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Berufsunfähigkeit kann jeden treffen - sichern Sie sich ab

10.01.2017 | 11:00 Uhr |

Egal, ob Sie fest angestellt sind oder freiberuflich arbeiten - wenn Sie lang anhaltende gesundheitliche Probleme haben, dann kann schnell die finanzielle Existenz bedroht sein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört daher zu den wichtigen Versicherungen.

Die IT-Branche bietet viele Jobs, gerade in den Bereichen Software-as- a-Service, E- Commerce und Softwareentwicklung. Gesucht werden sowohl fest angestellte Mitarbeiter als auch Freelancer, die selbstständig tätig sind. Aber egal, ob fest oder frei - wenn gesundheitliche Probleme zur Berufsunfähigkeit führen, kann schnell die finanzielle Existenz bedroht sein.

Was versteht man unter Berufsunfähigkeit?

Berufsunfähigkeit bedeutet erst einmal dem Wortsinn nach, dass jemand nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Das ist zwar richtig, aber doch etwas komplizierter.

Eine Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn man aus gesundheitlichen Gründen, also wegen einer Erkrankung oder nach einem Unfall, seiner aktuellen Arbeit nur noch zu weniger als 50 Prozent nachgehen kann. Und das für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten.

Wer also beispielsweise als Programmierer nach einem Bandscheibenvorfall nicht mehr den ganzen Tag im Büro sitzen kann, der ist berufsunfähig.

Es handelt sich dabei um eine Definition der privaten Versicherungswirtschaft. In der gesetzlichen Rentenversicherung gab es bis 2001 auch den Begriff der Berufsunfähigkeit. Dann wurde dieser aber ersetzt durch “Erwerbsminderung”. Für alle ab 1961 Geborenen gilt seitdem, dass sie einen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente nur dann haben, wenn gar kein Beruf mehr ausgeübt werden kann. Es muss also Erwerbsunfähigkeit bestehen. Dabei geht es nicht um den zuletzt ausgeübten Beruf, sondern um jede Tätigkeit.

Die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit

Noch immer glauben viele Menschen, das Risiko, berufsunfähig zu werden, beträfe sie nicht, da sie ja einen ungefährlichen Bürojob haben. Doch ein Blick auf die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit lässt erahnen, dass wirklich jede Berufsgruppe gefährdet sein kann.

Hauptgrund für Berufsunfähigkeit sind nämlich psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Sie machen mit rund einem Drittel den größten Teil der Ursachen aus. An zweiter Stelle der häufigsten Ursachen stehen Erkrankungen des Skelett- und Muskelapparates. Dazu gehören zum Beispiel Arthrosen und Rückenleiden. Schon an dritter Stelle kommen Tumorerkrankungen wie Krebs (14 Prozent). Nur zu 10 Prozent sind Unfälle die Gründe für eine Berufsunfähigkeit.

Da also gerade psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeit eine wichtige Rolle spielen, wird deutlich, dass auch ohne anstrengende körperliche Arbeit ein hohes Risiko für Berufsunfähigkeit besteht. In Deutschland wird knapp jeder Vierte bis zum Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig.

Darum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig

Da jeder Vierte im Laufe seines Lebens von Berufsunfähigkeit betroffen ist, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) eine sinnvolle Absicherung.

Eine BU zahlt im Fall von Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente, deren Höhe beim Abschluss des Vertrages mit dem Versicherungsunternehmen festgelegt wird. Dafür zahlt der Versicherte während der Vertragslaufzeit einen monatlichen Beitrag.

Auch für Berufstätige im IT-Bereich ist die Absicherung der Arbeitskraft sinnvoll, egal ob als IT-System- Kaufmann, als Softwareentwickler oder als Mediengestalter Digital und Print. Alle Berufe erfordern eine hohe Konzentrationsleistung. Oft ist die tägliche Arbeit mit stundenlangem Sitzen und intensiver Bildschirmarbeit verbunden. Bei Selbstständigen kommt noch die Belastung durch das unternehmerische Risiko hinzu. Die psychische Belastung ist hoch und kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Schritt vom “normalen” Stress zur Erkrankung ist klein. Was erst einmal wie Müdigkeit oder Erschöpfung erscheint, kann sich zu einem Burnout entwickeln.

Kosten einer BU - ein Beispiel

Die Höhe des Beitrages ist individuell und von mehreren Faktoren abhängig. Dazu gehören das Alter beim Vertragsabschluss, der Gesundheitszustand, die Höhe der verabredeten Rentenzahlung und der ausgeübte Beruf. Aus diesen Faktoren berechnen die Versicherer den zu zahlenden Monatsbeitrag. Dabei gilt: Je jünger und gesünder jemand beim Abschluss des Vertrages ist, desto niedriger sind die Beiträge. Und: eine höhere BU-Rente zieht einen höheren Beitrag nach sich.

Ein Beispiel verdeutlicht die möglichen Kosten: Ein gesunder 27-jähriger Softwareentwickler zahlt für eine BU, die eine Rentenzahlung in Höhe von 1.000 Euro vorsieht, einen Monatsbeitrag von 34,07 Euro. Ist der gleiche Mann als IT-Systemelektroniker tätig, dann zahlt er einen Monatsbeitrag in Höhe von 49,35 Euro. Noch tiefer muss ein Mediengestalter Digital und Print in die Tasche greifen. Für ihn wird ein Beitrag von 60,17 Euro fällig. Die höheren Beiträge kommen durch den größeren Anteil an körperlicher Arbeit zustande.

Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor dem Abschluss einer BU sollten Sie die bestehenden Angebote genau prüfen und vergleichen, beispielsweise online mit einem Versicherungsrechner machen. Dazu finden Sie Tipps, die helfen, den passenden Tarif zu finden.

  • Die Versicherung versucht bei jedem Antragsteller abzuschätzen, wie groß das Risiko ist, dass er berufsunfähig werden könnte. Dazu werden umfassende Gesundheitsfragen gestellt. Diese müssen unbedingt ehrlich beantwortet werden. Wer eventuell vorhandene Vorerkrankungen verschweigt, der muss damit rechnen, dass der Versicherer später die Auszahlung der Rente verweigert.

  • Wer sich früh für eine BU entscheidet, kann mit günstigeren Tarifen rechnen. Es werden Einsteigertarife für Studenten und Auszubildende angeboten, die geringer ausfallen als der Normaltarif. Erst nach einigen Jahren steigen diese Tarife dann über den Normaltarif. So kann man sich auch schon mit einem kleinen Geldbeutel den Abschluss einer BU leisten.

  • Die Höhe der BU-Rente sollte den eigenen Bedürfnissen angepasst sein. Dabei kommt es auf das eigene Nettoeinkommen an. Die BU-Rente sollte die Lücke bei einem möglichen Einkommensausfall so gering wie möglich halten. Empfohlen wird eine Rentenhöhe von mindestens 50 bis 75 Prozent des Nettoeinkommens, sie sollte aber mindestens 1.000 Euro betragen.

  • Gerade für gesundheitlich vorbelastete Menschen, die chronische Krankheiten oder komplizierte Operationen hinter sich haben, bietet sich eine Risikovoranfrage über einen Versicherungsmakler an. Diese hat den Vorteil, dass das Ergebnis der Voranfrage, d.h.auch eine mögliche Ablehnung aus gesundheitlichen Gründen, nicht im zentralen Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer gespeichert wird. In diesem System werden sämtliche Kundendaten registriert. Wer dort negativ vermerkt ist, hat es sehr schwer, überhaupt noch einmal eine BU abschließen zu können.

Sinnvolle Alternativen zur BU

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sein, dass jemand keine BU bekommt, weil er von den Versicherern abgelehnt wird, beispielsweise aufgrund schwerer Vorerkrankungen.

In diesem Fall bieten sich Alternativen an. Dazu gehört die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diese zahlt eine monatliche Rente, wenn der Betreffende in gar keinem Beruf mehr arbeiten kann. Sie springt also erst später ein als eine BU, die ja schon zahlt, wenn der aktuelle Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

Eine weitere Möglichkeit ist die Grundfähigkeitsversicherung. Auch hier wird eine monatliche Rente ausgezahlt, aber nur in dem Fall, dass grundlegende Fähigkeiten verlorengehen. Dazu gehören Sprechen, Greifen oder auch Laufen.

Dann gibt es noch die rDread-Disease-Versicherung. Mit dieser Versicherung besteht der Anspruch auf eine einmalige Zahlung einer bestimmten Summe, die beim Auftreten besonders schwerer Erkrankungen ausgezahlt wird. Dazu gehören Krebs und Herzinfarkt.

Eine weitere Möglichkeit der Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist die Multi-Risk-Versicherung. Dabei werden mehrere Bausteine anderer Versicherungen zusammengefasst, etwa aus einer Unfall- und der Grundfähigkeitsversicherung.

Der Verlust der Arbeitskraft stellt ein Risiko dar, das nicht unterschätzt werden sollte.

Berufsunfähigkeit bedroht sowohl körperlich schwer arbeitende Menschen als auch Menschen, die im Büro arbeiten. Darum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein sinnvoller Schutz vor den finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit.

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