de/a/usa-wollen-laptop-verbot-auf-europa-ausweiten,3446716
► Piraten-Seite empfiehlt Netflix und macht dicht: www.pcwelt.de/a/piraten-seite-empfiehlt-netflix-und-macht-dicht,3446697
► Nokia 3310 ab 26. Mai in Deutschland im Handel: www.pcwelt.de/a/nokia-3310-ab-26-mai-in-deutschland-im-handel,3446707
► 1.740 USD/BTC: Bitcoin-Wert erreicht ein neues Allzeithoch: www.pcwelt.de/a/1-740-usd-btc-bitcoin-wert-erreicht-ein-neues-allzeithoch,3446709
► HP-Notebooks belauschen Tastenanschläge: www.pcwelt.de/a/hp-notebooks-belauschen-ihre-tastenanschlaege,3446725
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Fail der Woche:
► Trump will peinlichen Text aus Web entfernen - und scheitert: www.pcwelt.de/a/trump-will-peinlichen-text-aus-web-entfernen-und-scheitert,3446704

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