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Custom-ROMs mit Android 7 im Überblick

09.08.2017 | 10:40 Uhr |

Das Angebot alternativer ROMs für Android 7 ist inzwischen stark angewachsen. Wir haben uns die interessantesten Kandidaten für Sie angeschaut.

Android 7 wurde Ende August 2016 offiziell veröffentlicht. Seitdem hat sich einiges auf dem Markt der Custom-ROMs getan. Wir stellen Ihnen aktuelle Custom-ROMs auf Basis von Android 7 vor und zeigen Ihnen, welche Lösung am besten für welchen Nutzertyp geeignet ist. Für die Installation eines Custom-ROMs benötigen Sie eine Recovery-Lösung wie das Team Win Recovery Project (TWRP) .

1. Lineage OS

Lineage OS 14.1 basiert auf Android 7.1.2; aktuell wird das ROM insgesamt für rund 180 Smartphones und Tablet angeboten. Ob es auch für Ihr Android Gerät eine passende Implementierung gibt, können Sie im Lineage-Wiki überprüfen. Dort erhalten Sie auch für jedes Endgerät eine detaillierte Anleitung, was Sie bei der Installation beachten sollten.

Siehe auch: Aus CyanogenMod wird Lineage OS

Laden Sie sich die benötigten Installationsdateien vom Lineage-OS-Server herunter, und installieren Sie diese über „TWRP“. Nach dem Emde der Installation wird das Smartphone oder Tablet neu gestartet. Werden Sie nicht nervös, wenn Sie für die nächsten Minuten nur das Lineage-OS-Logo sehen. Der erste Bootvorgang nach der Installation dauert bei allen Custom-ROMS sehr lange, da noch einige Einstellungen im Hintergrund vorgenommen werden müssen.

Im Lineage-OS-Wiki erhalten Sie zu jedem unterstützten Endgerät eine detaillierte Anleitung, wie Sie das ROM installieren.
Vergrößern Im Lineage-OS-Wiki erhalten Sie zu jedem unterstützten Endgerät eine detaillierte Anleitung, wie Sie das ROM installieren.

Für die Einrichtung von Lineage OS steht Ihnen wie gewohnt ein Assistent zur Verfügung, mit dem Sie die grundlegende Einrichtung wie Sprache, WLAN, Zeitzone und Standortdienste vornehmen. Am Ende des Vorgangs sehen Sie die Oberfläche von Lineage OS.

Ein erster Blick in die Einstellungen zeigt Ihnen die Basis des neuen Lineage-OS-Betriebssystems: Unter „Einstellungen –> Über das Telefon“ sehen Sie die aktuelle Android-Version 7.1.2.

Bei den vorinstallierten Apps sind die Entwickler bei Lineage OS genauso sparsam wie beim Vorgänger Cyanogenmod. Es sind im Wesentlichen nur der Standardbrowser, die App „AudioFX“ zur Optimierung der Lautsprecher sowie eine App zum Abspielen Ihrer MP3-Dateien vorhanden. Weitere Apps können entweder direkt als APK oder mittels GApps und des Google Play Store installiert werden.

Die Entwickler von Lineage OS haben an vielen Stellen nachgebessert, an denen Funktionen in Android 7 fehlen. Dies wird direkt in den Einstellungen sichtbar: Sie haben zusätzliche Menüs, über die Sie die Navigationsleiste, die Ein-/Aus-Taste, die Lautstärketaste oder auch die Statusleiste individuell konfigurieren können.

Die Oberfläche von Lineage OS sieht wie beim Vorgänger Cyanogenmod sehr spartanisch aus.
Vergrößern Die Oberfläche von Lineage OS sieht wie beim Vorgänger Cyanogenmod sehr spartanisch aus.

Sehr hilfreich ist auch die Möglichkeit, sich unterschiedliche Profile einzurichten, etwa für die Nutzung im Auto oder im Kino, wenn das Smartphone komplett lautlos sein sollte.

Fazit: Für ältere Hardware

Lineage OS eignet sich vor allem für Anwender von älterer Hardware, die keine Updates mehr erhalten und trotzdem das aktuelle Betriebssystem mit neuen Funktionen und regelmäßigen Sicherheitsupdates nutzen möchten. Dank der einfachen Installation, der automatischen Updates und der übersichtlichen Oberfläche eignet sich das CustomROM gut für Anwender mit wenig technischen Ambitionen, deren Smartphone einen Gebrauchsgegenstand darstellt.

2. Dirty Unicorns

Dirty Unicorns unterstützt aktuell nur noch 17 verschiedene Endgeräte , darunter im Wesentlichen die aktuellen Google-Smartphones. Als Launcher haben die Entwickler den Pixel-Launcher ausgewählt – die Oberfläche sieht somit nach dem neuesten Look & Feel von Google aus.

Dirty Unicorns verwendet bereits den Pixel Launcher in seinem aktuellen Custom-ROM.
Vergrößern Dirty Unicorns verwendet bereits den Pixel Launcher in seinem aktuellen Custom-ROM.

Ein erster Blick in die mitgelieferten Apps zeigt eine sehr aufgeräumte Übersicht. Neben einem Equalizer und Omniswitch zur Navigation ist lediglich der Updater für das Custom-ROM als Beigabe zu finden. Selbst der Webbrowser muss erst noch nachinstalliert werden.

Gut anpassbar: Deutlich mehr hat das Einhorn zu bieten, wenn es um die Möglichkeiten zur Anpassung des Custom-ROMs geht. In den Einstellungen sind alle wesentlichen Funktionen im Menüpunkt „Dirty Tweaks“ zu finden. An dieser Stelle sind auf insgesamt fünf Registerkarten alle zusätzlichen Einstellmöglichkeiten zu finden: vom System über den Sperrbildschirm, die Statusleiste und die Navigationsleiste bis hin zu den Multitasking-Funktionen. Hier ist vor allem der integrierte App-Switcher „Omniswitch“ zu erwähnen. Dieser integriert sich am Bildschirmrand und erlaubt mit einer Wischbewegung einen schnellen Zugriff nicht nur auf alle geöffneten Apps, sondern auch auf zentrale Funktionen wie die Einstellungen oder die installierten Apps.

Für eine schnellere Navigation sorgt unter Dirty Unicorns die Erweiterung „Omniswitch“.
Vergrößern Für eine schnellere Navigation sorgt unter Dirty Unicorns die Erweiterung „Omniswitch“.

Fazit: Guter Allrounder

Wenn Sie aktuell noch ein Standard-Hersteller- ROM verwenden oder Ihnen Ihr Custom-ROM nicht genügend Einstelloptionen bietet, lohnt sich ein Blick auf „Dirty Unicorns“. Es bietet Ihnen mit dem Pixel Launcher eine moderne Oberfläche und über die „Dirty Tweaks“ umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Dank des integrierten Updates ist auch kein großer Aufwand notwendig, um es auf dem aktuellen Stand zu halten.

Tipp: Custom-Rom im Notfall wieder löschen - so geht's

3. OmniROM

Das Custom-ROM OmniROM gehörte 2016 zu den Neuerscheinungen und bot damals bereits Unterstützung für über 80 Endgeräte. Bis zu diesem Jahr sind noch einmal rund 20 neue dazugekommen. Für eine größere Auswahl ist die Umsetzung auf Android 7 bereits erfolgt, allerdings steht noch nicht für alle Endgeräte das aktuelle Betriebssystem zur Verfügung. In unserem Test haben wir das Custom-ROM für das Nexus 5X gewählt.

Die Oberfläche von OmniROM wirkt sehr aufgeräumt und aufgrund des eingesetzten Pixel Launchers auch sehr modern.
Vergrößern Die Oberfläche von OmniROM wirkt sehr aufgeräumt und aufgrund des eingesetzten Pixel Launchers auch sehr modern.

Beim ersten Start erscheint die Oberfläche mit dem aktuellen Pixel Launcher in einem grünlichen Farbton – sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber das lässt sich ohne Weiteres selbst im Android-Standard anpassen.

Viele Apps an Bord: Positiv hervorzuheben ist der Grundlieferumfang an Apps, den OmniROM bereits mitbringt. Als Browser haben die Entwickler „Chromium“ gewählt, zusätzlich erhalten Sie auch einen Equalizer, „Phonegraph“ als Musikplayer, und anstelle der normalen Uhr setzt OmniROM die „Omniclock“ ein. Für die alternative Navigation und den Zugriff auf geöffnete Apps steht Ihnen die App „Omniswitch“ zur Verfügung.

Die wesentlichen Anpassungen werden jedoch – wie bei den meisten Konkurrenten auch – erst in den Einstellungen sichtbar. OmniROM hat seine Erweiterungen in der Rubrik „Omnigears“ gebundelt. In dieser können Sie die Status- und die Navigationsleiste anpassen, allerdings nicht in dem Umfang wie bei anderen CustomROMs. Zusätzlich dazu können Sie den Lautstärke-Schaltflächen weitere Funktionen zuweisen, wie etwa die Navigation zwischen Musikstücken Ihrer Playliste.

Für den schnellen Zugriff auf die Apps wird auch in OmniROM die Erweiterung „Omniswitch“ eingesetzt.
Vergrößern Für den schnellen Zugriff auf die Apps wird auch in OmniROM die Erweiterung „Omniswitch“ eingesetzt.

Interessant ist die Verwaltung der Benachrichtungs- LED, über die Sie getrennt nach Anwendungen und Akku Parameter setzen können.

Fazit: Sehr modern und aufgeräumt

OmniROM wirkt vom ersten Start an sehr modern, übersichtlich und aufgeräumt. Die Einstelloptionen halten sich in überschaubaren Grenzen. Deswegen empfehlen wir allen, die nach einer Alternative zu Lineage OS suchen, sich das OmniROM genauer anzuschauen.

4. SlimROMs

Wie der Name bereits vermuten lässt, setzt das Custom-ROM seinen Schwerpunkt auf seine kompakte Größe und seine geringen Hardwareanforderungen. Damit ist es auch für ältere und vor allem leistungsschwache Geräte möglich, auf eine aktuelle Android-Version zu wechseln. Dies zeigt sich auch in der Größe des Images: Es sind lediglich 295 MB. Das nächstgrößere ROM hat mindestens 30 MB mehr, Paranoid sogar über 600 MB. Die Entwickler bieten SlimROMs in der Android-7-Version aktuell für rund 50 Endgeräte an. Seit Ende Juni ist die Stable-Version für Nougat verfügbar.

SlimROMs wird mit einer sehr spartanischen Oberfläche und App-Ausstattung ausgeliefert.
Vergrößern SlimROMs wird mit einer sehr spartanischen Oberfläche und App-Ausstattung ausgeliefert.

Überschaubarer Lieferumfang: Der Desktop zeichnet sich durch einen schwarzen Hintergrund sowie ein geschwungenes S aus. Es sind im Standard nur wenige Apps darauf abgebildet. Für Tablets sind es die Kontakte, die Bilder sowie der „Chromium“ Browser. Beim Smartphone kommt noch die Telefon-App dazu. Die einzige zusätzliche App, welche SlimROMs mit sich bringt, sind die „DevTools“. Damit haben Sie beispielsweise Zugriff auf die installierten Programmpakete oder auch eine technische Konfigurationsübersicht.

Die zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten, die Sie in den Einstellungen finden, sind sehr übersichtlich: Über die Benutzeroberfläche passen Sie das Aussehen der Statusleiste an. Zusätzlich bietet SlimROMs eine alternative Darstellung für den Anwendungsverlauf. Ergänzend dazu können Sie auch noch verschiedene Anpassungen an der Navigationsleiste vornehmen.

Die integrierten „Dev Tools“ eröffnen Ihnen verschiedene technische Analysemöglichkeiten.
Vergrößern Die integrierten „Dev Tools“ eröffnen Ihnen verschiedene technische Analysemöglichkeiten.

Fazit: Für leistungsschwächere Geräte

SlimROMs lohnt sich, wenn Sie ein älteres Smartphone wie das Samsung Galaxy S3 besitzen und ein Standard-ROM wie Lineage OS das Gerät zu sehr ausbremst. Durch die breite Unterstützung von chinesischen Fabrikaten kann SlimROMs auch in diesem Zusammenhang eine interessante Alternative bieten, um auf eine aktuelle und weitgehend nichtmodifizierte Android-Version zu gelangen.

5. Resurrection Remix

Das Custom-ROM bietet in seinem Downloadbereich Unterstützung für gut 150 verschiedene Endgeräte an. In dieser Übersicht sehen Sie auch die Downloadzahlen der letzten Woche. Einsam an der Spitze ist dabei mit über 15 000 Downloads das Xiaomi Redmi 3, gefolgt vom Oneplus 3, dem Oneplus One und dem Lenovo ZUK Z2 – allesamt Smartphones, die einen chinesischen Ursprung haben.

Resurrection Remix hat sich nicht nur wegen seiner umfangreichen Unterstützung chinesischer Smartphones gut am Markt etabliert.
Vergrößern Resurrection Remix hat sich nicht nur wegen seiner umfangreichen Unterstützung chinesischer Smartphones gut am Markt etabliert.

Gut anpassbar: Beim ersten Start zeigt Resurrection Remix eine wilde Boot-Animation, die an den Flug in einem Raumgleiter erinnert. Die Oberfläche hingegen wirkt deutlich weniger wild und zeigt sich sehr aufgeräumt, wenn auch im Auslieferungszustand noch in englischer Sprache. Sie können diese jedoch jederzeit in den Einstellungen über „Languages & Input –> Languages“ in Deutsch ändern.

Die Stärken des Custom-ROMs werden in den Einstellungen innerhalb des Menüs „Konfiguration“ deutlich. Die Entwickler haben dort in insgesamt zehn Menüs verschiedenste Optionen zur Anpassung des Custom-ROMs zusammengefasst. Allein für die Statusleiste stehen Ihnen 12 Möglichkeiten der Anpassung zur Verfügung, etwa die Temperaturanzeige Ihres aktuellen Standorts oder ein pulsierender Effekt für Benachrichtigungen.

Resurrection Remix bietet mit Abstand die meisten Konfigurationsmöglichkeiten bei den untersuchten Custom-ROMs an.
Vergrößern Resurrection Remix bietet mit Abstand die meisten Konfigurationsmöglichkeiten bei den untersuchten Custom-ROMs an.

Für die optimale Handhabung Ihres Android-Systems haben die Entwickler von Resurrection Remix nicht nur „Omniswitch“ integriert, sondern auch noch eine App „Circle Bar“ und eine Pie-Steuerung.

Fazit: Für China-Phones

Resurrection Remix ist nicht für den gewöhnlichen Anwender geeignet. Diese kaufen sich in der Regel auch kein chinesisches Smartphone und installieren anschließend gleich ein alternatives Custom-ROM. Wenn Sie allerdings eine genaue Vorstellung haben, wie die Oberfläche Ihres Smartphones oder Tablets aussehen soll und Sie bei anderen Custom-ROMs bisher an die Grenzen gestoßen sind, bietet Resurrection Remix genau die passende Lösung an.

6. Paranoid Android

Nachdem ein Großteil des Teams Paranoid Android verlassen hatte und zu Oneplus gewechselt ist, war es lange ruhig um das Custom-ROM. Erst Mitte letzten Jahres meldete sich ein neues Team zurück, inzwischen gibt es gut 40 Geräte, die vom Entwicklerteam offiziell unterstützt werden. Dabei sind aktuelle Smartphones wie Googles Pixel XL oder das Nexus 5X, aber auch ältere Geräte wie das Nexus 7 oder das Nexus 4. Ebenfalls unterstützt wird die komplette Palette der Oneplus-Geräte.

Der Rückkehrer Paranoid Android kommt mit einem sehr farbenfrohen Bildschirmhintergrund.
Vergrößern Der Rückkehrer Paranoid Android kommt mit einem sehr farbenfrohen Bildschirmhintergrund.

Apps selbst installieren: Nach dem ersten Start erwartet Sie Paranoid mit einem bunten Hintergrund und dem Pixel Launcher. Ein Blick in die Liste der Apps offenbart ein ähnliches Bild wie bei den anderen Kandidaten: Lediglich ein Browser, ein Musikplayer und ein Soundrekorder werden mitgeliefert.

In den Einstellungen sind die neuen Funktionen auf nahezu alle Standardmenüs verteilt. So gibt es im Menü „Display“ Einstellungen zum Theme und zur Ansteuerung der Smartphone- LEDs. Neu hinzugekommen sind die Menüpunkte „Gestures“ und „Buttons“. Im ersten Menü können Sie drei Gesten konfigurieren, um beispielsweise über den Fingerabdrucksensor die Vorschau auf Benachrichtigungen aufzurufen. Im Menüpunkt „Buttons“ lassen sich die drei Schaltflächen der Navigationsleiste belegen.

Fazit: Nur im Notfall

Paranoid hat viel an Glanz eingebüßt. Der aktuelle Lieferumfang ist mehr als überschaubar, dafür ist das Custom-ROM mit knapp 615 MB mit Abstand am größten. Wenn Sie ein Smartphone besitzen, das ansonsten von keinem anderen ROM unterstützt wird, stellt Paranoid Android eine gute Alternative dar. Sie sollten jedoch etwas Erfahrung und vor allem Geduld mitbringen.

7. Cyanide N: Ein alter Bekannter

Cyanide setzt als Launcher die Nova-Lösung ein und bietet Ihnen damit flexible Konfigurationsmöglichkeiten.
Vergrößern Cyanide setzt als Launcher die Nova-Lösung ein und bietet Ihnen damit flexible Konfigurationsmöglichkeiten.

Auch die Entwickler von Cyanide arbeiten bereits länger zusammen und haben mit der aktuellen N-Version nun schon die dritte Custom-ROM-Generation herausgebracht. Wie auch Resurrection Remix basiert Cyanide auf der Cyanogenmod-Implementierung, allerdings ist dies auf den ersten Blick nicht wirklich sichtbar. Nur ein Blick in die Sources auf Github lässt Rückschlüsse zu den Quelldateien zu. Eine richtige Website gibt es leider auch bei Cyanide nicht – als Austauschplattform zwischen den Nutzern hat sich ebenfalls eine Google+-Community gebildet . Diese fällt allerdings im Vergleich zu RR mit gut 2500 Mitgliedern deutlich kleiner aus.

Der Startbildschirm sieht recht aufgeräumt aus, man merkt der eingesetzten Version das noch frühe Entwicklungsstadium direkt an: Der Webbrowser befindet sich noch nicht an der gewohnten Stelle auf dem Desktop. In den Apps ist dann zwar der „Webview Browser“ zu finden, allerdings noch mit dem Android-Männchen als Icon. Hier ist sicherlich noch ein wenig an Nacharbeit notwendig. Als Launcher haben die Entwickler den Nova-Launcher integriert. Dieser lässt sich per Icon individuell an Ihre Wünsche anpassen.

Wichtige Informationen rund um das Cyanide- ROM finden Sie in den Einstellungen unter „Cyanide- Mods“.
Vergrößern Wichtige Informationen rund um das Cyanide- ROM finden Sie in den Einstellungen unter „Cyanide- Mods“.

In den Einstellungen sind – ausgehend vom Android-7-Standard – einige zusätzliche Menüpunkte zu finden, die vollständig unter „Cyanide Central“ gruppiert wurden. In den „Themes“ können Sie zwischen den drei mitgelieferten Layouts auswählen. Zur Bearbeitung der Statusleiste steht Ihnen der „System UI Tuner“ zur Verfügung. Unter „Cyanidemods“ haben Sie vor allem Verlinkungen zu externen Ressourcen, etwa den Gapps oder den aktuellsten ROMs für Ihr Endgerät.

Fazit: Noch in den Kinderschuhen

Die Entwickler des Custom-ROMs Cyanide haben einen etwas anderen Weg als die Konkurrenz eingeschlagen: So ist der Cyanogenmod-Quellcode auf den ersten Blick nicht erkennbar, die Entwicklung des ROMs ist jedoch bereits recht weit gediehen. Allerdings bedarf es sicherlich noch einiger Arbeit, bis es den Reifegrad der drei anderen vorgestellten Custom-ROMs erreichen wird.

Tipp: Geheime Befehle für Android ausprobiert

8. Mokee: Der Neuling

Die Oberfläche von Mokee wirkt sehr aufgeräumt und liefert für die zentralen Standardfunktionen eine entsprechende App mit.
Vergrößern Die Oberfläche von Mokee wirkt sehr aufgeräumt und liefert für die zentralen Standardfunktionen eine entsprechende App mit.

Nach eigenen Angaben sind die Entwickler des Custom-ROMs bereits seit Ende 2012 dabei, ein eigenes Android-Betriebssystem nach dem Open-Source-Gedanken zu entwickeln. Bis jetzt war davon aber noch recht wenig zu hören. Dies kann sicherlich auch davon kommen, dass es sich bei Mokee um ein chinesisches Projekt handelt. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler in den letzten Jahren interessante Ergebnisse geliefert, die eine nähere Untersuchung lohnen.

Ein Blick in die Einstellungen zeigt den grundsätzlichen Ansatz der Entwickler: Weniger ist mehr. Sie finden im Gegensatz zu Resurrection Remix keine umfangreichen Einstellmöglichkeiten für Navigationsleiste oder Statuszeile. Lediglich die grundlegenden Optionen können Sie direkt über die beiden Untermenüs „Tasten“ und „Statusleiste“ setzen. Allerdings scheint es bei der Implementierung zu einigen Problemen gekommen zu sein: In der ersten getesteten Nightly-Version haben teilweise die Tasten der Navigationsleiste gefehlt, und auch die Quick Settings konnten nicht aufgerufen werden. Dafür haben die Entwickler von Mokee ihrem Custom-ROM eine Updatefunktion in Form einer App spendiert. Sie finden diese unter dem Namen „Mokee Center“ in den Updates wieder. Die integrierte Aktualisierung funktionierte in unseren Tests auch sehr gut, lediglich die gedrosselte Downloadgeschwindigkeit ließ ein wenig zu wünschen übrig. Mit der nächsten Nightly-Version waren diese Probleme dann auch wieder behoben.

Die Entwickler von Mokee stellen regelmäßig neue Versionen über die integrierte Updatefunktion zur Verfügung.
Vergrößern Die Entwickler von Mokee stellen regelmäßig neue Versionen über die integrierte Updatefunktion zur Verfügung.

Eine weitere App, welche dem Custom-ROM im Auslieferzustand beiliegt, ist „Schutzschild“. Damit legen Sie fest, wie sich Apps im Hintergrundbetrieb verhalten sollen, oder beenden sie komplett, wenn Sie die nächste App aufrufen.

Fazit: Der Lückenfüller

Alle Besitzer von Endgeräten, die bei Cyanogenmod und damit auch bei Resurrection Remix nicht berücksichtigt wurden, sollten sich Mokee als Alternative anschauen. Die Umsetzung von Android 7.1 ist recht gelungen, allerdings lässt die Stabilität der aktuellen Version an der einen oder anderen Stelle noch zu wünschen übrig. Es bleibt am Ende abzuwarten, wie viele hilfreiche Zusatzfunktionen noch in das Custom-ROM fließen werden. Steht jedoch Android 7 im Vordergrund, dann bietet Mokee eine gute Alternative an.

Auch dieses Jahr erscheinen natürlich wieder jede Menge Highend-Phones von den etablierten Marken wie das Samsung Galaxy S8, das iPhone 8 oder auch das LG G6. Daneben gibt es auch viele Highlights von unbekannteren Marken, etwa das Comeback von Nokia mit dem P1, das OnePlus 4 oder das geheime Super-Phone von Android-Entwickler Andy Rubin. Wir sin dauf jeden Fall schon sehr gespannt auf das Smartphone-Jahr 2017 und haben in diesem Video die spannendsten Top-Smartphones des Jahres zusammengefasst.

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