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DOS: Der schmutzige Urahn von Windows 9x

"DOS 2.0 macht erst die Leistung", lautete das Fazit zum IBM XT, den die PC-WELT in der ersten Ausgabe unter die Lupe nahm. Zu diesem Zeitpunkt war DOS schon zwei Jahre alt. In der Version 2.0 bot es in der Tat beachtliche Neuerungen: Die Highlights waren eine "leistungsfähige Batchsprache" und standardmäßige Unterstützung von Festplatten bis 10 Megabyte sowie von Disketten bis 360 Kilobyte.

Obwohl DOS auf IBM-Kompatible zugeschnitten war, kam das Betriebssystem nicht von IBM selbst. Da die Zeit drängte, erwarb der Computerhersteller die Lizenz für das System von der kleinen Firma Microsoft. Aber auch deren Gründer - Paul Allen und Bill Gates - waren nicht die Väter von DOS. Gates hatte die Urversion des Systems von "Seattle Computing" erworben. Ein einziger Programmierer hatte in nur zwei Monaten ein System geschrieben, das er grundehrlich QDOS (Quick & Dirty Operating System) nannte.

Gates erwarb für weniger als 100.000 Dollar die Rechte daran - ein Jahrhundertgeschäft. Er tilgte erst mal "schnell" und "schmutzig" aus dem Produktnamen, nannte es cDisk Operating System" und fügte einige Funktionen hinzu. Fertig war das erste, sehr bescheidene DOS. Seine Nachfolger sollten PC-Besitzer über Jahrzehnte begleiten - bis heute, schließlich bedeutet für viele Heimanwender erst Windows XP den endgültigen Bruch mit DOS.

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