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Daten auf der Festplatte verstecken

03.09.2007 | 10:04 Uhr |

Eine weitere Möglichkeit, vertrauliche Daten zu schützen, besteht darin, die betreffenden Dateien einfach auf der Festplatte zu verstecken. Dieses Vorgehen bietet zwar keinen nachhaltigen Schutz, mit dem Sie einem professionellen Datendieb Einhalt gewähren könnten, aber als Schutz vor neugierigen Kollegen oder Familienmitgliedern reicht diese Möglichkeit aus.

Beim Verstecken gibt es eine einfache und eine etwas trickreichere Methode. Die einfache besteht darin, schlicht und ergreifend einen möglichst uninteressanten Dateinamen zu verwenden und der Datei außerdem eine falsche Dateiendung zu geben. Aus der Datei Jahresbericht.XLS wird also dann Temp.001. Der Effekt ist, dass Dritte zum einen nicht direkt auf den ersten Blick sehen können, wo die interessante Information ist.

Zum anderen kann ein Schnüffler die betreffende Datei nicht mehr mit einem Doppelklick im passenden Programm betrachten. Schon ist ein wenig Zeit vor neugierigen Augen gewonnen. Auch eine Suche nach allen potenziell interessanten Dokumenten auf der Festplatte, also beispielsweise nach Dokumenten mit der Erweiterung .DOC und .XLS, führt so ins Leere.

Dokumente trickreich im Strom verbergen

Bei Windows XP – wie auch bei Windows NT 4 und 2000 – haben Sie noch eine weitere Möglichkeit: Sie verwenden die alternativen Dateikanäle, die von diesen Betriebssystemen unterstützt werden, wenn Sie auf Ihrer Festplatte NTFS als Dateisystem verwenden.

Sicher mit einem Mausklick: Die EFS-Verschlüsselung schalten Sie auf Laufwerken mit NTFS-Dateisystem bei Bedarf einfach per Datei-Attribut ein
Vergrößern Sicher mit einem Mausklick: Die EFS-Verschlüsselung schalten Sie auf Laufwerken mit NTFS-Dateisystem bei Bedarf einfach per Datei-Attribut ein
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Auf Laufwerken mit NTFS-Formatierung kann jede Datei mehrere so genannte Datenströme enthalten. Im Normalfall enthält eine Datei immer nur einen Datenstrom, und nur dieser Datenstrom wird von Anwendungsprogrammen und Tools wie dem Windows-Explorer oder der XP-Eingabeaufforderung berücksichtigt. Enthält eine Datei also zwei dieser Datenströme, so wird im Windows-Explorer nur die Größe des einen Stroms angezeigt. Mit anderen Worten: Sie können zum Beispiel eine Textdatei anlegen, deren Standard-Datenstrom einen unwichtigen kurzen Text enthält, während die wichtigen Daten in einem weiteren Datenstrom verborgen sind. Die Größe dieser Infos taucht auch im Windows-Explorer nicht auf. Enthält die Datei im ersten Strom den Text „Test“, dann wird der Windows-Explorer als Größe nur 4 Byte anzeigen. Auch dann, wenn der zweite Strom deutlich länger ist.

Klicken Sie die Datei doppelt an, so wird Notepad gestartet – und der Editor zeigt den Text „Test“ an. Die restlichen Daten sind verborgen. Bleibt die Frage, wie man solche alternativen Ströme anlegt und damit arbeitet: Geben Sie einfach nach dem Dateinamen einen Doppelpunkt und den Namen des alternativen Stroms an. Um das auszuprobieren, legen Sie zunächst einmal eine Datei mit dem Namen Test.TXT an und geben per Notepad den Text „Test“ ein. Dann beenden Sie Notepad wieder und rufen das Programm erneut auf. Diesmal aber mit dem Kommando

notepad Test.TXT:Geheim

Notepad bemängelt dann, dass die Datei „Test.TXT:Geheim“ nicht vorhanden ist. Quittieren Sie diese Meldung mit „Ja“, geben Sie Ihre geheimen Daten ein und speichern die Datei. Wenn Sie die Datei dann im Windows-Explorer anzeigen lassen, werden Sie feststellen, dass diese nur eine Größe von 4 Byte aufweist. Beim Doppelklick auf die Datei erhalten Sie nur den Text „Test“. Um die geheimen Daten anzusehen oder zu bearbeiten, verwenden Sie einfach wieder das Kommando

notepad Test.TXT:Geheim

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