Channel Header
174036

Data Harvesting/Sammeln von persönlichen Daten

"To harvest" stammt aus dem Englischen und bedeutet "ernten". "Data Harvesting" bezeichnet das Sammeln von persönlichen Daten. Für die Marketing-Strategen ist es um ein vielfaches leichter ein persönliches Profil von Ihnen zu erstellen, wenn Sie ein Facebook- oder Google Buzz Konto besitzen und Dienste, wie LinkedIn, nutzen. Dass Sie dann von einigen Unternehmen Werbung erhalten, überrascht da weniger. Wie lange wird es aber noch dauern bis Ihr Facebook-Profil darüber entscheidet, ob Sie eine Kreditkarte ausgestellt bekommen, welchen Krankenkassen-Tarif Sie bezahlen müssen oder ob ein Arbeitgeber Sie zum Bewerbungsgespräch einlädt?

Einige Unternehmen, wie das in Kalifornien ansässige Rapleaf, behaupten, mit Finanzinstituten zusammenzuarbeiten. Dabei werden die E-Mail-Adressen aus den Datenbanken der Finanzinstitute genutzt um bei Facebook & Co. nach den entsprechenden Profilen zu suchen und damit ein Kundenprofil zu erstellen. Der Vizepräsident von Rapleaf, Joel Jewitt sagt, dass sein Unternehmen nur mit den Marketingabteilungen bestimmter Unternehmen und nicht mit Banken zusammenarbeitet, die anhand der Profildaten über einen Kredit oder andere Finanzprodukte entscheiden könnten.

Rapleaf ist nur eines von vielen Unternehmen, die sich auf die Erstellung von Profilen anhand der veröffentlichten Daten spezialisiert haben. Von Acxiom bis Unbound Technology wird versucht Ihre E-Mail Adresse mit Profilen in sozialen Netzwerken, Twitter-Nachrichten und LinkedIn-Informationen in Verbindung zu bringen. Wenn ein Unternehmen nun mehr über Sie als Kunde wissen möchte, kann es einem dieser Unternehmen den Auftrag zur Informationsbeschaffung und -auswertung erteilen.

Die Unternehmen reagieren sehr abweisend, wenn Sie darauf angesprochen werden möglicherweise wichtige Finanzinformationen aus Ihrem Leben zu erhaschen. Beispielsweise könnten die Profiling-Unternehmen anhand einer Twitter-Nachricht die Informationen ziehen, dass Sie sich gerade die neue Jacke nicht kaufen konnten, da das Kreditkarten-Limit überschritten wurde. Datenschutzexperten gehen davon aus, dass schon in wenigen Jahren obiges Szenario keine Seltenheit mehr sein wird.

Für Datenschützer sind Marketing-Unternehmen schon immer neugieriger als es ihnen gut tut. Im Moment werden erneut Datenschutzstimmen gegen einige Werbeunternehmen in den USA laut, die bei der Datensammlung zu weit gegangen sind.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
174036