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Linux-Desktop nach Maß (Seite 2)

13.09.2012 | 14:30 Uhr | David Wolski

Benutzerverwaltung: Der Gastzugang

Gastsitzung: Ubuntu bietet die eingeschränkte Nutzung des Systems über ein offenes Gastkonto an.
Vergrößern Gastsitzung: Ubuntu bietet die eingeschränkte Nutzung des Systems über ein offenes Gastkonto an.

Ubuntu bietet seit Version 11.04 einen neuen Gastzugang an, der auf dem Anmeldebildschirm als „Gastsitzung“ auftaucht. Er ermöglicht die Anmeldung ohne Passwort und bietet eine eingeschränkte Nutzung des Systems mit einem temporären Home-Verzeichnis. Wer die Gastsitzung loswerden möchte, sucht in den Systemeinstellungen vergeblich: Das Gastkonto taucht dort unter „Benutzer“ nicht auf.

Keine Gäste: Über die Konfigurationsdatei /etc/lightdm/lightdm.conf des Anmeldemanagers LightDM entfernen Sie die Gastsitzung vom Anmeldebildschirm.
Vergrößern Keine Gäste: Über die Konfigurationsdatei /etc/lightdm/lightdm.conf des Anmeldemanagers LightDM entfernen Sie die Gastsitzung vom Anmeldebildschirm.

TIPP Die Gastsitzung von Ubuntu basiert nicht auf einem normalen Benutzerkonto, sondern auf einer Funktion des Anmeldemanagers LightDM. Dieser übergibt die Anmeldeinformationen für ein temporäres Gastkonto an das System weiter, das dafür die Benutzer-ID 116 reserviert und mit strengen Einschränkungen belegt. Beispielsweise ist es nicht möglich, vom Gastkonto mit su in ein anderes Konto zu wechseln. Alle gespeicherten Dateien und Einstellungen werden zudem bei der Abmeldung wieder gelöscht, da es kein permanentes Home-Verzeichnis gibt.

Um dieses spezielle Gastkonto zu deaktivieren, bearbeiten Sie die Einstellungen von LightDM in der Konfigurationsdatei /etc/lightdm/lightdm.conf etwa mit dem Kommando gksu gedit/etc/lightdm/lightdm.conf. Im Texteditor fügen Sie am Ende die Zeile allow-guest=false ein. Ab dem nächsten Neustart ist die Gastsitzung verschwunden.


Precise Tweak: Versteckte Einstellungen

Precise Tweak: Ubuntu Tweak liegt für Precise Pangolin (Ubuntu 12.04) in neuer Version vor. Es bearbeitet zahlreiche versteckte Einstellungen von System und Desktop-Umgebung.
Vergrößern Precise Tweak: Ubuntu Tweak liegt für Precise Pangolin (Ubuntu 12.04) in neuer Version vor. Es bearbeitet zahlreiche versteckte Einstellungen von System und Desktop-Umgebung.

Ubuntu will mit dem Unity-Desktop möglichst einfach sein und bringt wenige Einstellungsmöglichkeiten für Interna mit. Viele Einstellungen von Ubuntu und des Unity-Desktops können Sie deshalb nur über die nackten Einstellungseditoren dconf-editor und gconf-editor ändern. Wer darauf keine Lust hat, bekommt mit einem grafischen Konfigurationsprogramm kräftige Unterstützung beim Anpassen des Desktops.

Zehn Linux-Distributionen im Vergleich

TIPP Unter dem Namen Ubuntu Tweak bietet der Entwickler Ding Zhou bereits seit Ubuntu 10.04 ein grafisches Konfigurations-Tool mit komfortablen Menüs für wichtige und populäre Optionen. Für jede neue Version von Ubuntu gibt es ein neues Ubuntu Tweak. Die momentan jüngste Version mit dem Namen Precise Tweak enthält viele Anpassungen speziell für Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin).

Die Installation: Da das Entwicklungsteam von Ubuntu dieses Konfigurations-Tool als potenziellen Risikofaktor einstuft, ist es nicht in den Standardpaketquellen enthalten. Sie müssen es daher manuell installieren, was aber in wenigen Schritten erledigt ist:

1. Gehen Sie auf die Projekt-Webseite . Dort klicken Sie auf das aktuelle Debian-Paket, um den Download einzuleiten.
2. Gehen Sie dann im Dateimanager ins Download-Verzeichnis, klicken Sie die heruntergeladene DEB-Datei an, und wählen Sie im Menü den Eintrag „Mit Ubuntu Software-Center öffnen“ aus. Damit starten Sie die Installation.
3. Danach finden Sie Ubuntu Tweak als neuen Eintrag in den Systemeinstellungen, die Sie in Unity über das Zahnrad-Symbol öffnen. Die Menüs sind alle weitgehend deutschsprachig.

Die Übersichtsseite zeigt zunächst allgemeine Informationen über den Rechner an. Desktop-Einstellungen wie Schriftart, Thema, Aussehen von Unity und Fensterverhalten können Sie über das Menü „Optimierungen“ ändern. Einige Menüs, die systemweite Einstellungen betreffen, müssen Sie erst durch die Eingabe des sudo-Passworts entsperren, beispielsweise die Einstellungen für die Optik des Anmeldebildschirms. Die Verwaltung von Paketquellen, Tastenkürzeln und Dateitypenzuordnung finden Sie im Menü „Systemverwalter“. Funktionen zum Aufräumen und Löschen temporärer Dateien hat der Entwickler unter „Hausmeister“ zusammengefasst. Sie können hier auch alte Kernels mit wenigen Klicks deinstallieren und damit das Bootmenü aufräumen. Beachten Sie, dass sich einige Einstellungen von Precise Tweak an fortgeschrittene Anwender wenden.

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