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Von Bios zu Uefi: So klappt der Umstieg problemlos

22.10.2019 | 08:01 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Die Unterschiede zwischen Bios- und Uefi-Modus sowie die dazugehörigen Partitionsstile MBR und GPT zu durchschauen, ist in der Tat nicht ganz einfach. Wir führen Sie durch den Begriffsdschungel und erläutern, wie Sie Ihren PC ganz schnell in den aktuellen Uefi-Betrieb mit neuen Möglichkeiten konvertieren.

Bis vor wenigen Jahren lief auf jedem PC das „Basic Input/Output System“ (Bios), das die Hardwarekomponenten initialisiert, die zum Booten des Betriebssystems erforderlich sind. Weil dieses Bios hinsichtlich Funktionen, technischen Beschränkungen und Bedienung jedoch zunehmend veraltete, musste ein Nachfolger her.

Vorangetrieben wurde dieses „Unified Extensible Firmware Interface“ – kurz Uefi – genannte System vor allem von Intel und Microsoft sowie von zwei Entwicklungen. Secure Boot sollte für mehr Sicherheit sorgen und nur digital signierte Bootloader zulassen, um das Laden von Schadcode schon vor dem Starten von Windows oder Linux zu verhindern.

Außerdem konnte das früher verbreitete Partitionsschema MBR (Master Boot Record) nur gut zwei TByte Festplattenspeicherplatz adressieren. Die ab 2010 erhältlichen 3-TByte-Datenträger mussten deshalb unter dem moderneren GPT-Partitionsstil (GUID Partition Table) laufen. Diesen aber verknüpfte Microsoft für Systemdatenträger zwingend mit dem neuen Uefi, das sich dann vor allem seit dem Start von Windows 8 mehr und mehr verbreitete.

Bios und Uefi: Die wichtigsten Funktionen enträtselt

Uefi setzt sich durch, Bios-Kompatibilitätsmodus existiert aber weiter 

Gegenüber dem früheren Bios vereinfacht das modernere Uefi die Parallelinstallation mehrerer Betriebssysteme, hier gezeigt am Beispiel mit drei Datenträgern.
Vergrößern Gegenüber dem früheren Bios vereinfacht das modernere Uefi die Parallelinstallation mehrerer Betriebssysteme, hier gezeigt am Beispiel mit drei Datenträgern.

Völlig verdrängt hat Uefi das bisherige Bios jedoch nicht, schließlich booten nach wie vor viele Rechner mit aktuellem Windows 10 weiter im bisherigen „Bios-Modus“. Das gilt insbesondere für viele Systeme, die im Laufe der Jahre von Windows 7 auf das aktuelle Betriebssystem upgedatet wurden. Denn anfangs hakte es bei Uefi noch an so vielen Stellen, dass die Rechnerhersteller damals vielfach den Legacy- oder CSM-Kompatibilitätsmodus für die Windows-Installation wählten.

Dieses „Compatibility Support Modul“ erlaubt eine Bios-Emulation, die weiterhin in fast allen aktuellen PCs und Boards steckt. Erst ab 2020 wollen die Hersteller nach und nach auf den CSM verzichten. Das dürfte auch deshalb kaum jemanden schmerzen, weil der Support für das betagte Windows 7 ohnehin Mitte Januar ausläuft.

Nun bietet das neuere Uefi beziehungsweise das unter Windows damit zwangsgekoppelte GPT-Partitionsschema der Bootplatte durchaus eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören die bereits erwähnte 2-TByte-Kapazitätserweiterung, Secure Boot, das Arbeiten mit mehr als vier primären Partitionen, die einfachere Parallelinstallation diverser Betriebssysteme, bequemere Firmware-Updates, das schnellere Aufrufen aus dem laufenden Windows-Betrieb und je nach Hersteller auch mehr Funktionen und Einstellungen. Aus diesen Gründen ist ein Wechsel vom Kompatibilitäts- in den echten Uefi-Betrieb durchaus vernünftig, gleichzeitig gibt es allerdings auch einiges zu beachten.

Zunächst sollten Sie kontrollieren, in welchem der beiden Modi Ihr Rechner überhaupt läuft. Unter Windows 10 tippen Sie dazu unten in die Such- und Ausführenzeile msinfo ein und schauen in der Systemübersicht der Info-App beim „Bios-Modus“ rechts nach, ob dort „Uefi“ oder „Vorgängerversion“ vermerkt ist.

Bei Windows 7 rufen Sie mit dem Befehl diskmgmt.msc in der Ausführenzeile des Startmenüs die Datenträgerverwaltung auf, in der Sie dann mit der rechten Maustaste auf den „Datenträger 0“, im Kontextmenü auf „Eigenschaften“ gefolgt vom Öffnen des Registers „Volumes“ klicken. „Master Boot Record (MBR)“ beim Partitionsstil steht dort für den Bios- beziehungsweise Kompatibilitätsmodus, „GUID-Partitionstabelle (GPT)“ für den Uefi-Betrieb.

Was für und was gegen den Wechsel der Betriebsart spricht 

Im Gegensatz zu Windows sieht das Bios/Uefi auf (fast) jedem Computer anders aus – das gilt auch für die CSM-Option: Im Beispiel oben steht sie im Menüeintrag „Bios“, im unteren Beispiel unter „Boot“.
Vergrößern Im Gegensatz zu Windows sieht das Bios/Uefi auf (fast) jedem Computer anders aus – das gilt auch für die CSM-Option: Im Beispiel oben steht sie im Menüeintrag „Bios“, im unteren Beispiel unter „Boot“.

Arbeitet Windows bei Ihnen im aktuellen Uefi-Betrieb, brauchen Sie ohnehin nichts zu ändern. In den allermeisten Fällen gilt das auch für den Bios-/CSM-Betrieb – schließlich läuft Ihr Computer ja ganz offensichtlich! Und zum Ändern nun einfach nur im Bios/Uefi den Schalter von „CSM“ auf „Uefi“ umzustellen, funktioniert wegen der Windows-Zwangskopplung von Bootmodus und Partitionsstil nicht. Wenn Sie aus einem der zuvor genannten Gründe auf Uefi und GPT umsteigen möchten oder gar müssen, müssen Sie also auch das Partitionsschema des Bootdatenträgers anpassen. Während auf einer MBR-partitionierten Festplatte der eigentlichen Windows-Partition in aller Regel nur ein kleiner Bereich für den Bootloader vorgelagert ist, sind es bei Windows 10 meist deren drei: Neben der „EFI System Partition“ (Dateisystem FAT32, exakt 100 MByte) sind dort zudem eine Wiederherstellungspartition (Windows Recovery, etwa 500 MByte) sowie eine nicht verwendete „reservierte“ Partition zu finden.

Beim Upgrade von Windows 7 auf 10 sowie bei Rechnern mit vorinstalliertem Windows (OEM) können noch weitere Partitionen hinzukommen.

Ein Wechsel sollte deshalb gut vorbereitet sein, andererseits stellt Microsoft dazu ein spezielles Tool zur Verfügung, das alles Wesentliche automatisch und im Allgemeinen auch zuverlässig erledigt. Sicherheitshalber sollten Sie vor einem Umstieg dennoch Ihre persönlichen Daten und das gesamtes Windows-System als Image speichern. Beides erledigen Sie mit Aomei Backupper , unser Online-Workshop erläutert alle Details . Zu empfehlen ist die Konvertierung übrigens nur bei den verbreiteten 64-Bit-Installationen, was Sie auf Ihrem Computer mit der Tastenkombination Windows-Pause überprüfen.

Uefi und Bios: So lösen Sie typische Probleme

So steigen Sie schnell mit dem Microsoft-Tool MBR2GPT um 

Typisches Partitionierungsmuster von Windows 10 auf einem GPT-Datenträger: Wiederherstellungs-, EFI-System-, reservierte, Windows- und optionale Datenpartition.
Vergrößern Typisches Partitionierungsmuster von Windows 10 auf einem GPT-Datenträger: Wiederherstellungs-, EFI-System-, reservierte, Windows- und optionale Datenpartition.

Zum Wechseln vom Bios- auf den Uefi-Betrieb nutzen Sie das in Windows 10 integrierte Dienstprogramm MBR2GPT.EXE. Dieses konvertiert einen MBR-Datenträger in den GPT-Partitionsstil, ohne dass dabei Ihre Daten verloren gehen. Zunächst aber überprüfen Sie, ob sich die betreffende Festplatte samt Einstellungen überhaupt konvertieren lässt.

Dazu booten Sie Windows aus dem laufenden Betrieb mit erweiterten Startoptionen neu, indem Sie die Shift-Taste gedrückt halten, während Sie auf „Neu starten“ klicken. Nach dem Reboot klicken Sie auf „Problembehandlung –› Erweiterte Optionen –› Eingabeaufforderung“, bestätigen Ihre Windows-Installation und tippen gegebenenfalls das Kennwort ein. Nun erscheint die klassische Eingabeaufforderung, in der Sie 

mbr2gpt /validate 

eintippen und mit der Enter-Taste bestätigen.

Lautet die letzte Zeile der Prüfung „Validation completed successfully“, hat der Datenträger die Prüfung bestanden. Falls nicht, schalten Sie bitte den PC wieder aus und legen bis auf den zu konvertierenden MBR-Datenträger alle anderen lahm, indem Sie diese falls möglich im Bios/Uefi deaktivieren oder ihre Kabel abziehen. Danach starten Sie einen neuen Validierungsversuch. Fällt der Datenträger erneut durch, raten wir dazu, Windows besser direkt im GPT-Modus neu zu installieren. Die Details dazu lesen Sie im Kasten unten.

„Validation completed successfully“: Prüfung wurde also erfolgreich bestanden, damit steht der Konvertierung des Datenträgers vom MBR- in den GPT-Partitionsstil nichts mehr entgegen.
Vergrößern „Validation completed successfully“: Prüfung wurde also erfolgreich bestanden, damit steht der Konvertierung des Datenträgers vom MBR- in den GPT-Partitionsstil nichts mehr entgegen.

Hat Ihr Datenträger die Prüfung bestanden, starten Sie die Konvertierung mit dem Befehl 

mbr2gpt /convert /allowfullos 

und Drücken der Enter-Taste – in unserem Testszenario mit einer 256-GByte-SSD dauerte der Prozess nicht einmal 60 Sekunden. Abschließend bleibt nur noch, den Startmodus im Bios/Uefi von „CSM-/Legacy“ auf echtes „Uefi“ umzustellen. Welche Taste Sie bei Ihrem Rechner zum Aufrufen des Bios/ Uefi drücken müssen und wo genau Sie in der Benutzeroberfläche die Einstellung finden, sehen Sie bitte beim PC- beziehungsweise Mainboardhersteller nach. Häufig finden Sie die Option zum Umstellen zwischen „CSM“ (oder „Legacy“) und „Uefi“ unter „Boot Options“. Die weitere Benennung und die Einstelloptionen unterscheiden sich jedoch von System zu System. Nach der Umstellung drücken Sie zum Speichern die Taste F10 und bestätigen mit „Yes“, Rechner startet nun im neuen Modus und bietet die eingangs beschriebenen erweiterten Möglichkeiten. 

Die Themen in Tech-up Weekly #167:

►Intel räumt Verlust von Marktanteilen an AMD ein: www.pcwelt.de/news/Intel-raeumt-Verlust-von-Marktanteilen-an-AMD-ein-10664087.html

► K2-18b: Forscher entdecken Exoplanet, auf dem Leben möglich ist: www.pcwelt.de/news/K2-18b-Forscher-entdecken-Exoplanet-auf-dem-Leben-moeglich-ist-10665304.html

Quick-News:

► iPhone 11 (Pro, Max), Apple Watch Series 5, iPad 7: Highlights der Keynote (mit Video): www.pcwelt.de/news/Apple-Special-Event-2019-Der-Live-Ticker-der-Macwelt-10663279.html

► Geheime Botschaft von Apple in neuem Video: www.macwelt.de/news/Geheime-Botschaft-von-Apple-in-neuem-Video-10664901.html

► Umweltbelastung durch Rechenzentren nimmt zu: www.pcwelt.de/news/Umweltbelastung-durch-Rechenzentren-nimmt-zu-10665078.html

► Google kündigt eigene Spiele-Flatrate "Play Pass" an: www.pcwelt.de/news/Google-kuendigt-eigene-Spiele-Flatrate-Play-Pass-an-10664702.html

► Große Kartell-Untersuchung gegen Google gestartet: www.pcwelt.de/news/Grosse-Kartell-Untersuchung-gegen-Google-gestartet-10663885.html

► Paypal bietet Ratenzahlung an: www.pcwelt.de/news/Paypal-bietet-Ratenzahlung-an-10663749.html

Fail der Woche:

► Kreditkartenbetrüger merkte sich 1.300 Kartennummern - und wird erwischt: www.pcwelt.de/news/Kreditkartenbetrueger-merkte-sich-1.300-Kartennummern-10663964.html

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