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Bereits an Bord: iMessage, Google Talk, Windows Live

19.07.2012 | 10:09 Uhr |

iMessage ist auf iPhone und iPad bereits vorinstalliert. Der Dienst versteht aber keine Messenger oder Smartphones anderer Hersteller.
Vergrößern iMessage ist auf iPhone und iPad bereits vorinstalliert. Der Dienst versteht aber keine Messenger oder Smartphones anderer Hersteller.

Ebenfalls plattformübergreifend über die mobilen Betriebssysteme sowie unter Windows, Mac und Linux arbeitet IM+. Dieser Multimessenger unterstützt die Protokolle zahlreicher klassischer Instant Messenger wie ICQ, Windows Live Messenger, Google Talk, Skype, Twitter und Facebook. Zum Versenden von Nachrichten auf mobilen Geräten wurde erst vor wenigen Monaten in den Messenger die Beep-Funktion eingeführt. Beep wird durch die Eingabe der eigenen Handynummer wie bei Whatsapp aktiviert. Die Nutzung von Beep ist kostenlos und funktioniert auch in der Gratisvariante von IM+, die sich über Werbung finanziert.

Zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist ein weiterer Multimessenger: Trillian versteht nicht nur seit den Anfängen fast alle anderen Messenger-Protokolle, sondern steht kostenlos inzwischen auch für die mobilen Betriebssysteme iOS, Android, Windows Phone und Blackberry zur Verfügung. Allerdings fehlt hier die beschriebene Bequemlichkeit, direkt über die hinterlegten Telefonnummern mit Ihren Kontakten kommunizieren zu können.

Die gibt es dagegen wieder beim Konkurrenten Ebuddy mit der App Ebuddy XMS für Apple, Android und Blackberry. Windows Phone dagegen wird bisher nicht unterstützt.

Zu unterscheiden von den Messengern, die auf mehreren Handy-Betriebssystemen laufen, sind die systemspezifischen. Letztere sind auf dem jeweiligen Smartphone meist vorinstalliert, beschränken sich aber zumindest teilweise auf dieses eine System: also auf iOS, Android oder Windows Phone.

Auf den Apple-Geräten arbeitet seit der Einführung der Betriebssystemversion 5 mit iMessage ein eigener Messenger. iMessage läuft auf iPhones ab dem Modell 3GS, den iPads, den neuen iPod-Touch-Geräten sowie seit Kurzem auch auf dem Mac-Betriebssystem Mountain Lion – allerdings auch nur dort. Denn iMessage ist wie bei Apple üblich ein geschlossenes System und versteht keine anderen Messenger-Protokolle.

Analog zu den Apple-Geräten ist auf Android-Smartphones ebenfalls ein Messenger vorinstalliert, natürlich von Google. Doch Google Talk ist anders als iMessage kein in sich abgeschlossenes System. Vielmehr verstehen einige Multimessenger auch Google Talk, so dass man damit auch systemübergreifend kommunizieren kann. Ähnlich ist es bei Windows Phone: Hier gehört der Windows Live Messenger nach dem Update auf die Version 7.5 ebenfalls zum Mobiltelefon. Mit Ausnahme des Chats von Facebook versteht die Microsoft-App aber keine anderen Protokolle, so dass man auch hier letztlich nicht um einen zusätzlichen Multimessenger herumkommt.

Tipp: Mehr Schutz durch clevere Smartphone-Apps

Nachrichten über den PC, per Skype oder Facebook
Einige Multimessenger wie Trillian oder IM+, die die Protokolle gleich mehrerer anderer Instant Messenger verstehen, wurden bereits erwähnt. An dieser Stelle soll es aber nicht um eine vollständige Liste aller Messenger gehen, sondern um die mobile Nutzung solcher Nachrichtendienste und damit den SMS-Ersatz.

Der Multimessenger Trillian läuft mittlerweile auch auf Smartphones mit Android, Blackberry-OS und iOS.
Vergrößern Der Multimessenger Trillian läuft mittlerweile auch auf Smartphones mit Android, Blackberry-OS und iOS.
© Trillian

Denn Textnachrichten lassen sich auch mit solchen Diensten versenden, die primär einem ganz anderen Einsatzzweck dienen, nämlich dem Telefonieren über VoIP und zur Videotelefonie. Neben Fring, Oovoo und Yahoo ist hier Skype zweifelsfrei der populärste – spricht man vom Telefonieren übers Web, meint man Skype.

Selbstverständlich lässt sich mit Skype auch per Tastatur chatten, doch dafür nutzen die meisten Handybesitzer andere Apps. Deshalb hat sich Skype auf den mobilen Plattformen bisher nicht durchsetzen können, obwohl es für iOS, Android, Symbian und seit kurzem auch für Windows Phone verfügbar ist. Damit werden zwar die populärsten Handy-Plattformen unterstützt, doch die vor allem von Geschäftsleuten nach wie vor häufig genutzten Blackberry-Geräte bleiben beim Skypen weiter außen vor.

Aber gibt es ja noch die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook. Natürlich kann man hier mit seinen Freunden in Kontakt treten und Nachrichten schreiben. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Google+, SchülerVZ, StudiVZ und alle anderen Social Networks.

VoIP-Telefonie auf dem Handy

Skype lässt sich auch auf mobilen Apple- und Android-Geräten für Videotelefonie und gewöhnliche Telefonate installieren.
Vergrößern Skype lässt sich auch auf mobilen Apple- und Android-Geräten für Videotelefonie und gewöhnliche Telefonate installieren.

Auf den ersten Blick ist es absurd: eine App zum Telefonieren auf einem Gerät, mit dem man ohnehin telefonieren kann! Auf den zweiten Blick aber macht mobiles Skype durchaus Sinn. Denn zum einen ist man auf diese Weise stets unter einem Account erreichbar, zum zweiten kostet die ausschließliche Kommunikation über Skype nichts zusätzlich, was insbesondere für Auslandsgespräche von Bedeutung ist.

Sinnvoll ist Skype auf dem Smartphone natürlich nur mit einer Datenflatrate. Telefonieren über Voice over IP (VoIP) verbraucht etwa ein halbes MByte pro Minute, für Videotelefonie müssen Sie etwa vier MByte jede Minute kalkulieren. Hinzu kommen rechtliche Aspekte, denn einige Mobilfunkprovider verbieten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Nutzung von VoIP-Telefonie ausdrücklich. Ob die Unternehmen das Skypen tatsächlich verfolgen, ist eine andere Frage. Skype steht als App für iOS, Android, Windows Phone und Symbian und damit für eine Vielzahl von Geräten zur Verfügung.

Mobil bleiben: Geniale Biker-Apps für Android

Fazit: SMS war gestern, Alternativen gibt es viele
Alternativen zur SMS existieren genug, jede Lösung hat ihre Vorteile, jede ihre Nachteile. Wer schon seit Jahren einen Instant Messanger auf dem Rechner verwendet, wird sich kaum die Mühe machen wollen und seine bestehenden Kontakte plötzlich umstellen. Hier ist ein Multimessenger wie Ebuddy XMS, IM+ oder Trillian ideal – diese Tools verstehen so gut wie alles. Wer dagegen neu mit dem Messaging startet, ist mit Whatsapp gut bedient. Denn über die ohnehin vorhandenen Handynummern kann man wie bei den SMS-Kurznachrichten sofort loslegen, ohne irgendwelche Pseudonyme zu kennen. Zudem ist Whatsapp in Deutschland bereits so verbreitet, dass die meisten neuen Benutzer überrascht sein dürften, wie viele ihrer Kontakte dort schon angemeldet sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Whatsapp auf praktisch allen Smartphones läuft.

Haben Sie also ohnehin eine Flatrate für mobiles Internet, können Sie sich die zusätzlichen Kosten für den SMS-Versand künftig sparen. Denn eine vollwertige SMS-Flatrate schlägt monatlich meist mit etwa 10 Euro zu Buche. Nachteile haben Sie mit Whatsapp und Co nicht, im Gegenteil: Während sich per SMS wirklich nur Textnachrichten ohne Links oder Fotos verschicken lassen, unterstützen viele mobile Instant Messenger das Versenden von Bildern, Videos und sowie die Information über den eigenen Standort – ganz wie im sozialen Netzwerk eben.

Damit stellt sich schließlich wieder die Frage nach dem Datenschutz. Hier müssen letztlich Sie für sich entscheiden, ob Sie dabei mitmachen möchten oder nicht.

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