32186

DATEIEN AUSTAUSCHEN

07.07.2000 | 15:28 Uhr |

Lösung: Auch unsere Versuche, über die MP3-Suchfunktion von oder Lycos eine Datei auf unseren Rechner zu befördern, schlugen meist fehl. Entweder waren die Seiten nicht verfügbar, oder die Links verwiesen auf dubiose FTP-Server, die den Download nur nach einem vorherigen Hochladen von Musikdateien erlaubten. Es gibt aber Alternativen.

Möglichkeit 1: Eine der umfangreichs- ten Sammlungen kostenloser Musikdateien stellt im Moment sicher MP3.COM dar. Über diese Website können Sie nach Musiktiteln und Künstlern suchen oder den gut sortierten Katalog durchstöbern. Eine Besonderheit: Über den Link "Local Music" erreichen Sie eine Maske, in der Sie Ihre Suche noch einmal auf bestimmte Genres oder Regionen beschränken können, beispielsweise auf "Jazz" und "Europa". Als Ergebnis erhalten Sie eine Titelliste, über die Sie zu einer Seite mit Informationen zum jeweiligen Künstler gelangen. Durch einen Klick auf "Lofi" können Sie den Titel erst einmal in minderer Qualität Probe hören und sich anschließend entscheiden, ob Sie die MP3-Datei downloaden möchten.

Möglichkeit 2: Eine effektive und neuartige Möglichkeit, MP3-Dateien über das Internet auszutauschen, bietet Napster . Die Suche erfolgt dabei nicht über eine Browser-Oberfläche, sondern über den Napster-Client. Das Programm lässt sich kostenlos über die Napster-Homepage herunterladen. Nach der Installation müssen Sie ein Verzeichnis auf Ihrer Festplatte bestimmen, aus dem andere Napster-Benutzer MP3-Dateien herunterladen dürfen. Die Liste der dort enthaltenen Dateien überträgt das Programm dann auf den Napster-Server. Wenn Sie nun über die Schaltfläche "Search" nach einem Künstler oder Musiktitel suchen, erhalten Sie eine Ergebnisliste. Diese informiert Sie unter anderem über die Größe und die Bit-Rate (Soundqualität) der MP3-Datei, die Verbindungsart des Servers und den "Ping". Bei einem kleinen Ping-Wert und etwa der Verbindungsart "DSL" oder "Cable" ist eine schnelle Übertragung wahrscheinlich. Der Download erfolgt aber nicht über den Napster-Server - dieser vermittelt die Verbindung nur -, sondern direkt vom Rechner des anderen Teilnehmers. Das funktioniert nur bei einer stabilen Verbindung zuverlässig und nur dann, wenn Ihr Gegenüber während der gesamten Übertragung online bleibt.

Bevor Sie Napster verwenden, sollten Sie sich die Benutzungsregeln ("terms of use") genau durchlesen. Es ist nicht erlaubt, urheberrechtlich geschützte Titel anzubieten. Im Fall der Nichtbeachtung kann ein Ausschluss erfolgen. Diese Regel wird jedoch offensichtlich nicht ganz so ernst genommen. Zwar führte im April eine Intervention der Band Metallica dazu, dass eine große Zahl von Napster-Benutzern gesperrt wurde. Dennoch: Zum Zeitpunkt unserer Recherche bestand ein Großteil des Angebots aus Copyright-geschützten Titeln. Über einen Antrag der amerikanischen Musikindustrie, die MP3-Tauschbörse per einstweiliger Verfügung schließen zu lassen, war bis Redaktionsschluss nicht entschieden.

Möglichkeit 3: Wenn Sie nicht nur MP3-, sondern auch beliebige andere Dateien mit Benutzern über das Internet austauschen möchten, sind zwei englischsprachige Freeware-Programme für Sie interessant: Cute MX (Cutmx-1032.EXE, bei PC-WELT Online oder unter www.globalscape.com/products/cutemx , 1,2 MB) und Scour Exchange (Scourexchangesetup.EXE, bei Scour , 1,4 MB). Die Funktionsweise beider Programme ähnelt der von Napster. Sie müssen eine Client-Software auf Ihrem Rechner installieren und sich bei einem Server anmelden. Über die Suchfunktion können Sie dann die gewünschten Dateien aufspüren. Einschränkungen bei der Suche sind nur über die Dateinamenserweiterung oder den Dateityp möglich.

Möglichkeit 4: Ein etwas anderes Konzept verfolgt die englischsprachige Freeware Gnutella (Gnutel056.EXE, bei PC-WELT-Online oder Gnutella undlt;, 99 KB). Über diesen Client ist es möglich, Dateien weitestgehend anonym mit anderen Benutzern auszutauschen, denn eine Anmeldung ist nicht nötig. Dafür ist die Bedienung und Konfiguration aber etwas komplizierter. Gnutella arbeitet unabhängig vom Dateityp. Sie können also ein beliebiges Verzeichnis auf Ihrer Festplatte freigeben und alle darin enthaltenen Dateien den anderen Gnutella-Benutzern zur Verfügung stellen. Nach der nstallation müssen Sie sich zuerst die Host-Liste GNUTELLA.NET vom Gnutella-Webserver herunterladen und ins Gnutella-Verzeichnis kopieren. Danach können Sie das Programm starten und nach Verbindung mit dem Gnutella-Netzwerk mit der Suche beginnen.

Gnutella sucht dann auf den angeschlossenen Rechnern im Datei- und/oder Pfadnamen nach dem eingegebenen Begriff. Eine interessante Einrichtung ist der "Such-Monitor". Wenn Sie einmal keine Such-Ideen haben, können Sie diesen aktivieren und sich eine Liste der aktuell eingegebenen Suchbegriffe anzeigen lassen.

PC-WELT Marktplatz

32186