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Blades auf dem Vormarsch

06.05.2008 | 10:15 Uhr | Christian Löbering

Der Markt reagiert auf diese Probleme mit zwei unterschiedlichen Ansätzen: Zum einen wird die Server-Auslastung durch Virtualisierung verbessert, zum anderen kommen immer mehr Blade-Server zum Einsatz. Sie haben unter anderem den Vorteil, mit Raum und Energie etwas sparsamer umzugehen als die sonst üblichen Server im eigenen Gehäuse. Zudem sind die Preise für die Einsteck-Rechner in den vergangenen Monaten deutlich gefallen. Laut Experton-Berater Schwab sind die Blades nur noch zehn bis 15 Prozent teurer als vergleichbar ausgestattete Rackmount-Maschinen.

Dem gegenüber ständen jedoch handfeste Vorteile: "Neben dem geringeren Platzbedarf pro Server können Blades auch einen geringeren Energiebedarf aufweisen", erläutert Schwab. Da zum Beispiel innerhalb eines Blade-Chassis weniger Netzteile benötigt würden als bei einem Rack voller 19-Zoll-Server, könnten Netzteile mit höherem Wirkungsgrad eingesetzt werden. Bei der maximalen Ausnutzung aller vorhandenen Techniken wie "Low-Voltage"-CPUs lasse sich der Stromhunger eines Blades gegenüber einem mit Standardkomponenten bestückten Server um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Doch die Blades sind leider kein Allheilmittel. Sie eignen sich nicht für alle Workloads im Rechenzentrum. Ein Blade ist ein physikalischer Server, nicht anders als bei Rackmount-Maschinen. Entsprechend sind auch die typischen Einsatzgebiete. "Es ist geradezu zwingend, eine Server-Farm mit vielen Stand-alone-Rechnern auf Blades zu migrieren", meint Schwab.

Blade-Server sind für Bereiche prädestiniert, in denen Workloads auf Linux- oder Windows-Basis abgearbeitet werden. Dazu zählt zum Beispiel das Web-Hosting. Hier sollten sich auch virtuelle Server mit guter Verfügbarkeit auf einer physikalischen Maschine betreiben lassen. Gleichzeitig ist eine hohe Dichte der Rechenleistung im RZ gefragt. SMP-Maschinen leisten das oft auch, sind aber in der Regel wegen der hohen Anschaffungskosten nicht wirtschaftlich. Interessant ist auch die einfache Skalierbarkeit der Blades nach dem Scale-out-Ansatz: Dabei wird erhöhter Rechenbedarf durch das Hinzufügen zusätzlicher Server abgedeckt. Typischerweise ist das bei Web-Applikationen und Terminal-Server-Anwendungen der Fall. Zusätzliche Blades können sehr einfach und unkompliziert in freie Slots des Chassis eingesteckt werden, ohne dass der Betrieb der anderen Rechner im Chassis unterbrochen werden muss. Im Gegensatz dazu fordert das Skalieren von SMP-Servern immer die Anschaffung einer neuen, stärkeren Maschine (Scale-up-Ansatz) und ist mit deutlich höherem Aufwand verbunden.

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