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Chromebooks ohne Druck

05.07.2011 | 14:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Problematisch ist allerdings die Umstiegsphase. Setzt das Unternehmen bis dato viele eigens programmierte Desktop-Anwendungen ein, so lassen sich diese natürlich auf den Chromebooks nicht weiterverwenden. Chromebooks unterstützen zudem weder Java noch Microsoft Silverlight – Business-Anwendungen, die diese Techniken voraussetzen, laufen im Chrome-Browser auf dem Chromebook nicht. Adobe Flash wird dagegen unterstützt, Youtube-Videos lassen sich also problemlos abspielen.

Chromebooks ohne Druck

Ausdrucke sind im Unternehmen aus dem Alltag nicht wegzudenken. Doch ausgerechnet auf diesem Gebiet zeigen die Chromebooks Schwächen. Denn drucken kann man nur via Google Cloud Print . Dazu benötigen Sie entweder einen Drucker, der mit einem an das Internet angeschlossenen Rechner verbunden ist. Oder einen Google Cloud Print-fähigen Drucker – die gibt es derzeit aber nur von HP. Ihren typischen Netzwerk-Etagendrucker können Sie derzeit mit Chromebooks also nicht erreichen (selbst wenn dessen IP-Adresse für Sie vom Chromebook aus erreichbar wäre). Denn auf dem Chromebook können Sie nun einmal nicht den erforderlichen Druckertreiber installieren. Abhilfe müssen die Druckerhersteller schaffen, indem Sie Drucker-Apps als Treiberersatz entwickeln und im Chrome Web Store bereitstellen.

Google Cloud Print ausprobiert

Sicherheit der Unternehmensdaten

Speziell im Unternehmenseinsatz gibt es natürlich ein besonders schwer wiegendes Manko: Der Schutz vertraulicher Unternehmensdaten auf fremden Cloud-Servern. Das dürfte so manchem Unternehmenschef und CIO Bauchschmerzen bereiten.

Education: Chromebooks für Schulen und Universitäten

Neben Unternehmen dürften Universitäten, Schulen und Volkshochschulen sowie Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung als Anwendergruppe für Chromebooks in Frage kommen. Auch hier kämen Chromebooks als Thin Clients zum Einsatz. Der Dozent erklärt einen Sachverhalt, die Studenten oder Schüler verfolgen seine Ausführungen auf ihren Chromebooks.

Fazit: Chromebooks sind bedingt Business-tauglich

Chromebooks weisen gegenüber ihren direkten Konkurrenten, den Netbooks, einige Nachteile auf. Für Privatanwender dürfte das den Kauf eines Chromebooks in vielen Fällen unattraktiv machen. Im Unternehmenseinsatz und auf dem Bildungssektor könnten sich Chromebooks dagegen durchaus durchsetzen. Allerdings müssen dazu die derzeit noch bestehenden Nachteile wie die fehlende VPN-Unterstützung und die Einschränkungen beim Drucken beseitigt werden. Letztendlich stellen Chromebooks die IT-Abteilungen vor die gleiche Herausforderung wie Tablet-PCs - es müssen gewisse Schranken und Hindernisse überwunden werden, damit der Einsatz im Unternehmen reibungslos funktioniert. Bei den Tablets, insbesondere beim iPad, ist aber der Druck durch die Anwender derart groß, dass die IT-Abteilungen reagieren müssen. Ob die Nachfrage nach Chromebooks allerdings genauso groß werden wird, bleibt abzuwarten.

Zusätzliches Plus für den Business-Einsatz: In den USA werden die Chromebooks im Rahmen eines Leasing-Modells für Unternehmen und Bildungseinrichtungen angeboten. Das könnte Chromebooks unter dem Aspekt Total Cost of Ownership (TCO) attraktiv machen. Für Deutschland gibt es aber noch keine entsprechenden Angebote.

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