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Deutschland wird zum Smart-Home-Land

05.06.2019 | 14:30 Uhr | Tillmann Braun

Die Nachfrage wächst: Laut einer aktuellen Studie nutzt bereits jeder dritte Deutsche mindestens ein Smart-Home-Gerät. Bei der drahtlosen Vernetzung tragen deutsche Unternehmen zudem ihren Teil dazu bei, dass auch andere Europäer von den Vorzügen eines einfach erweiterbaren Smart Homes profitieren können.

Wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts mafo.de zeigt, setzen immer mehr Verbraucher in Deutschland auf Smart-Home-Lösungen. Demnach besitzt bereits rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung mindestens ein Smart-Home-Gerät wie einen smarten Lautsprecher , eine vernetzte Türklingel, einen mitdenkenden Kühlschrank oder sparsame Heizthermostate . In der Altersgruppe zwischen 31 und 45 Jahren gaben sogar vier von zehn Umfrageteilnehmern an, mindestens ein Smart-Home-Gerät zu nutzen. Zu den Gründen, die zum Kauf führten, gehören ein bequemerer Alltag, die effizientere Nutzung von Energie sowie erhöhte Sicherheit.

Ob Mann oder Frau: Mit dem Begriff „Smart-Home-Gerät“ konnten nahezu 100 Prozent der Befragten etwas anfangen. Das war noch vor wenigen Jahren ganz anders. Dass das Smart Home in der breiten Bevölkerung angekommen ist, dürfte zum Teil am Wettkampf zwischen den ganz großen Namen wie Amazon oder Google liegen, die sich mit smarten Lautsprechern oder auch Sprachassistenten gegenseitig übertrumpfen wollen und dabei auch ganz normale Verbraucher in den Kontakt mit Smart-Home-Lösungen bringen. Mit Amazons Alexa lässt sich zudem mittlerweile so ziemlich alles verknüpfen, was man sich als Entwickler auch nur vorstellen kann.

Aber auch deutsche Unternehmen tun einiges dafür, die Entwicklung des Smart Homes voranzubringen. So brachte der Fritzbox-Hersteller AVM mit der intelligenten Steckdose Fritz Dect 200 bereits vor sechs Jahren das erste Smart-Home-Produkt in Deutschland auf den Markt, das auf dem Ultra-Low-Energy-Funkstandard (ULE) basiert. Mittlerweile sind einige ULE-Produkte hinzugekommen. Und auch die Deutsche Telekom setzt bei ihren Smart-Home-Geräten sowie Gateways verstärkt auf ULE – also auf einen Standard, der eine Vernetzung der eigenen Geräte über Herstellergrenzen hinaus ermöglicht.

Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von dem, was früher den Smart-Home-Markt dominierte, nämlich Insellösungen, die den Anwender auf die Geräte eines einzelnen Herstellers einschränkten. Aus Herstellersicht schien das womöglich clever, da man sich den Kuchen so zunächst einmal nicht teilen musste mit der Konkurrenz. Doch aus Anwendersicht waren die Lösungen systembedingt stark eingeschränkt – und zudem oft sehr teuer. Die Folge: Nur wenige Wohlhabende und echte Technik-Fans investierten ins eigene Smart Home. Wirklich gute Umsätze lassen sich jedoch nur mit Produkten für den Massenmarkt erzielen.

In Deutschland ermöglichen AVM und die Deutsche Telekom mit ihrem neuen, offenen ULE-Ansatz Millionen von Kunden, den Weg zum eigenen Smart Home in kleinen, preislich überschaubaren Schritten zu gehen. Wer bereits einen kompatiblen Router hat, muss lediglich in eine smarte Steckdose, ein Heizthermostat oder einen Tür-/Fensterkontakt investieren, um sich sein eigenes kleines Netzwerk aufzubauen. Nach und nach kann dieses ergänzt werden – mitunter auch durch Produkte des jeweils anderen Herstellers.

Das Konzept scheint aufzugehen – und wird nun auch andernorts verfolgt. Im Rahmen einer Kooperation mit der Deutschen Telekom wird der französische Kommunikationsriese Orange noch in diesem Frühjahr die ersten ULE-basierten Smart-Home-Produkte in Frankreich anbieten. Da für den Connected-Home-Service ULE-Technologie genutzt wird, können dann knapp drei Millionen Haushalte, die bereits mit der neuesten Livebox ausgestattet sind, den Dienst ohne zusätzliche Hardware umgehend nutzen. Mit dem neuen Angebot, das ohne zusätzliche Kosten erhältlich sein wird, können Nutzer die vernetzten Objekte in ihrem Haus bzw. ihrer Wohnung über eine einzige mobile Anwendung verwalten – oder über Djingo , den zukünftigen Sprachassistenten von Orange. Zum Start wird es einen Bewegungsmelder, einen Smart Plug, eine intelligente Glühbirne und einen Tür-/Fensterkontakt im Orange-Sortiment geben. Die Geräte wurden gemeinsam mit der Deutschen Telekom entwickelt. Orange hat sich zudem der ULE-Alliance angeschlossen und will gemeinsam mit den anderen Mitgliedern den Smart-Home-Markt weiter voranbringen.

Dass sich mit Orange ein weiterer großer Marktführer, der jährlich über 40 Milliarden Euro Umsatz generiert, für einen offenen Smart-Home-Standard entschieden hat, zeigt, wie sich die Zeiten geändert haben. Insellösungen gehören der Vergangenheit an. Und wie man in Deutschland sieht, kommt das Smart Home dadurch endlich aus seinem Nischen-Dasein. Schon in wenigen Jahren könnten Smart-Home-Produkte so alltäglich sein wie es Smartphones bereits sind.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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