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Datenschutz bei Facebook

Läuten soziale Netzwerke das Ende der Privatsphäre ein? Viele ehemalige Facebook-Nutzer, die vor kurzem ihre Benutzerkonten aufgrund der Datenschutz-Änderungen gelöscht haben, sehen das so. Mit etwa 450 Millionen Nutzern sagen viele, dass Facebook das Vorbild für andere sozialen Netzwerke und deren Datenschutzbestimmungen ist.

Gespräche mit Freunden und das Tauschen der letzten Urlaubsbilder haben viele Facebook-Nutzer in den Bann gezogen oder gar süchtig danach gemacht. Über die letzten Jahre konnten aufmerksame Nutzer jedoch bemerken, dass eine immer größere Interessengruppe an immer mehr Informationen von Facebook gelangt: Die Marketing-Fachleute. Im Mai hat Facebook nun wieder neue Richtlinien eingeführt, welche die Nutzerdaten nun einem noch größeren Marketing-Kreis verfügbar macht.

Eine dieser Änderungen besagt, dass ausgewählte Facebook-Partnerwebseiten die Nutzerdaten bei Facebook dazu verwenden können, Webseiten auf die Kunden zuzuschneiden. Sofern Sie den Instant Personalization Service aktiviert haben, werden Ihre Facebook-Informationen für die Partnerseite komplett einsehbar, sobald Sie die Partnerwebseite aufrufen. Unter den Partnerseiten befinden sich Microsofts Docs.com, Pandora und Yelp. Als der Dienst im April eingeführt wurde hat Facebook den Dienst automatisch "aktiviert". Dank eines Aufschreis der Community hat Facebook diese Standardeinstellung nicht beibehalten können, sodass Instant Personalization für jeden Nutzer nun optional ist.

Facebooks Vorstellungen den Datenschutz auszuhebeln sind schon einmal im Jahr 2007 gescheitert. Mit Beacon sollten die Aktivitäten der Facebook-Nutzer auf 44 Partnerseiten aufgezeichnet und an das Facebook-Freundesnetzwerk weitergeleitet werden. Viele Nutzer haben dagegen erfolgreich mit dem Hinweis auf Datenschutzprobleme protestiert. Facebook CEO Mark Zuckerberg gab umgehend eine Entschuldigung ab und implementierte Beacon als optionale Funktion.

"Facebook untergräbt nach und nach die Facebook Privatsphären-Einstellungen der Nutzer", sagt Marc Rotenberg, Direktor des Electronic Privacy Information Centers (EPIC). Anfang Mai haben EPIC und 14 weitere Verbraucherschutz-Organisationen eine Beschwerde gegen Facebook bei der US-Amerikanischen Kartellbehörde eingereicht. In der Beschwerde wird Facebook vorgeworfen unfaire und undurchsichtige Geschäftspraktiken anzuwenden um vorher privatisierte Nutzerdaten anderen Parteien zugänglich zu machen.

Ende Mai hat Facebook allerdings auf die wachsende Kritik am mangelhaften oder zumindest komplexen Datenschutz reagiert und die Einstellmöglichkeiten verbessert:

Facebook vereinfacht Datenschutz-Optionen

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