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Entwicklungspotenzial von Virtualisierung und Cloud Computing

26.04.2013 | 14:25 Uhr |

Cloud Computing war im vergangenen Jahr 2012 das beherrschende Thema im Serverbereich. Dabei werden IT-Dienste in eine Cloud verlagert, sodass eigene IT-Infrastruktur im Unternehmen überflüssig ist. In diesem Zusammenhang wollten wir von den Experten wissen: Wie werden sich Virtualisierung und Cloud Computing 2013 im Vergleich zu den Vorjahren entwickeln?

Peter Dümig, Dell: "Beide Themen werden auch in diesem Jahr eine Rolle spielen, wobei eine genaue Prognose für das Cloud Computing aber gerade in Deutschland schwerfällt. Das Thema Virtualisierung ist jedoch definitiv noch auf dem Radar eines jeden IT-Verantwortlichen. Wir erleben zurzeit, dass fast jedes Unternehmen versucht, seinen Virtualisierungsgrad weiter zu erhöhen."

Sascha Denz, Fujitsu: "Der Virtualisierungsgrad von Servern wird sich noch einmal deutlich erhöhen, und auch die Virtualisierung von Clients, Storage und Netzwerken setzt sich durch. Die IT-Abteilungen der Unternehmen werden dadurch zu Private-Cloud-Anbietern für ihre Fachbereiche. Dies versetzt sie in die Lage, auch flexibel Public/Trusted-Cloud-Angebote zu nutzen, zum Beispiel um Spitzenlasten abzudecken oder DR-Szenarien aufzusetzen. Aber auch Software aus der Cloud gewinnt an Bedeutung. Immer mehr Softwareanbieter machen ihre Produkte SaaS-ready, um ihren Kunden nutzungsbasierte Lizenzmodelle anbieten zu können."

Johannes Horneck, HP: " Virtualisierung hat sich in den vergangenen Jahren quasi zum Standard entwickelt. Einige Unternehmen haben ihre Virtualisierungsprojekte bereits erfolgreich beendet. Andere haben jedoch gewartet, bis die Technologie aus ihrer Sicht reif war. Sie wollen jetzt ihre Projekte starten und von den Erfahrungen der Systemhäuser aus den vergangenen Jahren profitieren.

Auch Cloud Computing wird 2013 weiter wachsen. In den Unternehmen gibt es dafür zwei Treiber: einerseits die IT-Abteilungen, die Cloud-Projekte zentral planen und vorantreiben, andererseits die Fachbereiche, die IT-Ressourcen bei Bedarf schnell hinzukaufen. Wichtig ist, dass die IT-Abteilungen die Kontrolle behalten und die Fachbereiche einfangen. Denn nur so können sie die notwendige Datenintegrität sicherstellen.

Bei den Cloud-Projekten der IT-Abteilungen dominieren zurzeit interne Lösungen, die primär als Automatisierungsprojekte vorangetrieben werden. Sie folgen als nächster Schritt auf die Virtualisierung. IT-Abteilungen wollen deshalb die bestehende Infrastruktur in die Cloud-Architektur einbinden."

Volker Kuhm, IBM: "Virtualisierungsplattformen werden in ihrem Leistungsumfang immer umfangreicher. Damit gibt es immer mehr Möglichkeiten zur optimalen Auslastung von Infrastrukturen. Cloud-Fähigkeit ist dabei eine erweiterte Selbstverständlichkeit - auch für den internen Betrieb von Virtualisierungsinfrastrukturen und nicht nur für Public Clouds. IT-Sicherheitsaspekte gewinnen in virtualisierten Strukturen enorm an Bedeutung, fast noch wichtiger sind diese für den Betrieb und die Nutzung von Public Clouds."

Rolf Kersten, Oracle: "Anforderungen des Cloud Computings wie Selbstbedienung, Ressourcenbereitstellung nach Bedarf und Ressourcenabrechnung nach Nutzung sind nur mit zentral vorgehaltenen und verwalteten Server-Clustern zu erfüllen. Ob diese Server-Cluster aus einer Vielzahl kleiner Serversysteme, wenigen großen oder einer Mischung aus beiden aufgebaut sind, hängt von den Applikationsanforderungen ab. Hauptsache, alle Systeme lassen sich einheitlich betreiben und verwalten. Oracle zum Beispiel offeriert verschiedene Versionen seiner für Datenbanken und Middleware optimierten Maschinen in unterschiedlichen Größen. Die Grenze zum Cloud Computing ist dabei fließend: Diese Maschinen können natürlich beim Kunden im eigenen Rechenzentrum betrieben werden oder von Oracle in der Cloud oder in einer Mischung aus beidem."

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