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Alten PC aufrüsten: So finden Sie die richtige Hardware

03.08.2017 | 09:16 Uhr |

Auch auf einem älteren PC können aktuelle Programme und Spiele richtig flott laufen! Mit gezielten Upgrades machen Sie Ihren Rechner selbst für aufwendigere Anforderungen wieder fit.

Der PC-Industrie gefällt das nicht: Viele Umfragen zeigen, dass die meisten Anwender einen Rechner mindestens drei Jahre nutzen, bevor sie sich einen neuen kaufen. Kein Wunder: Denn für viele alltägliche Aufgaben ist selbst ein älterer PC vollkommen ausreichend. Doch bei künftigen Betriebssystemen, Programmen und Spielen wird diesen Systemen sicher die Luft ausgehen – vor allem, wenn der Rechner noch mehr Jahre auf dem Buckel hat. Trotzdem können Sie beispielsweise einen fünf Jahre alten PC noch zukunftssicher machen, statt ihn komplett zu ersetzen. Denn dank gezielter Aufrüstung einzelner Komponenten lässt sich einiges an Performance herausholen, um den Rechner noch einige weitere Jahre zu nutzen. Natürlich dürfen Sie auch bei einem optimalen Upgrade keine Wunder erwarten: Durch den Tausch einzelner Komponenten wird aus einem Büro-PC keine Gaming-Maschine. Doch wenn Sie richtig aufrüsten, können Sie das Leistungsniveau Ihres Rechners auch künftig erhalten.

Aldi-PC als Beispiel: Diesen Komplett-PC rüsten wir auf

Als konkretes Beispiel für unsere Aufrüst-Tipps haben wir uns einen fünf Jahre alten Aldi-PC vorgeknöpft: Der Medion Akoya P5350 D war im März 2012 in den Aldi-Filialen zu einem Preis von 499 Euro erhältlich. Wer sich ein genaues Bild von diesem Rechner machen möchte, wirft einen Blick auf unseren damaligen Test . Dieses PC-Modell bietet sich als Aufrüst-Beispiel nicht nur deshalb an, weil es ein Verkaufsschlager war. Wie die meisten Aldi-PCs war auch der P5350 D keine High-End-Maschine mit extrem leistungsstarken Komponenten, sondern ein Standard-PC der Mittelklasse. Auch andere Hersteller verkauften zu diesem Zeitpunkt PCs mit ganz ähnlicher Ausstattung, weshalb Sie unsere Aufrüst-Tipps in den meisten Fällen ganz einfach auf andere ältere Systeme anwenden können.

Als Prozessor verbaute Medion den Intel Core i5-2320, eine Quad-Core-CPU ohne Hyperthreading. Er stammt aus der zweiten Core-Generation Sandy Bridge. Die maximale Taktfrequenz beträgt im Turboboost 3,3 GHz, den Abwärmetransport übernimmt ein Kühler, der dem Standardkühler von Intel sehr ähnlich ist. Als Grafikkarte kam eine Nvidia Geforce GT 530 zum Einsatz, die über einen 1 GB großen DDR3-Speicher, 96 Shader-Einheiten und einen GPU-Takt von 700 MHz verfügt. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 4 GB DDR3-RAM, aufgeteilt auf zwei 2-GB-Module – und damit sind auf der eingebauten Hauptplatine MSI MS7728 auch schon alle Speicherbänke belegt. Als Chipsatz kommt der Intel H61 zum Einsatz. Die Festplatte stammt von Seagate und fasst 1 TB. Zur restlichen Ausstattung zählen ein Multi-Speicherkartenleser, ein DVD-Brenner und ein 802.11n-WLAN-Modul. Auf der Oberseite des Gehäuses verbaute der Hersteller sogar ein Dock, um dort externe Festplatten von Medion schnell anzuschließen. Nicht zu vergessen für die Aufrüstpläne: Das Netzteil des Aldi-PCs war das FSP450-60EMDN der FSP Group: Der Energiespender liefert insgesamt 450 Watt. Für die damalige Konfiguration ist diese Leistung etwas überdimensioniert, aber gut fürs Aufrüsten: So lassen sich auch weitere Komponenten mit Strom zu versorgen, ohne das Netzteil tauschen zu müssen. Ab Werk steht ein PCI-Express-Stromanschluss zum Anschluss bereit sowie eine SATA-Schnittstelle.

Für eine Aufrüstung sollten PCI-Express-Slots (rot), SATA-Steckplätze (grün) und RAM-Bänke (gelb) ausreichend frei sein.
Vergrößern Für eine Aufrüstung sollten PCI-Express-Slots (rot), SATA-Steckplätze (grün) und RAM-Bänke (gelb) ausreichend frei sein.

In Sachen Schnittstellen kann der Medion Akoya P5350 D mit einem einzigen USB-3.0-Steckplatz, insgesamt fünfmal USB 2.0 wie auch HDMI, DVI, VGA und Gigabit-Ethernet aufwarten. Die Soundausgabe übernehmen drei analoge Klinkenbuchsen, um auch 5.1-Surround-Systeme ansteuern zu können.

Unser Testfazit zum damaligen Zeitpunkt lautete zusammengefasst: Der Aldi-PC bietet eine büro- und multimediataugliche Leistung, geht dabei recht leise und sparsam (bezogen auf die Leistungsaufnahme) vor. Aufwendigere Arbeiten wie aktuelle Spiele sind aber zu keinem Zeitpunkt möglich. Außerdem glänzt das Modell nicht gerade mit einer großen Anschlussvielfalt.

Bestandsaufnahme: Vor dem Aufrüsten richtig planen

Ein Antistatikband schützt die empfindliche Elektronik vor Stromschlägen.
Vergrößern Ein Antistatikband schützt die empfindliche Elektronik vor Stromschlägen.
© Quelle: Mengs

Bevor Sie sich mit neuer Hardware eindecken, müssen Sie beim bestehenden System genau prüfen, welche Komponenten sich überhaupt ersetzen und aufrüsten lassen. Dabei kommt es vor allem auf die Leistung des Netzteils und dessen Anschlüsse an – hier zeigt sich der Aldi- PC wie erwähnt gut aufgestellt. Außerdem müssen Sie die Erweiterungsmöglichkeiten auf der Hauptplatine untersuchen: Soll beispielsweise eine TV- oder eine andere Erweiterungskarte in den Rechner, muss ein entsprechender PCI-Express-Steckplatz Platz bieten. Wollen Sie den PC mit zusätzlichen Festplatten oder einem weiteren optischen Laufwerk – im Format 2,5, 3,5 oder 5,25 Zoll – ausstatten, sind sowohl ein SATA-Datensteckplatz auf der Hauptplatine als auch ein SATA-Stromanschluss am Netzteil erforderlich. Zusätzlich muss auch eine geeignete Einbauposition im Gehäuse gegeben sein. Ähnlich ist es bei einer Grafikkarte, die einen weiteren Stromanschluss braucht. Hier müssen ein PCI-Express-Steckplatz und ein PCIExpress-Stromanschluss – bei leistungsstarken Modellen auch zwei – bereitstehen.

Beim Aldi-PC zum Beispiel steht auf der Platine ein SATA-Anschluss zur Verfügung. Am Netzteil ist noch ein Anschluss für eine weitere Grafikkarte frei, da die GT 530 keinen eigenen Stromanschluss benötigt. Des Weiteren sind noch zwei PCI-Express-x2-Slots vrefügbar, was sich beispielsweise für TV-, Sound- oder andere Erweiterungskarten anbietet. Ein Blick auf die Spezifikationen des Chipsatzes Intel H61 verrät zwar, dass der aktuelle PCIe-3.0-Standard nicht unterstützt wird, sondern nur die ältere Version 2.0. Das ist allerdings nur für Spieler relevant, da aktuelle Grafikkarten dann ausgebremst werden könnten. Bei den erwähnten Erweiterungskarten hat das aber keine Auswirkungen.

Wenn Sie Arbeitsspeicher aufrüsten wollen, müssen RAM-Steckplätze auf der Platine frei sein. Da ist aber beim Aldi-PC und auch bei den meisten anderen Systemen nicht der Fall: Sie müssen also die Speicherriegel komplett austauschen, wenn Sie mehr RAM einbauen wollen. An Einbaupositionen im Gehäuse stehen beim Medion-PC noch ein 5,25-Zoll- und ein 3,5-Zoll-Schacht bereit.

Ordentlich Spieleleistung muss nicht teuer sein. Schon für unter 200 Euro gibt es Grafikkarten, mit denen man aktuelle Spiele flüssig in Full-HD zocken kann. Wer nach einem Blick in den Geldbeutel feststellt, dass Highend-Grafikkarten für ihn unerreichbar bleiben, ist bei diesem Video genau richtig. Wir stellen die besten Grafikkarten für Gamer bis maximal 200 Euro vor.

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www.pcwelt.de/1791265

Hier findet Ihr alle getesteten Grafikkarten auf einen Blick:

► XFX Radeon RX 460 True OC bei Amazon:
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Komponenten einbauen: So machen Sie es richtig

Vor dem Hardware-Tausch sollten Sie sicherstellen, dass der Computer ausgeschaltet und komplett vom Stromnetz getrennt ist. Da die integrierte Elektronik eines PCs sehr empfindlich ist, sollten Sie sich erden, um eventuelle Spannungen abzugeben. Das erledigen Sie einfach, indem Sie Gegenstände aus Metall berühren, wie beispielsweise den Heizkörper. Wenn Sie sich öfters an die Innereien Ihres Rechners herantrauen, dann lohnt sich der Kauf eines Antistatikbandes, die es schon für unter 10 Euro zu kaufen gibt. Dieses Band tragen Sie am Arm und verbinden es über ein Kabel und eine Klemme am Ende mit einem metallischen Gegenstand. So sind Sie definitiv sicher vor ungewollten Stromschlägen, die die Hardware zerstören könnte.

Arbeitsspeicher: Einfacher Wechsel, spürbarer Effekt

Aus- und Einbau von Arbeitsspeicher gestaltet sich simpel. Beim Einsetzen ist nur darauf zu achten, dass das Modul komplett einrastet.
Vergrößern Aus- und Einbau von Arbeitsspeicher gestaltet sich simpel. Beim Einsetzen ist nur darauf zu achten, dass das Modul komplett einrastet.

Beim Aldi-PC schmeißen wir als Erstes den für heutige Verhältnisse knapp bemessenen Arbeitsspeicher aus dem Rechner. Rüsten Sie auf mindestens acht Gigabyte (zweimal 4 GB) DDR3-Arbeitsspeicher um – mehr Speicher ist auch künftig nur sinnvoll, wenn Sie spielen, häufig Fotos und Filme bearbeiten oder mit virtuellen Systemen arbeiten. Den Speicher gibt es schon ab 60 Euro zu kaufen, wie dieses Modell von Kingston . Sie müssen beim Speicherkauf fürs Upgrade nicht auf Arbeitstakt oder Latenzen achten – das interessiert nur Spieler und Übertakter. Wichtig ist nur, dass der Speicher in den Steckplatz passt – in unserem Fall müssen es also DDR3-Module sein. Sie erkennen die passenden Module auch daran, dass die Kerbe näher am Rand der Pinleiste sitzt, nicht wie bei DDR2 oder DDR4 in der Mitte. Zur Sicherheit sollten Sie auch im Platinenhandbuch nachlesen, wie viel Arbeitsspeicher Sie maximal ins System einbauen können – beim Aldi-PC sind es beispielsweise 16 GB.

Ein größerer Arbeitsspeicher wirkt sich immer positiv auf die Gesamtleistung eines PCs aus. Denn steht zu wenig RAM zur Verfügung, dann erfolgt die Auslagerung der eigentlich benötigten Daten in den virtuellen Arbeitsspeicher, den Windows auf der Festplatte anlegt. Um dann die benötigten Daten zu holen, braucht der Rechner mehr Zeit, weshalb es zu längeren Lade- und Verarbeitungszeiten kommt. Auch der Wechsel zwischen mehreren, parallel geöffneten Programmen verlangsamt sich. Und wer häufig mit Multimedia-Programmen arbeitet, um Audio-, Video- oder Bildbearbeitung vorzunehmen, benötigt grundsätzlich einen gut bestückten Arbeitsspeicher, da solche Anwendungen eine Fülle an Daten zwischenspeichern müssen. Doch selbst beim Web-Surfen bringt mehr RAM zusätzliches Tempo, vor allem, wenn Sie viele Reiter gleichzeitig geöffnet haben.

Der Wechsel dieser Komponente ist einfach: Das Mainboard hält die Speicherriegel mit Hilfe von zwei Klemmen an den beiden Außenseiten an Ort und Stelle. Klappen Sie diese Klemmen einfach nach außen, um die Module herauszunehmen. Da wir bei unserer Hauptplatine nur zwei RAM-Slots haben, müssen Sie auch keine besondere Platzierung beachten und können die neuen Riegel einfach wieder hineinsetzen. Sobald Sie ein Klicken hören, sind die Klemmen eingerastet, und der Arbeitsspeicher ist korrekt eingesetzt. Prüfen Sie aber noch einmal, ob die Halterungen richtig eingerastet sind – denn ein lockerer Arbeitsspeicher lässt das System nicht starten. Danach können Sie den Rechner wieder ganz regulär in Betrieb nehmen. Weder im Bios noch unter Windows müssen Sie irgendwelche Einstellungen vornehmen, da das System den neuen RAM automatisch erkennt und korrekt anspricht.

Einbau einer SSD für großes Tempo-Plus

Ein Einbaurahmen erlaubt die Montage einer 2,5-Zoll-SSD in einen 3,5 Zoll großen Einbauschacht.
Vergrößern Ein Einbaurahmen erlaubt die Montage einer 2,5-Zoll-SSD in einen 3,5 Zoll großen Einbauschacht.

Als Nächstes widmen wir uns dem Systemspeicher. Der Aldi-PC besitzt eine 1 TB große 3,5-Zoll-HDD – diese Plattengröße kann ausreichen, wenn Sie ein schlankes System mit wenigen Programmen haben und auf große Film- und Fotosammlungen verzichten oder sie auf einer externen Festplatte speichern. Bevor Sie eine größere Platte kaufen, lohnt sich es sich, das bestehende System aufzuräumen, um unnütze Dateien zu entfernen. Viel wichtiger für die Zukunftssicherheit des Rechners ist eine SSD: Von Flash-Speicher starten Windows und installierte Programme deutlich schneller. Falls Sie – wie wir im Aldi-PC – einen Einbauschacht und SATA-Anschlüsse frei haben, sollten Sie deshalb eine SSD zusätzlich zur Festplatte einbauen. Außerdem nehmen SSDs nur wenig Strom auf und arbeiten lautlos und kühler, da sich keine bewegenden Teile in der Platte befinden. Somit ist sie auch robuster gegenüber Erschütterungen.

Oft genügt es, wenn Sie auf der SSD Windows und die meist genutzten Programme wie Office-Paket oder Browser installieren. Damit Sie nicht ständig Angst vor zu wenig Speicherplatz haben müssen, empfehlen wir eine SSD mit mindestens 250 GB. Die gibt es ab 90 Euro, etwa die Western Digital Blue .

Um das Tempoplus einer SSD vollständig auszunutzen, sollten Sie Windows neu darauf installieren. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie eine bestehende Windows-Installation auf die SSD umziehen. Allerdings sollten Sie das Betriebssystem vorher verschlanken, damit es auf die SSD passt. Den Speicherort für die persönlichen Daten sollten Sie weiterhin auf der Festplatte belassen. Außerdem muss der SATA-Controller im richtigen Modus namens AHCI (Advanced Host Controller Interface) arbeiten, damit die SSD funktioniert. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie Windows verschlanken und auf eine neue SSD umziehen, finden Sie hier .

Der Einbau einer SSD ist ähnlich unkompliziert wie ein Speicher-Upgrade. Vorher müssen Sie sich aber vergewissern, ob die SSD in das PC-Gehäuse passt: Fast alle SSDs, auch das von uns empfohlene Modell von Western Digital, haben das 2,5-Zoll-Format. Wenn Ihr PC-Gehäuse einen passenden Einbauschacht- oder -rahmen besitzt, können Sie gleich loslegen. Das Gehäuse unseres Medion-Modells besitzt zwar eine freie Einbauposition über der verbauten HDD, allerdings nimmt diese nur Speichermedien im 3,5-Zoll-Format auf. Da das Modell von Western Digital ab Werk keinen entsprechenden Einbaurahmen mitbringt, der der die Montage von 2,5-Zoll- auf 3,5-Zoll-Modellen erlaubt, müssen wir noch etwas investieren: Passende Adapterrahmen kosten weniger als zehn Euro. Ebenfalls nachkaufen müssen Sie eventuell ein SATA-Datenkabel, das je nach Länge zwischen drei und 15 Euro kostet. Haben Sie alle Teile für den Einbau besorgt, verschrauben Sie zuerst die SSD auf dem Rahmen. Danach schrauben Sie den Rahmen in den freien Einbauschacht im Gehäuse. Verbinden Sie dann das SATA-Datenkabel mit einem freien SATA-Steckplatz auf dem Mainboard. Stöpseln Sie danach noch den SATA-Stromanschluss vom Netzteil an die SSD. Wenn Sie den PC nun wieder einschalten, müssen Sie darauf achten, dass das System vom Flash-Speicher bootet. Das finden Sie heraus, indem Sie ins Bios wechseln und unter „Boot“ die Reihenfolge gegebenenfalls korrigieren und die SSD an die erste Stelle setzen.

Neue Grafikkarte: Mehr Spieltempo und höhere Auflösungen

Die im Medion Akoya P5350 D verbaute Nvidia Geforce GT 530 war schon zu Verkaufszeiten des Aldi-PCs kaum spieletauglich. Doch dank des üppig dimensionierten Netzteils steht einer höheren Spieleleistung eigentlich nur Ihr Budget und die schwache CPU im Wege. Letztere wird bei vielen Spielen zum Flaschenhals und kann eine neue Grafikkarte ausbremsen, weil der Prozessor bereits zum Marktstart des PCs nicht zu den leistungsfähigsten gehörte.

Für eine neue Grafikkarte benötigen Sie einen PCI-Express-x16-Steckplatz auf der Platine, was beim Aldi-PC der Fall ist. Unproblematisch ist dabei die PCI-Express-Version, denn der Steckplatz ist bei PCI-Express 2.0 und 3.0 identisch. Die Versionsfrage betrifft nur das Tempo des Datenaustausches zwischen Grafikkarte und System – und die wird nur bei hoher Auflösung und optimalen Grafikeinstellungen wichtig.

Wenn Sie auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legen, empfehlen wir die AMD Radeon RX 560 , die über 4 GB GDDR5-Speicher verfügt und selbst aktuelle Spiele in mittleren Grafik-Details in Full-HD flüssig darstellt. Außerdem mit an Bord sind Videoschnittstellen wie Displayport und HDMI 2.0b: So lassen sich 4KInhalte in flüssigen 60 Hertz darstellen. Dazu kommen noch die Monitor-Synchronisations-Technik Freesync sowie DirectX-12-Unterstützung. Preisliech liegt die Grafikkarte bei nur knapp 140 Euro. Deutlich teurer, aber leistungsfähiger ist die Nvidia Geforce GTX 1060 (6-GB-Version) für mindestens 245 Euro. In beiden Fällen erfolgt auch eine deutliche Beschleunigung von Multimedia-Anwendungen. Jedoch kann hier die CPU schnell limitieren, weshalb wir eher zur AMD-Grafikkarte raten. Um die neue Karte einzubauen, lösen Sie die Schraube am Slotblech, drücken den Hebel am PCIe-Slot ein und ziehen die alte Karte heraus. Stecken Sie die neue hinein, und achten Sie darauf, dass sie korrekt in der Schnittstelle sitzt. Fixieren Sie die Karte wieder mit der Schraube am Slotblech. Danach starten Sie den Rechner und installieren unter Windows den aktuellen Grafiktreiber. Nach einem Neustart können Sie den PC wie gewohnt nutzen.

Mehr Anschlüsse: Zusätzliche Schnittstellen für den alten PC

USB-3.0-Anschlüsse lassen sich mit Erweiterungskarten problemlos nachrüsten.
Vergrößern USB-3.0-Anschlüsse lassen sich mit Erweiterungskarten problemlos nachrüsten.
© Quelle: Ideapro

Ein Prozessortausch macht bei einem fünf Jahre alten PC kaum Sinn. Denn eine aktuelle CPU setzt einen neuen Sockel voraus und somit eine neue Hauptplatine. Eventuell ist dann auch ein Kühlerwechsel notwendig. Zusätzlich ist der Umbauaufwand erheblich, weil Sie fast alle Komponenten ausbauen müssen. Im Fall des Aldi-PCs haben wir etwas Spielraum – in der Theorie. Denn auf der Hauptplatine sitzt der CPU-Sockel LGA 1155, in den auch ein Prozessor der dritten Core-Generation Ivy Bridge mechanisch passt – der Medion-PC ließe sich also mit einem Core i7-3770 mit bis zu 3,90 GHz aufrüsten. Allerdings braucht es dafür ein passendes Bios-Update – und das fehlt.

Sinnvoller ist es, den alten PC um neue Schnittstellen zu erweitern – zum Beispiel um zusätzliche USB-3.0-Ports. Eine USB-Adapterkarte kostet rund 12 Euro und passt problemlos in den PCIe-x2-Slot. Häufig müssen Sie die Karte mit einem Molex-Stromanschluss mit zusätzlicher Energie versorgen; in unserem Fall hat das Netzteil einen passenden freien Anschluss. Zusätzliche Erweiterungskarten wie eine Soundkarte sind nur nötig, wenn Sie mit dem Klang des Onboard-Sounds unzufrieden sind oder Audiobearbeitung betreiben. Der Einbau einer Erweiterungskarte funktioniert wie bei der USB-Karte beschrieben. Achten Sie darauf, aktuelle Treiber zu installieren, damit Windows die Geräte korrekt ansteuert.

Notebook aufrüsten: Längeres Leben für Laptops

Ein Hardware-Upgrade funktioniert auch für in die Jahre gekommene Notebooks – doch nur in engen Grenzen: Den Wechsel der CPU oder der Grafikkarte können Sie beispielsweise gleich vergessen, da diese Komponenten fest verlötet oder, falls nicht, leistungsfähigere Komponenten für den Austausch kaum zu bekommen sind. In der Regel ist nur der Wechsel folgender Teile ohne Probleme möglich: Festplatte, Arbeitsspeicher, Akku, WLAN-Modul oder auch das optische Laufwerk. Achten Sie beim RAM-Upgrade darauf, dass es sich um die korrekten Speichermodule mit der richtigen Anzahl an Pins handelt. Mindestens acht Gigabyte, verteilt auf zwei Riegel, sollten es auch hier sein. Eine SSD ist das nächstsinnvollste Upgrade, da sich der Performanceschub deutlich bemerkbar macht. Achten Sie hierbei auf die maximale Einbauhöhe, weil das Modell sonst nicht hineinpasst. Da in den meisten Notebooks nur Platz für ein Speichermedium ist, müssen Sie die Festplatte ausbauen, wenn Sie sie gegen eine SSD wechseln wollen.

Wenn Ihr WLAN lahmt, weil Ihr Gerät beispielsweise nur im N-Standard funkt, können Sie mit Hilfe eines schnelleren WLAN-Sticks Abhilfe schaffen. So ein Modell kostet rund 30 Euro, etwa der „ Fritz!WLAN USB Stick AC 430 “ von AVM.

Hardware auslesen: So finden Sie heraus, welche Hardware in Ihrem PC steckt

CPU-Tuning: Wenn die Last bei fast 100 Prozent liegt...

► Samsung 960 PRO 1 TB bei Caseking: bit.ly/2tIGoXp
3500 MB/s beim sequenziellen Lesen, 2100 MB/s beim Schreiben: Die Samsung SSD 960 PRO NVMe M.2 ist die aktuell schnellste M.2-SSD auf dem Markt - perfekt für System-SSD der Höllenmaschine 8. Die Samsung 960 Pro erreicht damit vier- bis siebenmal so hohe Datenraten wie die besten SATA-SSDs. Der Preis liegt bei 500 Euro, standesgemäß bauen wir in Kooperation mit Samsung gleich vier Stück in die Höllenmaschine 8, der Wert der System-SSD liegt damit bei 2000 Euro.

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►Alle ausführlichen Infos zu den SSDs:
www.pcwelt.de/2280108

► Höllen-Hardware zum Schnäppchen-Preis - die Höllen-Deals der Woche:
www.pcwelt.de/hm08deals

► Alle Infos zur Höllenmaschine 8:
www.pcwelt.de/hm08

► Höllenmaschine 8 - So nehmt Ihr teil:
youtu.be/ks0W_PaFeO4


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