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Der komplizierte Weg zum Anwender

03.07.2002 | 15:11 Uhr | Markus Pilzweger

Sollten die Studios ihre Pläne tatsächlich durchführen, ist mit einem Aufschrei der Entrüstung innerhalb der Fangemeinde zu rechnen. Zudem befürchtet AOL, dass im Falle von Klagen auch eigene AOL-Mitglieder betroffen sein könnten.

Neben diesen Problemen muss auch die Frage geklärt werden, wie die Musikstudios überhaupt an die Anwender herankommen möchten. Ein Weg könnte über Dritt-Unternehmen führen, die gezielt nach Copyright-Verstößen im Internet fahnden. Die so gewonnenen IP-Adressen helfen aber auch nicht wirklich weiter.

Um über die IP-Adresse die Identität des Nutzers herauszufinden, müssten die Studios eine Anfrage an die jeweiligen Internet-Service-Provider (ISP) stellen. Allerdings ist nicht zwingend geregelt, wie lange ISPs die Log-Dateien ihrer Nutzer aufbewahren müssen, die Anfrage könnte somit ins Leere laufen.

Doch selbst wenn zweifelsfrei die Identität des Nutzers festgestellt werden kann, wäre immer noch nicht bewiesen, dass diese Person auch tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Rechner saß und kein Dritter.

Die Musikindustrie ist derzeit verzweifelt auf der Suche nach einem Lösungsmittel, um ihre stetig dahinschwindenden Verkaufszahlen wieder nach oben zu drücken. Im Jahr 2001 musste der Musikmarkt einen Rückgang um fünf Prozent hinnehmen, erste Prognosen für dieses Jahr sind auch nicht gerade positiv.

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