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Der Fall bei Amazon

24.04.2003 | 09:08 Uhr |

Anders liegt der Fall bei Amazon: Verschiedene Verbraucherschützergruppen - unter ihnen das Electronic Privacy Information Center (Epic) - beklagen, dass der Online-Versandhändler in einem Bereich seines Online-Auftritts gezielt Kinder unter 13 Jahren anspreche. Diese würden ermutigt, persönliche Angaben zu machen, die zudem von anderen Surfern gelesen werden könnten. Es gebe, so der weitere Vorwurf, keine von Amazon bereitgestellten Kontrollfunktionen für Eltern, solcherlei Informationsfluß ihrer Kinder an das Unternehmen zu unterbinden. Insofern verstosse Amazon gegen eine Gesetzgebung aus dem Jahr 1998. In dem Children's Online Privacy Protection Act (Coppa) sei klar festgelegt, Websites müssten so gehalten sein, dass Jugendliche bis zu einem bestimmten Alter nicht dazu "verführt" werden, im Internet Angaben zu ihrer Person zu machen wie etwa Name, Adresse, Alter etc.

Amazon-Sprecher Bill Curry sagte zu den Anschuldigungen, die Coppa-Rechtsprechung treffe nicht auf Amazon zu, weil sein Unternehmen sich mit seinen Online-Angeboten ausschließlich an erwachsene Kreditkarteninhaber wende. Curry bestritt, dass bestimmte Sektionen von Amazon durch ihre Anmutung direkt auf Kinder ausgerichtet seien.

Dem widersprach der Rechtsbeistand von Epic, Chris Hoofnagle. "Sowohl von der farblichen Gestaltung als auch von der Schriftart, die Amazon in seiner Spielzeugsektion nutzt, ist klar, dass das Unternehmen direkt Kinder ansprechen will." In der Beschwerde gegen Amazon wird allerdings nicht behauptet, dass durch Amazons Web-Auftritt jemals ein Kind irgend einen - auch materiellen - Schaden erlitten habe.

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