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Das richtige Netzwerkprofil einstellen

14.05.2013 | 07:09 Uhr | Hermann Apfelböck

Auswahl des Netzwerktyps: Diese Entscheidung ist wichtig für die Sicherheits- vorgaben. Nur ein privates Heimnetzwerk erlaubt Komfortfunktionen wie die Heimnetzgruppe.
Vergrößern Auswahl des Netzwerktyps: Diese Entscheidung ist wichtig für die Sicherheits- vorgaben. Nur ein privates Heimnetzwerk erlaubt Komfortfunktionen wie die Heimnetzgruppe.

Ob ein Gerät mit Windows 7 oder 8 im Netz sich wirklich zeigt und gegebenenfalls sogar Freigaben anbieten kann, ist vom Netzwerktyp abhängig. In der Systemsteuerung finden Sie das wichtige „Netzwerk- und Freigabecenter“. Unter „Aktive Netzwerke anzeigen“ sehen Sie Ihren aktiven Netzwerkadapter und darunter den Netzwerktyp. Im privaten Umfeld sollte hier „Heimnetzwerk“ (Windows 7) oder „Privates Netzwerk“ (Windows 8) stehen. Nur mit diesem Netzwerkprofil erlaubt Windows Netzwerkfreigaben und die Verwendung der Heimnetzgruppe.

Ein allererstes Netzwerkprofil erstellt Windows bei der Installation. Wenn Sie (oder der OEM-Hersteller) dort fälschlich ein „Öffentliches Netzwerk“ eingestellt haben, sollten Sie dies korrigieren:

Unter Windows 7 klicken Sie im „Netzwerk- und Freigabecenter“ einfach auf den Link „Öffentliches Netzwerk“ unterhalb Ihres Netzwerkadapters. Im nachfolgenden Fenster wählen Sie „Heimnetzwerk“. Damit ist das Profil umgestellt.
Unter Windows 8 erfordert das Umstellen des Netzwerkprofils einige Klimmzüge. Bei WLAN-Adaptern klicken Sie auf das Netzwerksymbol in der Taskleiste und dann rechts auf Ihr Funknetz. Werfen Sie es nach Rechtsklick mit „Dieses Netzwerk nicht mehr verwenden“ aus der Systemkonfiguration. Danach verbinden Sie sich neu mit Ihrem Netz, wobei Sie wieder das Kennwort eingeben müssen. Jetzt erscheint die gewünschte Abfrage, ob es sich um ein öffentliches oder privates Netz handelt, und Sie können sich für das private Heimnetz entscheiden und damit Ihre falsche Festlegung korrigieren.

Bei verkabelter Verbindung erfordert die Umstellung den Gang in die Registry: Die Netzwerkprofile stehen unter „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\NetworkList\Profiles\ <Nummer>“.

Wenn Sie Ihr aktuelles Profil dort orten können, setzen Sie den DWord-Eintrag „Category“ auf „1“ – der Wert für ein privates Profil. Andernfalls hilft nur Löschen aller Profile, Neustart und dann die Wahl des richtigen Netzwerktyps.

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So funktioniert die Heimnetzgruppe

Einstellungen der Heimnetz- gruppe: In der System- steuerung ist die Konfigura- tion jederzeit einsehbar und korrigierbar. Auch das Kenn- wort notiert Windows für Sie.
Vergrößern Einstellungen der Heimnetz- gruppe: In der System- steuerung ist die Konfigura- tion jederzeit einsehbar und korrigierbar. Auch das Kenn- wort notiert Windows für Sie.

Windows 7 und 8 bieten die „Heimnetzgruppe“, die den Austausch von Dateien innerhalb privater Netze vereinfacht. Windows 8 bietet Zugriff auf die Heimnetzgruppe sowohl in der Modern UI unter „PC-Einstellungen, Heimnetzgruppe“ und in der klassischen Systemsteuerung am Desktop. Im Folgenden beschreiben wir aus zwei Gründen nur den klassischen Weg über die Systemsteuerung: Erstens gilt der auch für Windows 7, zweitens hat die Modern UI nicht alle Optionen im Repertoire.
Heimnetzgruppe erstellen: Wenn das private Netzwerkprofil aktiv ist (siehe Abbildung), ist eine neue Heimnetzgruppe schnell erstellt. Verwenden Sie im „Netzwerk- und Freigabecenter“ den Link „Heimnetzgruppe“ und dort „Heimnetzgruppe erstellen“. Im darauf folgenden Abfragefenster entscheiden Sie, welche Daten des aktuell genutzten Geräts Sie freigeben möchten. Das lässt sich aber jederzeit später korrigieren. Danach erscheint ein zehnstelliges Kennwort für den Zutritt in die Heimnetzgruppe. Notieren müssen Sie das nicht zwingend, denn es ist über „Systemsteuerung, Heimnetzgruppe“ jederzeit zugänglich.
Zutritt zur Heimnetzgruppe: Um auf einem anderen PC in eine bestehende Gruppe einzutreten, gehen Sie im „Netzwerk- und Freigabecenter“ auf „Heimnetzgruppe“. Windows meldet sofort oder nach kurzer Suche die bestehende Gruppe und bietet „Jetzt beitreten“. Auch hier ist über die eigenen Freigaben zu entscheiden. Nach Eingabe des Kennworts gehört der Rechner zur Gruppe.

Datenaustausch: Die freigegebenen Dateien der zugehörigen Rechner finden Sie im Navigationsbereich des Windows-Explorer unter „Heimnetzgruppe“. Die eingetragenen PCs zeigen dann wieder die typischen Bibliotheksnamen wie „Musik“ und „Bilder“. Es ist aber nach Einrichten der Gruppe jederzeit möglich, weitere beliebige Ordner über Rechtsklick und „Freigeben für“ zugänglich zu machen. Dabei können Sie zwischen Lese- und Schreibzugriff unterscheiden.

Windows-Heimnetzgruppe einrichten und optimal nutzen

Vor- und Nachteile der Heimnetzgruppe
Vorteile: Technisch ist die Heimnetzgruppe zwar kein grundsätzlicher Fortschritt, aber sie vereinfacht den Datenaustausch im privaten Netz deutlich. Das Hauptproblem bei konventionellen Freigaben auf Kontoebene war immer der komplizierte Zusammenhang zwischen den Netzfreigaben und den lokalen Rechten: Einem Netzteilnehmer, der keine lokalen NTFS-Rechte besitzt, hilft eine Freigabe gar nichts. Das heißt: Der Netzzugriff muss mit Kontodaten erfolgen, die auf dem entfernten Rechner die notwendigen Rechte sichern.

Für Netzwerklaien ist die Heimnetzgruppe ein Segen, denn sie verlangt keine Kenntnisse über lokale NTFS-Rechte. Mit dem Erstellen einer Gruppe entstehen automatisch ein neues Standardkonto „HomeGroupUser$“ und die Benutzergruppe „HomeUsers“. Windows kümmert sich bei Freigaben automatisch darum, dass die betroffenen Dateien die nötigen NTFS-Rechte erhalten.

Nachteile: Die Heimnetzgruppe verstehen nur Windows 7 und 8. Ältere Windows-PCs, Apple- und Linux-Rechner sind auf konventionelle Freigaben auf Benutzerebene angewiesen.

Mit den primär angebotenen Freigabeobjekten wie „Bilder“, „Dokumente“ meint Windows 7 und 8 die Systembibliotheken inklusive aller enthaltenen Ordner. Für viele Windows-Benutzer bleibt vermutlich unklar, was er da eigentlich freigibt.


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