Channel Header
37950

Code zusammen führen und Debugging

29.06.2013 | 17:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

HTML und PHP zusammenführen

Eine wichtige Neuerung in Delphi für PHP 2.0 betrifft die Arbeit mit HTML-Templates: Entwickler können mit der neuen Version nun auch HTML-Templates in die IDE importieren und diese ebenfalls im Design-Modus in Delphi bearbeiten. Um ein neues HTML-Dokument zu erstellen, wählen Sie unter „Datei“ -> „Neu“ die Option „Formular“ aus. Wenn Sie bereits erstellte HTML-Dateien einfügen möchten, wählen Sie die Option „Templated Formular“. In fertige HTML-Seiten können Sie dann auch PHP-Tags einbauen. Das hat entscheidende Vorteile: Sie müssen nicht mehr zwischen unterschiedlichen Tools wechseln, um eine komplette Webseite mit HTML und PHP zu erstellen. Zudem können Sie für ein Projekt mit mehreren Entwicklern an HTML- und PHP-Scripts getrennt arbeiten, und können die Codes dann in Delphi ganz unkompliziert zusammenführen.

Hilfe bei der Code-Erstellung

Doch nicht nur die visuellen Gestaltungsmöglichkeiten machen es dem Nutzer leicht, ans Ziel zu gelangen. Auch bei der Programmierung des PHP-Codes gibt es einige neue Features, die sinnvolle Unterstützung bei der Arbeit bieten sollen. Die Funktion SyncEdit dient dazu, mehrere gleiche Identifier gleichzeitig verändern zu können. Dazu müssen Sie zunächst den gewünschten Code-Abschnitt markieren. Automatisch erscheint dann am linken Rand das kleine SyncEdit-Symbol. Wenn Sie dies anklicken, unterstreicht das Programm alle Identifier im markierten Abschnitt. Beispielsweise taucht dort vielleicht mehrfach der Identifier „Button1“ auf. Ändern Sie dies an nur einer Stelle im markierten Bereich in „MyButton“, überträgt die SyncEdit-Funktion diese Änderung auf alle „Button1“-Identifier im markierten Abschnitt.

Zum bequemen Bearbeiten von komplexen Codes können Sie auch einzelne Abschnitte verbergen, die im Augenblick nicht für Ihre Programmierung relevant sind. Dieses „Code Folding“ ist möglich durch das Klicken kleiner Minus- und Plus-Symbole am linken Rand (ganz ähnlich wie beim Öffnen von Verzeichnissen zum Beispiel im Windows Explorer). Diese Symbole erscheinen automatisch an den geeigneten Stellen, wo ganze Abschnitte verborgen werden können.

Fehler vermeiden

Weitere neue Features (die man auch aus Eclipse PDT und Netbeans kennt) helfen Ihnen maßgeblich dabei, beim Programmieren Fehler zu vermeiden: Syntaxfehler im Code unterstreicht die Software mit den gleichen roten Wellenlinien, die man aus der Office-Rechtschreibprüfung kennt. Das erleichtert beispielsweise das Erkennen von einfachen Tippfehlern. Darüber hinaus hilft die Änderungsverfolgung: Neu eingegebenen Code markiert das Programm vor dem Abspeichern mit einer gelben Linie am linken Rand, so dass Sie ihn leichter wiederfinden. Bei Code-Abschnitten, die Sie seit dem ersten Öffnen der Datei hinzugefügt und bereits einmal gespeichert haben, erscheint diese Linie in grün.

Wie Sie es vom T9-Modus beim Schreiben von SMS auf dem Handy kennen, kann auch Delphi für PHP 2.0 den Code automatisch vervollständigen (dieses Feature gibt es auch bei Eclipse PDT, Netbeans und Expression Web, aber auch beispielsweise bei Visual Studio für .net-Programmierer). Schon während der Nutzer einen Objektcode eingibt, zeigt ein kleines Popup-Fenster eine Liste mit möglichen, passenden Elementen an, die Sie direkt auswählen und einfügen können. Für das Einfügen des obersten Eintrags genügt das Drücken der Enter-Taste. Zusätzliche Hilfe bietet ein weiteres kleines Fenster, das bei der Auswahl eines bestimmten Codes aus der Vorschlagliste erscheint. Ähnlich einem kurzen Lexikoneintrag informiert es Sie über die Funktion des jeweiligen Identifiers, beispielsweise welchen Wert eine Methode erzeugt.

Debugging-Funktionen

Der „Profiler“ zeigt an, wie lange die Ausführung einzelner Befehle in einer Anwendung dauert.
Vergrößern Der „Profiler“ zeigt an, wie lange die Ausführung einzelner Befehle in einer Anwendung dauert.
© 2014

Wenn Sie eine Anwendung in der IDE starten, können Sie den Ablauf im integrierten Debugger überwachen. Dieser befindet sich im Fenster ganz unten und verfügt über verschiedene Funktionen zur Analyse und Behebung von Problemen. Diese Funktionen lassen sich über einzelne Reiter am unteren Rand aufrufen. Besonders nützlich ist der Profiler: Diesen müssen Sie zunächst per Kontrollkästchen links oben aktivieren. Wenn Sie dann eine Anwendung zur Probe starten, erstellt der Profiler eine Übersicht über die Zeitdauer, die alle einzelnen Code-Zeilen in ihrer Ausführung benötigen. So erkennen Sie so genannte „Bottlenecks“ – also Code-Abschnitte, die ungewöhnlich viel Zeit beanspruchen und daher eventuell optimierbar sind. Darüber hinaus können Sie beispielsweise auch Haltepunkte setzen, an denen die Anwendung unterbrochen werden soll. So lassen sich Fehler leichter lokalisieren. Die Haltepunkte setzen Sie einfach per Mausklick am linken Rand in der Code-Ansicht. Sie erscheinen dann als rote Punkte, die Sie anschließend auch deaktivieren und wieder aktivieren können.

Beim Hochladen eines fertigen Projektes hilft der Deployment-Experte, zu finden im Hauptmenü unter „Tools“. Mit seiner Hilfe können Sie alle benötigten Dateien für ein neues Projekt in einem lokalen Verzeichnis zusammenstellen, und dies dann anschließend mit einem FTP-Programm Ihrer Wahl auf einen Server laden.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
37950