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Das Brillen-Problem

17.02.2010 | 12:41 Uhr | Benjamin Schischka

Nvidia Shutter-Brille
Vergrößern Nvidia Shutter-Brille
© 2014

Ein weiterer Fakt, der die 3D-Revolution in den heimischen Wohnzimmern noch zurückhalten könnte, ist das leicht “dümmliche” Image der 3D-Brillen. Spezielle Brillen sind eine Grundvoraussetzung für die Active-Shutter-Technologie, mit der die 3D-TVs der Zukunft ausgestattet sein werden. RealD stellt seine Glas-Technologien bereits verschiedenen Herstellern zur Verfügung, aber das Design der 3D-Brillen variiert enorm. Bisher gibt es zudem noch keine Garantie, dass 3D-Brillen-Modelle uneingeschränkt kompatibel mit unterschiedlichen TV-Geräten sein werden. Günstig wird der zweifelhafte Augenschmuck ebenfalls nicht sein – und noch ist unsicher, ob die neuen 3D-TV-Geräte im Set mit passenden Brillen angeboten werden. Bis jetzt versicherte uns nur Sony, dass sein Bravia LX900 HDTV zusammen mit zwei speziellen Brillen ausgeliefert wird.

Bislang sehen nur wenige Experten 3D-Technologien als echten Boom auf dem Markt. Nach Hochrechnungen von DisplaySearch sollen 2010 rund eine Million 3D-fähige TVs in den Handel kommen – das wären lächerliche 0,1 Prozent der Gesamtmenge an verfügbaren Fernsehgeräten. Bis 2018 erwartet man einen Anstieg dieser Zahlen auf 64 Millionen – rund 20 Prozent der Gesamtmenge. DisplaySearch erwartet sogar einen noch schlechteren Absatz bei 3D-fähigen Monitoren. Bis 2018 sollen nur rund zehn Millionen Geräte in Benutzung sein – ein Anstieg von gerade mal 3,6 Prozent. Ähnlich soll es 3D-Laptop-Systemen ergehen. Am meisten werden laut DisplaySearch Mobilfunkgeräte von der 3D-Technologie profitieren. Bis 2018 erwartet man einen Umsatz von 71 Millionen Geräten.

Die Herausforderung besteht aber weniger darin, die geeignete Hardware in die Wohnzimmer zu bekommen. “Es geht darum, die Menschen so sehr für diese Produkte zu begeistern, dass sie unbedingt die neue Hardware kaufen wollen", sagt Rick Dean, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft 3D@Home und Vizepräsident für strategische Entwicklung von THX. “Die Leute brauchen neue Blu-ray-Player, neue Fernsehgeräte. Und dann geht es in erster Linie darum, wie die Kunden das neue Erlebnis empfinden.”

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