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Typische USB-Stick-Probleme lösen - so geht's

22.07.2019 | 08:01 Uhr |

Ihr USB-Stick wird vom PC nicht erkannt? Wir verraten Ihnen, wie Sie diese und weitere typische Probleme mit mobilen Datenträgern lösen.

Die meisten Probleme verursachen USB-Geräte beim Anschluss an den PC. Dabei soll es doch so einfach sein: Nach dem Anstecken des USB-Geräts wird dieses von Windows erkannt und mit dem passenden Treiber im System eingerichtet. Findet Windows keinen Treiber, markiert der Geräte-Manager das Gerät mit einem Ausrufezeichen oder zeigt eine Fehlerbeschreibung. Dann sollten Sie auf der Herstellerwebsite nach Treibern suchen. Kennen Sie den Hersteller jedoch nicht, da Sie kein Handbuch mehr haben oder der Name nicht auf dem Gerät steht, kann der Geräte-Manager weiterhelfen: Gehen Sie zu „Details“ und wählen Sie „Hardware-IDs“ aus. Geben Sie danach die Ziffern-Buchstaben-Kombination, die dort steht, unter http://pcidatabase.com ein. Die Website kann den Herstellernamen enträtseln.

Erkennt Windows das Gerät überhaupt nicht, so kann der Fehler am Kabel oder an der Buchse liegen. Verwenden Sie zum Anschließen ein anderes, möglichst kurzes USB-Kabel. Wird das USB-Gerät an einer Buchse nicht erkannt, stecken Sie es in eine andere ein. Haben Sie nur einen USB-Port, testen Sie, ob dieser stabil und wackelfrei im Gehäuse sitzt und ob die Kunststoffzungen in der Buchse gerade liegen.

Macht eine externe Festplatte Probleme, liefert der USB-Anschluss möglicherweise zu wenig Strom. Über USB 2.0 bekommt ein USB-Gerät maximal 500 Milliampere (mA) – das kann besonders beim Hochdrehen der Platte zu wenig sein. Hier hilft es, die Platte per Y-Kabel an zwei USB-Ports anzuschließen oder sie mit einem externen Netzteil zu verbinden.

Siehe auch: Die besten USB-Tipps und -Tools

USB-Geräteliste überprüfen

Mit USB-Deview zeigen Sie USB-Geräte an, die aktuell an Ihrem Computer angeschlossen sind oder irgendwann zuvor damit verbunden waren. Über das Kontextmenü entfernen Sie Einträge.
Vergrößern Mit USB-Deview zeigen Sie USB-Geräte an, die aktuell an Ihrem Computer angeschlossen sind oder irgendwann zuvor damit verbunden waren. Über das Kontextmenü entfernen Sie Einträge.

Mit dem Tool USB Deview lassen Sie sich sämtliche Geräte anzeigen, die mit Ihrem Computer verbunden waren. Nach dem Start sehen Sie dann alle derzeit und früher angeschlossenen USB-Geräte: Die aktiven Geräte sind grün markiert. Um einen möglicherweise problematischen Treiber aus dem System zu entfernen, markieren Sie nacheinander die entsprechenden Einträge mit Mausklicks bei gedrückter Strg-Taste. Wählen Sie im nächsten Schritt „File -> Uninstall Selected Devices“.

Alternativ zeigt der USB Device Tree Viewer alle verfügbaren USB-Ports in einem PC an. Wie schnell ein USB-Gerät an einem bestimmten Anschluss arbeiten kann, zeigt Ihnen das Tool im Fenster auf der rechten Seite unter „Connection Information -> Device Bus Speed“. „Super-Speed“ ist das Tempo von USB 3.0, „High-Speed“ bedeutet USB-2.0-Tempo, „Full-Speed“ steht für USB 1.1. Das maximale Tempo hängt natürlich von der möglichen Geschwindigkeit des Anschlusses und des USB-Geräts ab: So zeigt „Super-Speed“ beispielsweise eine USB-3.0-Festplatte nur an einem USB-3.0-Anschluss. Ist die Festplatte mit einem USB-2.0-Port verbunden, sehen Sie nur „High-Speed“.

Im Abschnitt „Device Descriptor“ steht in der Zeile „idVendor“ der Name des Herstellers. Das hilft Ihnen zum Beispiel weiter, wenn Sie einen aktuellen Treiber für das USB-Gerät suchen.

Eine weitere interessante Information, die bei der Fehlersuche helfen kann, steht unter „Device Information“ in der Zeile „Power State“. Hier hält USB Device Tree Viewer fest, ob das Gerät aktiv ist (D0) oder ob es sich in einem Schlafzustand befindet (D1, D2, D3). Weiter unten finden Sie in dem Abschnitt „Configuration Descriptor“ die maximale Leistungsaufnahme, für die das USB-Gerät ausgelegt ist. Sie steht in der Zeile „MaxPower“.

Relevant: USB-Stick mit 2 Terabyte Speicherkapazität

Fehler-Check bei USB-Festplatten

Zu allen erkannten USB-Komponenten von Host-Controllern über Hubs bis hin zu den Endgeräten liefert USB Device Tree Viewer viele Details wie Geschwindigkeit oder maximale Stromaufnahme.
Vergrößern Zu allen erkannten USB-Komponenten von Host-Controllern über Hubs bis hin zu den Endgeräten liefert USB Device Tree Viewer viele Details wie Geschwindigkeit oder maximale Stromaufnahme.

Will Windows jedes Mal, wenn Sie Ihre USB-Festplatte an den Rechner anschließen, den Datenträger überprüfen und reparieren? Dann ist das Betriebssystem der Meinung, dass ein fehlerhaftes Dateisystem vorliegt. Dies kann passieren, wenn Sie die Platte vom Rechner abziehen, bevor ein Schreib-oder Lesevorgang beendet wurde. Aus diesem Grund setzt das Betriebssystem dann das sogenannte Dirty Bit, das beim Einstecken die Fehlermeldung und die Reparatur auslöst.

Führen Sie die Datenträgerüberprüfung erneut durch, doch aktivieren Sie dieses Mal auch die zweite Option „Fehlerhafte Sektoren suchen/wiederherstellen“. Je größer die Festplatte ist, desto länger dauert die Überprüfung. Im Folgenden ist es empfehlenswert, die Festplatte zu defragmentieren – über einen Rechtsklick auf die Festplatte und „Eigenschaften -> Tools -> Jetzt defragmentieren“.

Danach prüfen Sie über die Kommandozeile, ob auf der externen Festplatte immer noch das Dirty Bit gesetzt ist. Rufen Sie hierzu die Kommandozeile mit Administratorrechten auf und tippen Sie den Befehl

fsutil dirty query x:

ein. Ersetzen Sie hierbei „x“ durch den Laufwerksbuchstaben der externen Festplatte. Erscheint als Ergebnis „Volume ist NICHT fehlerhaft“, so haben Sie das Problem gelöst. Meldet Windows die Festplatte jedoch weiterhin als fehlerhaft, können Sie ein Reparaturtool des Herstellers ausprobieren, etwa von Seagate die Seatools und von Western Digital das Programm Data Lifeguard Diagnostics . Wählen Sie bei diesen Tools jeweils den langen oder erweiterten Test.

Nun sollten Sie auf jeden Fall Ihre Dateien von der Festplatte sichern, wenn Sie immer noch keinen Erfolg haben und Windows die Platte zudem weiterhin fehlerverdächtig findet. Denn jetzt steht ebenfalls der Verdacht eines Hardwarefehlers im Raum. Nach dem Backup können Sie die Festplatte formatieren und überprüfen, ob der Fehler im weiteren Einsatz erneut auftaucht. Tut er das, ist es empfehlenswert, die Platte nicht mehr zu nutzen.

Eine am PC angeschlossene USB-3.0-Festplatte ist zu langsam

Es genügt nicht, wenn der Computer über USB-Ports mit Version 3.0 verfügt. Damit der Datentransfer darüber mit der entsprechenden Geschwindigkeit abläuft, muss der dazugehörige USB-3.0-Controller im Chipsatz respektive auf der Hauptplatine aktiviert sein. Bei einigen Platinen müssen Sie ins Bios-Setup, um dies zu überprüfen. Ein USB-3.0-Controller arbeitet mit dem Standard Extensible Host Controller Interface (xHCI). Aus diesem Grund darf eine Einstellung wie „xHCI Modus“ im Bios-Setup nicht auf „Disabled“ stehen.

Wenn die Einstellung im Bios-Setup passt, das Festplattentempo aber nicht steigt, so liegt es am Treiber. Starten Sie den bereits oben erwähnten  Device Tree Viewer : Zeigt das Tool, dass die externe Festplatte mit einem Port verbunden ist, der in der linken Spalte unter einem EHCI-Controller steht, arbeitet die Platte nur mit USB 2.0. Installieren Sie daher aktuelle Treiber für den USB-3.0-Controller: Meist sind sie in den Chipsatztreiber integriert. Deshalb finden Sie die passenden Treiber beim Hersteller der Hauptplatine oder des Chipsatzes, also beispielsweise Intel oder AMD. Nach einem Neustart des Systems sollte der xHCI-Controller arbeiten: USB Device Tree Viewer zeigt jetzt an, dass die Festplatte an einem Port hängt, den der xHCI-Controller verwaltet.

USB Typ-C nachrüsten

Sind PC oder Notebook nicht mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet, müssen Anwender bei Bedarf selbst nachrüsten. Kompliziert ist das nicht, da es inzwischen eine ganze Reihe von Kabeln und Adaptern gibt. Dabei werden alle denkbaren Varianten abgedeckt, darunter USB-C auf USB-A und USB-C auf Micro-USB. Die Preise für solche Kabel und Adapter, etwa von Anker  oder Maxhood, beginnen schon bei unter zehn Euro. 

Alternativ dazu lassen sich Desktop-PCs aber auch mit speziellen Steckkarten fit für USB-C machen. Dem Nachteil des Einbaus steht ein großer Vorteil gegenüber: Im Normalfall liefern solche Steckkarten deutlich höhere Übertragungsraten als Adapter. Das PCIe-Modell I-Tec PCE2U31AC  ist schon für rund 20 Euro zu haben und verfügt über einen USB-C-3.1- und einen USB-A-3.1-Anschluss. M-Cab  bietet eine Steckkarte mit zwei USB-C-Ports für rund 30 Euro an. Der Einbau ist nicht kompliziert: Gehäuse öffnen, Steckkarte in einen freien PCIe-Slot stecken, Treiber installieren und Gehäuse schließen.

Das Smartphone wird nicht vom PC am USB-Port erkannt 

In diesem Fall sollten Sie das Smartphone vom USB-Kabel entfernen und es ausschalten. Stecken Sie nachfolgend das Smartphone wieder an das Kabel und schalten Sie es ein – nun sollte Windows es erkennen und den passenden Treiber installieren. Wird Ihr Smartphone weiterhin nicht erkannt, liegt möglicherweise ein Treiberkonflikt vor. Löschen Sie deshalb die vom PC gespeicherten USB-Einträge aller jemals an den Computer angeschlossenen Geräte. Für die Anzeige aller Geräte geben Sie in der Kommandozeile den Befehl 

set devmgr_show_nonpresent_devices=1 

ein und bestätigen mithilfe der Eingabetaste.

Im Geräte-Manager von Windows setzen Sie dann einen Haken bei „Ausgeblendete Geräte anzeigen“. Tippen Sie daraufhin auf den Punkt „USB-Controller“, suchen Sie nunmehr den USB-Eintrag Ihres Smartphones und löschen Sie diesen. Starten Sie den Computer neu und schließen Sie das Handy wieder per USB an den PC an. Der Windows Updater sollte jetzt die Treiber automatisch bei bestehender Internetverbindung suchen und installieren.

Bei älteren Smartphones und Windows 7 kann tatsächlich der passende Treiber fehlen. Suchen Sie in diesem Fall auf der Webseite des Herstellers nach einem Windows-USB-Treiber für das Smartphone.

Rechner bootet nicht vom USB-Stick

Sie haben sich einen bootfähigen USB-Stick mit Windows oder einem Linux gebastelt. Das neue Betriebssystem möchten Sie auf Ihrem älteren PC oder Notebook installieren, das noch mit einem Standard-Bios und nicht mit einem Uefi-Bios arbeitet. Die Bootreihenfolge haben Sie entsprechend geändert – es klappt jedoch trotzdem nicht. Deshalb sollten Sie auch andere Bios-Einstellungen verändern.

Wenn der USB-Stick im Bios-Setup als bootfähiges Medium auftaucht, hat das System ihn erkannt. Anstatt die Bootreihenfolge im Bios zu ändern, können Sie auch das Bootmenü direkt nach dem Rechnerstart aufrufen – sofern Ihr Rechner-Bios eines anbietet. Oft erreichen Sie es über die Tasten F12, F10 oder Esc: Im Handbuch zum PC oder zur Hauptplatine sollte die korrekte Taste stehen. Haben Sie das Bootmenü gestartet, wählen Sie den USB-Stick über die Pfeiltasten aus, damit das System davon bootet. Falls das Booten von USB immer noch nicht funktioniert, sollten Sie andere Fehlerquellen ausschließen: Der USB-Stick sollte direkt am PC angeschlossen sein, nicht über einen USB-Hub. Am besten entfernen Sie alle anderen USB-Geräte, die am Rechner hängen – hierzu gehören andere USB-Sticks, Festplatten oder Speicherkartenleser. Einige Hersteller empfehlen auch, eine weitere Bios-Einstellung zu ändern: Für das Booten vom USB-Stick sollte die Option „Legacy USB Support“ aktiviert sein. Sie finden diese zumeist im Bios-Setup im Menü „Advanced“. Wählen Sie nachfolgend die Option mit den Pfeiltasten aus, klicken Sie darauf und wählen Sie „Enabled“. Im letzten Schritt schalten Sie den schnellen Bootvorgang ab: Die entsprechende Option im Bios-Setup heißt „Fast Boot“, „Fast Bios Mode“ oder „Quick Boot“. Sie sollte auf „Disabled“ stehen.

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