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284 Milliarden Euro Schaden

Alarmierende Zahlen des Norton Cybercrime Report 2011
Vergrößern Alarmierende Zahlen des Norton Cybercrime Report 2011

Häufig handeln Anwender erst dann, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Ein Opfer in den USA beklagt: „Ich habe auf etwas geklickt, und plötzlich erschienen jede Menge Bilder auf meinem Computer. Dann wurden mir 200 US-Dollar in Rechnung gestellt.  Danach stürzte mein Computer ab, und ich war gezwungen, ihn für teures Geld reparieren zu lassen und Antivirussoftware zu kaufen.“
 
Ein weiteres Opfer beklagt: “Alles war gelöscht. Auf meinem Bankkonto fehlte Geld. Sie hatten sich Zugang zu meinen Kreditkartenkonten verschafft. Sie änderten sämtliche Informationen in meinen E-Mail- und all meinen sozialen Netzwerkkonten – ich konnte auf nichts mehr zugreifen.“
 
Der entstandene Schaden für einzelne Benutzer ist also meist höher als die Ausgaben für eine Schutzlösung.
 
Der gesamte Schaden durch Cybercrime lag weltweit bei fast 388 Milliarden US-Dollar (das sind umgerechnet zirka 284 Milliarden Euro), in Deutschland lag die Schadenshöhe bei 24,3 Milliarden Euro. Und es ist davon auszugehen, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird. Insbesondere durch die alarmierenden Zahlen aus dem Bereich mobiles Internet und soziale Netzwerke. Allein der potentielle Zeitverlust als Schaden durch Internetkriminalität beläuft sich auf 274 Milliarden US-Dollar weltweit. In Deutschland sind es 7,9 Milliarden Euro.

Internet lädt zum Lügen ein

Ein dabei recht aktuelles und stark wachsendes Problem stellen Entscheidungen im Internet dar, die auf Rufschädigung, Mobbing, Stalking und Lügen basieren. So gaben gegenüber Norton 19% der Befragten an, nur so zum Spaß im Internet zu lügen. 14% jedoch lügen gezielt im Internet, um sich besser darzustellen. Entscheidend bei Delikten dieser Art ist, dass daraus durchaus ein Schaden in der realen Welt resultieren kann. Sehr häufig ist die Annahme vorhanden, dass Delikte in der virtuellen Welt unkomplizierter und anonymer durchführbar sind. Dass dem nicht so ist zeigt auch deutlich, dass Straftäter mit immer höheren Strafen rechnen müssen und die Strafverfolgung für Internetverbrechen sich immer weiter verbessert. Dies sind Konsequenzen, die in der realen Welt zum Tragen kommen, wenn Straftaten im Internet begangen werden.
 
Abschließend bleibt festzuhalten, dass Internetbenutzer Strafdelikte aus dem Internet noch nicht in ausreichendem Maße zur Anzeige bringen. Nur 21% gaben an, Straftaten auch gegenüber der Polizei anzuzeigen. 59% äußerten sich dazu, dass sie auf eine Strafanzeige verzichten, da sie nicht glauben, Hilfe zu erhalten. 89 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass mehr getan werden müsse, um Internetbetrüger zur Rechenschaft zu ziehen.
 
Trotz zunehmender Aufklärung durch Hersteller von Sicherheitslösungen oder durch Behörden wie dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie) oder durch Projekte wie dem Anti-Botnet-Beratungszentrum sind die Zahlen an Opfer und Schäden immer noch deutlich zu hoch.
 



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