1877944

Eigener FTP-Server

03.03.2014 | 11:22 Uhr |

Damit Sie von unterwegs aus oder Freunde und Bekannte auf von Ihnen ausgewählte Fotos, Dokumente oder sonstige Dateien zugreifen können, ist natürlich die einfachste Möglichkeit, diese bei einem Cloud-Speicher wie Dropbox, Skydrive, Hidrive oder Goneo Cloud hochzuladen. Anschließend können Sie die Daten für ausgesuchte Bekannte freigeben. Manch einer verspürt aber Unbehagen dabei, wenn die Dateien auf fremden Servern liegen. Und zwar selbst dann, wenn die Server wie bei Hidrive und Goneo Cloud in Deutschland stehen und daher vermutlich nicht von ausländischen Behörden ausspioniert werden.

Eine Alternative ist es, die Daten im Heimnetz verfügbar zu machen und einen Fernzugriff nur für sich und gegebenenfalls einige andere Personen einzurichten. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigen wir Ihnen im Folgenden:

Datenübertragung mit Fernsteuer-Software: Teamviewer und Ultravnc (siehe vorherige Seite) bieten die Option, über das Fernsteuer-Modul auf sämtliche Laufwerke des entfernten (eingeschalteten) PCs zuzugreifen und Dateien in beide Richtungen zu übertragen. Da Sie sicher nicht wollen, dass auch Freunde und Bekannte Ihren PC fernsteuern können, bietet sich die Methode nur für Ihren eigenen Zugriff an.

Filezilla als FTP-Server: Schritt 1

Mit Filezilla Server richten Sie auf Ihrem PC einen FTP-Server ein und legen fest, welche Benutzer auf welche Ordner zugreifen können.
Vergrößern Mit Filezilla Server richten Sie auf Ihrem PC einen FTP-Server ein und legen fest, welche Benutzer auf welche Ordner zugreifen können.

Zusätzlich zur Fernsteuer-Software (oder anstatt dessen) können Sie auf Ihrem PC eine FTP-Server-Software installieren und damit ausgewählte Verzeichnisse für bestimmte Benutzer freigeben. Außerdem lässt sich individuell festlegen, wer in welche Ordner auch Dateien hochladen und löschen darf. Kostenlos und relativ einfach geht das mit Filezilla Server . Bei der Installation belassen Sie alle Werte auf ihren Voreinstellungen. Danach starten Sie das „FileZilla Server Interface“ über das Icon auf dem Desktop. Über „Edit -> Users -> Add“ fügen Sie neue Benutzer hinzu, denen Sie im Bereich „Shared Folders“ Verzeichnisse freigeben und jeweils mit detaillierten Zugriffsrechten beschränken können.

Filezilla Server startet automatisch mit Windows zusammen. Wenn es Sie nervt, dass auch das Konfigurations-Programm „FileZilla Server Interface“ jedes Mal beim Windows-Start mit dem Dialogfeld „Connect to Server“ erscheint, entfernen Sie in der Windows-Registry unter „HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run“ den entsprechenden Eintrag.

Filezilla als FTP-Server: Schritt 2

Nun müssen Sie die Windows-Firewall noch so konfigurieren, dass sie den Netzwerk-Zugriff auf den FTP-Server durchlässt. Dazu klicken Sie unter „Systemsteuerung -> Windows-Firewall“ auf „Ein Programm […] durch die Windows-Firewall zulassen“. Im nächsten Schritt klicken Sie auf „Einstellungen ändern“ und dann auf „Anderes Programm zulassen“. Beachten Sie, dass Windows 8 bei den genannten Bedienelementen den Begriff „App“ statt „Programm“ benutzt. Wählen Sie im Datei-öffnen-Dialog nicht „Filezilla Server Interface“, sondern klicken Sie auf „Durchsuchen“ und dopelklicken Sie „Filezilla server“ im Verzeichnis C:\Programme\Filezilla Server.

Der FTP-Server ist jetzt im internen Netzwerk und über Ihren VPN-Zugang (siehe Seite 2) erreichbar. Möchten Sie, dass man auch ohne VPN übers Internet darauf zugreifen kann, leiten Sie auf Ihrem Router den FTP-Port 21 auf den Rechner weiter, auf dem der Server läuft. Um von extern lesend zuzugreifen, geben Sie einfach ftp://<Ihr dynamischer DNS-Name> in einen Web-Browser ein. Um auch Dateien hochzuladen und löschen zu können, benötigen Sie einen eigenständigen FTP-Client, zum Beispiel Filezilla . Auch für Smartphones und Tablets stehen zahlreiche FTP-Client-Apps zur Verfügung.

Wer statt Filezilla Server Bordmittel bevorzugt: Windows 7 und 8 bringen einen eigenen FTP-Server mit, dessen Konfiguration aber nicht ganz einfach ist. Eine Anleitung finden Sie zum Beispiel über diesen Link .

Router mit USB-Anschluss: Viele moderne Router bieten einen USB-Anschluss, über den sich Speichermedien wie Sticks und externe Festplatten anschließen lassen. Bei den Freigabe-Optionen gibt es allerdings starke Unterschiede: Einige Router geben den gesamten Speicher für alle Nutzer des internen Netzwerks frei, bei anderen lassen sich Benutzerkonten einrichten und die Daten auch vom Internet aus zugänglich machen.

NAS-Server: Falls Sie ein NAS besitzen, also einen Netzwerkspeicher, brauchen Sie höchstwahrscheinlich auf Ihrem Windows-PC gar keinen FTP-Server einzurichten. Denn die meisten NAS-Systeme besitzen einen eingebauten Server, den Sie gemäß der Bedienungsanleitung des Geräts aktivieren und konfigurieren.

Strom sparen: PC aus der Ferne einschalten

Falls außer Ihnen niemand anderes auf den freigegebenen PC und/oder die Dateien zugreifen können muss, ist es nicht zwingend nötig, den PC dauerhaft eingeschaltet zu lassen. Zumindest nicht dann, wenn er per Netzwerkkabel (also nicht per WLAN) an den Router angeschlossen ist und die Netzwerkkarte „Wake-on-LAN“ unterstützt. Dann können Sie den Rechner nämlich übers Internet aus der Ferne einschalten. Wie das funktioniert, erfahren Sie im Beitrag " PC übers Internet einschalten und darauf zugreifen ".

PC-WELT Marktplatz

1877944