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DOS-Anwendungen und die Informationen in der APPS.INF

Anforderung

Zeitaufwand

Wo holt sich Windows die Informationen, die es braucht, wenn Sie ein DOS-Programm (COM, BAT oder EXE mit DOS-Header) von der Windows-Oberfläche aufrufen oder per Doppelklick starten - und nicht in der DOS-Box? Wer die verschlungenen Wege kennt, kann sich manches vereinfachen.Windows muß unter anderem wissen, ob es ein DOS-Programm im Fenster oder im Vollbild starten soll, welche Speichereinstellungen gelten und welche Schrift im Fenster benutzt wird. Diese Angaben sollten in einer PIF-Datei (Program Information File) gleichen Namens stehen. Windows sucht diese Datei erst in dem Verzeichnis, in dem sich auch die Programmdatei befindet, dann im Verzeichnis %windir%\pif. Wird es auch dort nicht fündig, geht es unverdrossen den ganzen DOS-Pfad durch. Vorletzte Anlaufstelle ist dann die Datei APPS.INF unter %windir%\inf. Erscheint der Dateiname dort, übernimmt Windows die hier im Ascii-Format definierten Einstellungen und legt unverzüglich eine entsprechende PIF im Programmverzeichnis an, um sich künftig die Sucherei zu ersparen.

Fehlt die PIF auch in der APPS.INF, gibt es eine allerletzte Möglichkeit: Das Programm erhält die Windows-Standardeinstellungen oder zumindest die Einstellungen einer _DEFAULT.PIF im Windows-Verzeichnis - falls eine solche vorhanden ist. Der Zugriff auf die undokumentierte _DEFAULT.PIF scheint aber (anders als unter Windows 3.1x) nicht mehr zuverlässig - mal funktioniert er, mal nicht. Einen Test mit dieser Standard-PIF sollten Sie aber in jedem Fall machen, da Sie damit verbesserte Standardeinstellungen für alle nicht genauer konfigurierten DOS-Programme erhalten: Kopieren Sie dazu eine beliebige PIF in das Windows-Verzeichnis, und benennen Sie sie in _DEFAULT.PIF um. Entfernen Sie über "Eigenschaften, Programm" die Programmzeile, und definieren Sie ein aussagekräftiges Icon. Nehmen Sie nun alle Standardeinstellungen vor - also etwa Schriftgröße, Speichermenge und -typ, Fenstermodus oder "Beim Beenden schließen".Danach sollten alle unter Windows aufgerufenen DOS-Programme, die keine eigene PIF besitzen, mit diesen Einstellungen laufen.Die Definitionen der APPS.INF sind Microsoft-Voreinstellungen für wichtige DOS-Programme. Diese zu ändern, lohnt nur, wenn Sie auf vielen PCs die gleichen DOS-Programme einrichten wollen und Microsoft diese nicht in die APPS.INF aufgenommen hat. In der Abbildung auf Seite XX sehen Sie eine radikal verkürzte APPS.INF mit den Standardrubriken [PIF95] (sie heißt auch unter Windows 98 so), [Strings] sowie den eigentlichen PIF-Vorgaben für jedes einzelne Programm - hier sind's nur zwei.Je eine Zeile unter [PIF95] verweist auf den Fenstertitel unter [Strings], auf das Icon, gibt an, ob das Programmverzeichnis auch das Arbeitsverzeichnis sein soll (in diesem Fall lautet der Wert "0"), und verweist auf den Abschnitt, in dem das Programm detailliert beschrieben ist. Die diversen Optionen für diesen Abschnitt sind unter http://support.microsoft.com/support/kb/articles/q130/9/71.asp leidlich beschrieben. Sie gehen aber nicht über das hinaus, was der "Eigenschaften"-Dialog für DOS-Programme auch bietet.

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