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Datenzugriff

09.06.2008 | 12:23 Uhr |

Mitarbeiter, die beruflich darauf angewiesen sind, unterwegs schnell auf Daten und Anwendungen zuzugreifen, können indes auf ein Smartphone nur schwer verzichten. Für ihre Anforderungen ist ein Notebook zu sperrig, ein einfaches Handy wiederum zu schwach auf der Brust, die jeweilige Hard- und Software dafür schlichtweg nicht geeignet. Wichtig ist es für das Unternehmen, die Gerätevielfalt einzuschränken, da die Pflege von Anwendungen auf mehreren Plattformen die Betriebskosten, etwa für Support, merklich in die Höhe treibt. Dabei sollte die IT-Abteilung jedoch den vom Beratungsunternehmen Gartner beschworenen Trend zur "Konsumerisierung der IT" ernst nehmen, also dem Nutzer eine - wenn auch eingeschränkte - Auswahlmöglichkeit gewähren und die mobilen Arbeitsgeräte auf ihre Usability testen.

Schließt das Unternehmen dann noch sämtliche Verträge bei einem gemeinsamen Mobilfunkanbieter ab, passt die Tarife für Telefonie und Datenübertragung den Nutzerprofilen an und überprüft sie regelmäßig (beziehungsweise beauftragt damit einen Dienstleister), ist schon viel gewonnen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine Reihe von Speziallösungen, um zusätzliche Einsparungen herauszuholen. Dazu zählen beispielsweise die GSM-Gateways. Dabei handelt es sich um Mobilfunkadapter mit einer oder mehreren SIM-Karten, die sich nach außen wie ein Handy verhalten und intern an die TK-Anlage angeschlossen werden. Unternehmen vermeiden damit teure netzübergreifende Telefonate, etwa vom Fest- ins Mobilfunknetz und umgekehrt, da sämtliche Anrufe über die PBX abgewickelt werden. Je nach Vertrag kosten die somit netzintern geführten Gespräche nur noch drei bis fünf Cent je Minute oder sind umsonst - verglichen mit den ansonsten aufgerufenen 15 bis 17 Cent je Einheit.

GSM-Gateways werden häufig auch im Rahmen einer Unified-Communications- oder Fixed-Mobile-Convergence-Lösung (FMC) zusammen mit einer IP-basierenden oder Hybrid-TK-Anlage verwendet und erlauben so auch günstige internationale Telefonate via VoIP. Andersherum kann ein Mitarbeiter im Ausland eine nationale SIM-Karte verwenden, um über die dortige Filiale zu telefonieren, und bleibt dank des One-Number-Konzepts unter seiner Festnetznummer erreichbar. Peter Cappeletti, Vertriebsleiter beim GSM-Gateway-Hersteller Comsat, weist darauf hin, dass sich solche FMC-Lösungen, wie sie von Herstellern wie Avaya oder Siemens Enterprise Communications angeboten werden, auch kostengünstig im Kleinformat realisieren ließen - mit einer ISDN-Anlage, einfachen Handys und einem GSM-Gateway. Eine entsprechende Zwei-Kanal-Lösung, die es bereits ab 200 Euro gebe, mache das Mobiltelefon zur Nebenstelle. Gleichzeitig würden Grundfunktionen wie Rückvermittlung oder Makeln bereits die Bedürfnisse der meisten mittelständischen Unternehmen decken. "Konferenzschaltungen mit mehr als drei Teilnehmern - wer macht das schon", so Cappeletti. Und einen entgegengenommenen Anruf könne man auch mit einem einfachen Mobiltelefon über DTMS-Töne und Tastaturwahl weiterleiten. "Dafür braucht man kein Symbian-Smartphone, das macht die Sache unnötig teuer", erklärt der Comsat-Manager.

Was die Preis-Nutzen-Frage angeht, verspricht Cappeletti, dass sich die Einmalinvestition von 200 Euro in ein GSM-Gateway bei 70 bis 90 Prozent Kostenersparnis meist schon nach sechs Monaten amortisiert hat. Im Ausland ließen sich die Telefongebühren über eine Call-Back-Funktion immerhin um 40 Prozent reduzieren. Der Comsat-Manager bezieht sich dabei jedoch vorwiegend auf kleine bis mittelgroße Firmen. So können große Unternehmen mit dem Carrier ihrer Wahl spezielle Sonderkonditionen für Festnetz- oder Auslandstelefonate aushandeln. Abhängig von der Anzahl der Mobilfunkverträge sind mitunter Aufschläge für das Roaming im europäischen Ausland kein Thema mehr.

Der menschliche Faktor
Den Schlüssel zu den vielleicht größten Einsparungen haben die mobilen Mitarbeiter selbst in der Hand, zumindest was die anfallenden Gesprächsgebühren betrifft. Dabei ist der mahnende Zeigefinger oder die vierteljährliche Erinnerungs-Mail aus der Chefetage nicht unbedingt der beste Weg, die Außendienstler zu einer ökonomischen Handy-Nutzung anzuhalten. Mehr Erfolg haben Incentives, etwa eine Prämie für die Mitarbeiter, deren Telefonrechnung im Vergleich zum Vormonat oder Vorjahr am stärksten gesunken ist.

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