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Datenschutz: In Windows 10 Privatsphäre schützen

26.03.2017 | 17:09 Uhr |

Die Kritik an der Preisgabe persönlicher Daten durch Windows 10 reißt nicht ab. Wir helfen hier bei den optimalen Schutzeinstellungen und überprüfen, wie Microsoft den Datenschutz bei seinen regelmäßigen Updates handhabt.

Microsoft hat sich mit Windows 10 nicht den besten Ruf erarbeitet, wenn es um optimalen Datenschutz geht. Wir zeigen, wie Sie Ihre Privatsphäre in Windows 10 deutlich verbessern und welche Tools für den optimalen Datenschutz nötig sind.

So können Sie zum Beispiel mit dem Tool Ashampoo Antispy for Windows 10 https://www.pcwelt.de/a/ashampoo-antispy-for-windows-10,3451278 den Datensammeleifer von Windows 10 deutlich reduzieren. Praktische Programme wie Shutup10 https://www.pcwelt.de/downloads/Anti-Spy-Windows-10-O-O-ShutUp10-9784620.html helfen ebenfalls dabei den Datenschutz zu verbessern.

Datenschutz mit Bordmitteln einstellen

Erste Anlaufstelle für mehr Datenschutz in Windows 10 ist in der Einstellungs-App von Windows 10 der Bereich „Datenschutz“. Mit Windows 10 Version 1803 hat Microsoft an dieser Stelle, aber auch in anderen Bereichen von Windows 10 weitere Möglichkeiten integriert, um den Datenschutz zumindest etwas zu verbessern.

Der Datenschutz in Windows 10 kann in der Einstellungs-App verbessert werden.
Vergrößern Der Datenschutz in Windows 10 kann in der Einstellungs-App verbessert werden.

Neue Funktionen in Windows 10 Version 1803

In der Einstellungs-App von Windows 10 Version 1803 stehen über „Datenschutz“ die neuen Menüpunkte „Dokumente“, „Bilder“, „Kamera“ und „Dateisystem“ zur Verfügung. Hierüber können Sie festlegen, welche Apps und Betriebssystemkomponenten Zugriff auf diese Funktionen und Daten in Windows 10 erhalten sollen.

Über „Dokumente“, „Bilder“ und „Videos“ können Sie steuern, ob Apps aus dem Microsoft Store generell Zugriff auf die Dokumentenbibliothek erhalten sollen. Darüber hinaus kann ausgewählt werden, welche Apps Zugriff bekommen sollen.

Der Zugriff auf die Daten in der Dokumentenbibliothek kann durch Anwender gesteuert werden.
Vergrößern Der Zugriff auf die Daten in der Dokumentenbibliothek kann durch Anwender gesteuert werden.

Die Einstellungs-App bietet darüber hinaus für alle Ablageorte eigene Einstellungen. Sie können dadurch steuern, welche Apps Zugriffe auf Dokumente, Bilder und Videos erhalten. Die gleichen Einstellungen gelten für das komplette Dateisystem. Hierzu steht der Menüpunkt „Dateisystem“ zur Verfügung.

Timeline - Aktivitäten aus der Vergangenheit wiederherstellen

Mit Windows 10 Version 1803 führt Microsoft die Timeline ein.  Dabei handelt es sich um eine Funktion, die Aktivitäten und Aktionen in Dateien bis zu 30 Tage zurück wiederherstellen kann. Die Timeline wird über das Icon in der Taskbar aufgerufen oder mit der Tastenkombination „Windows-Taste+Tab“.

Mit der neuen Technik in Windows 10 Version 1803 lassen sich Dateien und deren Daten wiederherstellen, geöffnete Programme anzeigen, Internetseiten aufrufen und Aktivitäten aus der Vergangenheit wiederherstellen. Microsoft hat in der Einstellungs-Apps im Bereich „Datenschutz“ bei „Aktivitätsverlauf“ die Funktionen integriert, die Timeline zu löschen und Einstellungen bezüglich der Timeline vorzugeben.

Anpassen der Timeline in Windows 10 Version 1803
Vergrößern Anpassen der Timeline in Windows 10 Version 1803

Datenschutz in Windows 10 Enterprise mit Richtlinien verbessern

Die Einstellung „Computerkonfiguration / Richtlinien / Administrative Vorlagen / Windows-Komponenten / Position und Sensoren / Windows-Positionssuche“ kann den Datenschutz verbessern, wenn Sie im Unternehmen mobile Rechner mit Windows 10 nutzen.
In aktuellen Versionen von Windows 10 lassen sich Datenübertragungen der integrierten Windows-Spiele steuern. Dazu steht die Einstellung „Computerkonfiguration / Richtlinien / Administrative Vorlagen / Windows-Komponenten / Windows-Spielaufzeichnung und -übertragung“ zur Verfügung. Eine weitere wichtige Einstellung für besseren Datenschutz ist das Aktivieren der Einstellung „Werbe-ID deaktivieren“ unter „Computerkonfiguration / Richtlinien / Administrative Vorlagen / System / Benutzerprofile“. Um den Datenschutz zu verbessern, kann auch die Fehler-Berichterstattung deaktiviert werden:

“Computerkonfiguration / Richtlinien / Administrative Vorlagen / Windows-Komponenten / Windows-Fehlerberichterstattung”

Cortana mit Gruppenrichtlinien konfigurieren und Cortana deaktivieren

Microsofts Sprach- und Suchassistent Cortana wird ständig ausgebaut. Unter anderem besteht die Möglichkeit den Assistenten auch über den Sperrbildschirm zu nutzen. Damit sind nicht alle Unternehmen einverstanden. Die Einstellungen dazu sind in den Gruppenrichtlinien im Bereich „Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Suche“ zu finden. In der Einstellungs-App konfigurieren Sie Cortana über den eigenen Bereich „Cortana“. Um Cortana mit Gruppenrichtlinien zu steuern, benötigen Sie Windows 10 Pro oder Windows 10 Enterprise.

Den Datenschutz für Cortana verbessern Sie in der Einstellungs-App oder über Richtlinien.
Vergrößern Den Datenschutz für Cortana verbessern Sie in der Einstellungs-App oder über Richtlinien.

Über Gruppenrichtlinieneinstellungen lässt sich Cortana generell bremsen. Mit der Option „Nicht im Web suchen und keine Webergebnisse in der Suche anzeigen“ wird verhindert, dass Anwender über Cortana direkt im Internet nach Informationen suchen.
Mit „Cortana zulassen“ können Sie über die Option „Deaktivieren“ den Such-Assistenten per Richtlinie ausschalten. Die Standard-Suche in Windows funktioniert dann noch ganz normal. Über „Cortana auf Sperrbildschirm zulassen“ wird festgelegt, ob Cortana auch auf dem Sperrbildschirm genutzt werden darf. In kleineren Windows 10-Versionen, können Sie Cortana nur über die Registry deaktivieren:

1.    Öffnen Sie den Registry-Editor durch Eingabe von regedit.exe im Suchfeld des Startmenüs und navigieren zu  „HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\PolicyManager\current\device\Experience“.
2.    Auf der rechten Seite finden Sie den Eintrag „AllowCortana“. Setzen Sie diesen auf „0“ (null) und starten den Rechner neu. Ist der Eintrag nicht vorhanden, gehen Sie vor, wie im nächsten Schritt beschrieben.
3.    Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel „Experience“ und wählen Sie aus dem Kontextmenü Neu\ DWORD-Wert (32-Bit). Geben Sie dem Wert die Bezeichnung „AllowCortana“. Setzen Sie auch hier den Wert auf „0“ (null).
4.    Starten Sie den Rechner neu.
5.    Nach einem Neustart sollte Cortana deaktiviert und ausgeblendet sein.

Mehr Datenschutz mit Microsoft-Tool

Mit dem kostenlosen Tool „Diagnosedatenanzeige“ (Windows Diagnostic Data Viewer) können Sie die Daten anzeigen, die Windows 10 zur Diagnose an Microsoft schickt. Das Tool wird in Windows 10 über den Microsoft Store heruntergeladen und installiert https://www.microsoft.com/de-de/p/diagnostic-data-viewer/9n8wtrrsq8f7?activetab=pivot%3aoverviewtab . Die Installation der Windows 10-App ist in wenigen Sekunden abgeschlossen.

Der Windows Diagnostic Data Viewer zeigt die an Microsoft übertragenen Daten an.
Vergrößern Der Windows Diagnostic Data Viewer zeigt die an Microsoft übertragenen Daten an.

Nach der Installation von Windows 10 kann die Übertragung der Diagnosedaten auch nachträglich in der Einstellungs-App konfiguriert werden. Die Einstellungen dazu stehen über „Datenschutz\Diagnose und Feedback“ zur Verfügung.

Konfigurieren der Diagnosedaten in Windows 10
Vergrößern Konfigurieren der Diagnosedaten in Windows 10

Datenschutzdashboard nutzen
Auch das Datenschutzdashboard kann im Windows Diagnostic Data Viewer geöffnet werden.

Hier wird die Webseite geöffnet, über die Sie überprüfen können, welche Daten Microsoft zu einem Microsoft-Konto gesammelt hat.

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