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Boot-CD für Notfälle

17.04.2010 | 08:11 Uhr |

Beim Schrauben am System kann es durchaus mal vorkommen, dass der Bootloader danach zerschossen ist. Vor diesem Hintergrund sollten Boot-CDs genauso zu Ihrer Standard-Ausrüstung gehören wie aktuelle Backups. Das Erstellen der Notfall-CD ist schnell erledigt, und Sie sind damit gerüstet.

Zunächst erstellen Sie auf der Konsole das ISO-Image für Ihre Boot-CD. Holen Sie sich in einem Terminal-Fenster mit "su" und der Eingabe Ihres root-Passworts Administratorrechte, und wechseln Sie dann mit dem Befehl "cd /temp" in das temporäre Verzeichnis. Darin erzeugen Sie mit

mkdir -p iso/boot/grub

die Unterverzeichnisse für Ihre Boot-CD. Dorthin kopieren Sie anschließend die Dateien aus Ihrer Bootkonfiguration:

cp /boot/vmlinuz iso/boot/cp /boot/initrd iso/boot/cp /boot/message iso/boot/cp /usr/lib/grub/stage2_eltorito iso/boot/grubcp /boot/grub/menu.lst iso/boot/grub

Die zuletzt kopierte Datei menu.lst passen Sie in einem Text-Editor an, da Sie nicht von der Festplatte, sondern von der CD booten wollen. Nach dem Öffnen der Datei sehen Sie Einträge für alle Systeme, die Ihr Bootloader sonst startet. Für die CD benötigen Sie nur ein System, zum Beispiel "openSUSE 11.0". Ersetzen Sie zunächst in der Zeile "gfxmenu" über dem ersten Eintrag den Verweis auf die Festplatte "(hdx,y)" durch einen Verweis auf die CD "(cd)". "x" steht hier für die Nummer der Festplatte, "y" für die Partition. Dasselbe führen Sie beim Eintrag für Ihr Open Suse-System in der Zeile "root" durch. Löschen Sie dann in der Zeile "kernel" und in der Zeile "initrd" jeweils die Kernelversionsnummer, inklusive eventueller Zusätze wie "default".

Die Einträge für die anderen Systeme können Sie ebenfalls löschen, andernfalls bearbeiten Sie sie auf dieselbe Weise. Abschließend speichern Sie die Datei.

Um eine CD brennen zu können, erstellen Sie aus den Verzeichnissen zunächst ein ISO-Image. Der Befehl dafür lautet:

mkisofs -r -b boot/grub/stage2_eltorito -no-emul-boot -boot-load-size4 -boot-info-table -o iso/grub.iso /tmp/iso

Dieses ISO-Image (grub.iso) brennen Sie anschließend mit einem CD-Brennprogramm wie K3b oder einem Kommandozeilen-Tool wie cdrecord auf eine CD. Sollte nun Ihr Bootloader mal streiken, können Sie Ihr System von der CD booten und anschließend in Yast Ihren Bootloader wie oben beschrieben reparieren. (me/cj)

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