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Das bietet Google Apps

14.04.2010 | 11:51 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Google Apps umfasst derzeit folgende Teilanwendungen :

* Googlemail: Der Mailservice

* Google Calendar: Die Terminverwaltung

* Google Talk: Der Instant Messenger

* Google Groups: Diese von Nutzern erstellten Gruppen bieten Mailinglisten, die Möglichkeit zur Freigabe von Inhalten sowie Archive mit Suchfunktion.

* Google Docs & Spreadsheets (deutsch: Texte & Tabellen): Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, deren Funktionen ständig erweitert werden.

* Google Sites (ehemals Page Creator): Der Webhosting-Service für Websites und Wikis

* Google Video: Damit lassen sich Videos bereit stellen. Beispielsweise für Schulungszwecke in Unternehmen.

* Frei konfigurierbare Startseite (im Stile von iGoogle)

Der Vorteil an diesen Diensten: Sie stehen kostenlos einzeln auch Privatpersonen zur Verfügung. Damit sinkt die Einstiegshürde für den Unternehmenseinsatz: Wenn die Mitarbeiter bereits privat Googlemail nutzen, dann fällt es ausgesprochen leicht, auch den gesamten Firmen-Mailverkehr auf Googlemail umzustellen. Das Geschäftsmodell der Endconsumer-Angebote unterscheidet sich jedoch von dem Unternehmensangebot Google Apps.

Während für Endanwender Googlemail, Google Docs & Spreadsheets (deutsch: Google Texte & Tabellen) und Google Sites generell kostenlos und werbefinanziert sind (Google wertet die Inhalte der Nutzer aus um dazu passende Werbung anzuzeigen), haben Unternehmenskunden die Wahl zwischen diesem hinlänglich bekannten und oft schon kritisierten werbefinanzierten Geschäftsmodell und einer kostenpflichtigen Variante. Google gibt auf dieser Seite einen Überblick über die Lizenzoptionen :

Google Apps Standard ist kostenlos und werbefinanziert. Es umfasst Mail, Kalender sowie Google Texte und Tabellen.

Google Apps Premier Edition (ursprünglich im deutschsprachigen Raum auch als "Professionel" bezeichnet) kostet 40 Euro pro Jahr und pro Nutzerkonto. Google unterscheidet bei den Lizenzgebühren also nicht zwischen der Anzahl der PCs, stattdessen bezahlen die Firmen pro Nutzer, unabhängig davon, wie viele Rechner/Notebooks der Anwender im Einsatz hat. Google Apps Premier Editionl kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden.

Google Apps Education ist für Bildungseinrichtungen (gemeinnützige Grund-/Haupt-/Real-/Gesamtschulen und Gymnasien sowie Hochschulen) ebenfalls kostenlos und entspricht im Umfang Google Apps Standard. Ein konkretes Beispiel für den Einsatz von Education finden Sie hier beschrieben . Vereine und Organisationen kommen übrigens auch in den Genuss von Google Apps.

Eine 99,9-prozentige Verfügbarkeitsgarantie für Mail gibt Google aber nur bei der Premier Edition. Der verfügbare Mailspeicher ist ebenfalls unterschiedlich: Bei Standard und Education sind es 7,25 Gigabyte pro Konto, bei Premier Edition 25 GB pro Konto. Bei allen Angeboten ist der Zugriff vom Handy aus möglich (das Mobiltelefon muss Java-fähig sein), auch IMAP steht immer zur Verfügung. Unterschiede gibt es allerdings bei den Programmierschnittstellen, bei Weiterleitungsoptionen, beim Telefon-Support und bei der Richtlinienverwaltung und Nachrichtenwiederherstellung von Postini - zu Postini später mehr. Blackberry- und Outlook-Kompatibilität ist es nur bei der Premier Edition. Wer wirklich den gesamten Funktionsumfang und vor allem die nahezu 100-prozentige Mailverfügbarkeit benötigt, muss zur Premier Edition greifen, für die eine Kreditkartennummer erforderlich ist.

Die Anmeldung erfolgt direkt online , wenn eine spezielle Beratung erforderlich ist, kann man sich aber auch an die Vertriebsabteilung wenden. Die Nutzer administrieren ihr Google Apps-Paket künftig über die Seite http://www.google.com/a/ihre-domain.de . Auf Youtube hat Google ein witziges Video eingestellt , das zeigt, wie man innerhalb von 60 Sekunden Google Apps für sich registriert und zum Laufen bringt (Microsoft dürfte über diesen Videclip kaum lachen können - wenn Sie ihn sich angeschaut haben, wissen Sie, warum).

Der Telefon-Support bei Google Apps Professional und Education ist übrigens nur in englischer Sprache möglich, für Standard gibt es ohnehin nur Online-Support.

Google betont bei allen diesen Angeboten deren einfache, intuitive Bedienbarkeit. Und das stimmt, wie jeder weiß, der regelmäßig Google-Angebote nutzt. Nehmen wir nur Google Sites als Beispiel: Ohne HTML- und CSS-Kenntnisse kann man sich aus dem vorhandenen Website-Baukasten bedienen und schnell und unkompliziert einen eigenen Webauftritt zusammenklicken. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung führt auch Webseiten-unerfahrene Nutzer durch den Erstellungsprozess. Gehostet wird die Webseite unter der Internet-Adresse http://sites.google.com/(meine Webseite). Der Anwender kann nicht nur das Layout per Mausklick festlegen, sondern Dokumente wie etwa Fotos und Videos einbetten. Wird eine bereits bestehende Domain auf Google Apps übertragen, muss der Kunde nachweisen, dass er der Inhaber der Domain ist, beispielsweise indem er eine spezielle HTML-Datei zur Verifizierung auf seine Seite hochlädt. Recht flott lassen sich beispielsweise mit Google Spreadsheet auch Umfragen erstellen und anschließend umgehend auf der Website publizieren.

Besonders spektakulär ist Google Video: Anwender können mit Google Video für Unternehmen Filme in Google Apps hochladen und Mitarbeitern zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stellen. Mitarbeiter könnten zum Beispiel per Videoclip über Weiterbildungsmöglichkeiten, Unternehmensnachrichten oder Firmenveranstaltungen informiert werden. Natürlich kann man Videos beispielsweise auf Youtube hochladen und dann auch ohne Google Apps in die eigene Website integrieren. Doch dann liegen die Videos auf dem Youtube-Server, was nicht immer vom Unternehmen gewünscht ist.

Die Videoclips können bis zu 300 Megabyte groß sein. Jede Apps-Premier-Edition-Domain erhält außerdem drei Gigabyte Videospeicher pro Nutzerkonto. Administratoren stehen eine Reihe von Kontrollmöglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise können sie Clips bearbeiten oder löschen, Tags hinzufügen oder Bewertungen abgeben.

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