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Daten dauerhaft löschen - mit den richtigen Tools

10.07.2011 | 07:05 Uhr |

Die letzte Komponente der Datensicherung beinhaltet das richtige Löschen der Daten. Sie sollten sicherstellen, dass die Daten, welche Sie definitiv nicht mehr benötigen, tatsächlich vollständig gelöscht sind. Für diese Aufgabe benötigen Sie Festplatten- und Daten-Bereinigungs-Programme. Es ist nicht den in Windows integrierten Papierkorb auszunutzen, weil dieser lediglich die sichtbare Referenz der Datei entfernt und den zuvor belegten Speicher für andere Daten freigibt. Windows löschte eigentlich so lange keine Daten, bis irgendetwas diesen Speicher überschreibt. Und selbst das geschieht in der Regel lückenhaft, sodass genügend Datenreste übrig sind, um daraus die Daten zu rekonstruieren. Genau mit diesen Resten arbeiten die Datenrettungsprogramme. Das ist ein Nachteil der Daten-Vernichtungs-Programme, Sie werden nicht so einfach aus Versehen gelöschte Daten retten können. Das einzige, was Ihnen in einem solchen Fall helfen kann, ist ein kürzlich erstelltes Backup auf einem anderen Speichermedium .

„Sicheres" Löschen wird viel diskutiert. Peter Gutmann hat 1996 an der Universität von Auckland einen wissenschaftlichen Aufsatz zu diesem Thema verfasst. Darin erörtert er die Notwendigkeit von 35 Überschreibungen, die zum richtigen Löschen notwendig sind. Heutzutage wird diese Anzahl jedoch als zu viel erachtet, da die Speicherdichte wesentlich größer ist. Nichtsdestotrotz hat sich die Zahl „35" gehalten und es wird häufig als Standard an vielen Arbeitsplätzen angesehen. Die hier vorgestellten Programme unterstützen eine Vielzahl von Daten-Löschungs-Algorithmen, unter anderem auch die 35-Überschreibungen, welche auch „Gutmann"-Standard genannt wird.

So löschen Sie Daten auf SSDs richtig

Ein kostenloses auf Open-Source-basierendes Programm ist beispielsweise File Shredder . Mit diesem Programm können Sie ausgesuchte Dateien oder Ordner löschen. Bereits freier Speicher kann mit diversen Algorithmen vollständig bereinigt werden. Obwohl wir mit diesem Programm keine Probleme hatten, hat die Entwicklung an diesem Programm nachgelassen. Dies ist problematisch, weil die Dateiformate sich weiterentwickeln. Es kommen ständig neue Festplattenformate heraus, die Sicherheitsstandards ändern sich,. Folglich kann fehlende Unterstützung langfristig zu gravierenden Sicherheitsproblemen führen. Ebenfalls kostenlos erhältlich, obwohl es nicht auf Open-Source basiert, ist CCleaner . Das Programm entfernt temporäre Dateien, Cookies, Registrierungsmüll und vieles mehr von Ihrem System. Es bietet die Möglichkeit freien Speicher zu bereinigen oder ganze Bereiche zu löschen. Desweiteren können Sie spezifische Dateien oder Ordner entfernen lassen, oder gerade diese behalten. Sie setzen den gewünschten Filter und definieren beispielsweise die Dateiendung mit *.xls in einem bestimmten Ordner. Somit können Sie ganz gezielt ungewünschte Dateien effektiv loswerden.

Tipp: Alle Daten sicher löschen

Das kommerziell für etwa 50 Euro erhältliche Programm SecureClean gibt es auch als kostenlose 15-tägige Testversion. SecureClean bietet eine Vielzahl von Funktionen, mit denen Sie unerwünschte Daten löschen können. Das Programm bietet ausführliche Berichte und zeigt Ihnen, wie viel Speicherplatz von kleinen Dateifragmenten in Anspruch genommen wird. Das Programm integriert sich in den Rechtsklick einer Datei, sodass Sie fortan auch schnell eine unerwünschte Datei richtig löschen können. Jedoch beinhaltet das Programm einen ernsthaften Fehler. Wenn der Scanner eine Datei ohne lateinische Buchstaben entdeckt, hängt sich das Programm einfach auf. Dieses Problem taucht bei SecureClean 4 bei der 64-bit Version von Windows 7 auf. Dieser Fehler ist dem Vertreiber bekannt und soll bei der nächsten, 5. Version behoben werden.

Digitale Häcksler: Daten effektiv löschen

Manchmal wollen Sie einfach nur alles verschwinden lassen, zum Beispiel, wenn Sie einen alten Rechner weiterverkaufen oder verschenken. CCleaner hat eine Festplatten-Löschfunktion, wobei Sie in einem solchen Fall vermutlich eher zu dem Programm Dariks Boot and Nuke greifen würden. Das ist ein sehr einfach gestricktes Programm, welches als ISO-Datei erhältlich ist. Sie müssen diese Datei auf eine CD brennen und den Computer mit der CD im Laufwerk booten lassen. Das Programm sucht anschließend die Festplatte und zerstörte alle Daten, die darauf gespeichert waren. Darik Boot and Nuke hat sich auch schon im Praxiseinsatz der PC-WELT bewährt.

Fazit:

Zusammenfassend können wir für das Passwort-Verwaltungsprogramm Sticky Password am meisten empfehlen, auch wenn KeePass nicht wesentlich schlechter ist. In Zukunft könnte KeePass sogar das Rennen gewinnen. TrueCrypt bietet alle Funktionen, die Sie für die Datenverschlüsselung benötigen und ist zudem kostenlos. Für das restlose Löschen von Daten empfehlen wir Directory Opus, welches den Windows Explorer ersetzt. Wenn Sie jedoch noch weitere Funktionen benötigen, so sollten Sie zu CCleaner greifen.

Der Originalartikel wurde von Ian Harac verfasst.



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