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Benchmark und Fazit

22.10.2012 | 09:12 Uhr |

Benchmark-Tests
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: LinuxWelt hat Firefox in Version 13 und Chrome in Version 20 getestet. Dabei kamen verbreitete und anerkannte Benchmarks zum Einsatz. Sowohl Google als auch Mozilla stellen eigene Javascript-Benchmarks zur Verfügung. Diese wurden zu Rate gezogen. Um das Ergebnis so neutral wie möglich zu ermitteln, mussten sich die beiden Browser insgesamt vier verschiedenen Tests stellen. Jeder Benchmark wurde insgesamt fünf Mal durchgeführt und dann der Durchschnitt errechnet.

Sunspider Javascript Benchmark 0.9.1: Dieser Benchmark testet lediglich den Kern von Javascript. Die DOM oder andere Browser-APIs werden nicht zu Rate gezogen. Laut eigener Aussage vermeidet der Test Micro-Benchmarks und konzentriert sich darauf, was Entwickler mit Javascript dieser Tage zu lösen versuchen. Herausgeber ist webkit.org. In diesem Test liegt Mozilla Firefox mit 210,5 Millisekunden knapp vor Chrome. Der Google-Browser benötigt 230,3 Millisekunden. Sunspider Javascript Benchmark

Mozilla Kraken 1.1: Mozilla hat bei Herausgabe des Kraken-Benchmarks betont, dass dieser Test nicht für Firefox optimiert wurde. Man habe Szenarien zusammengestellt, wie sie Anwender beim heutigen Gebrauch des Internets wohl am ehesten benutzen. Googles Chrome gewinnt diesen Test mit einem Schnitt von 3234,3 Millisekunden. Firefox braucht fast 20 Prozent länger und schafft den Benchmark in 3811,2 Millisekunden. Mozilla Kraken

V8-Benchmark: Google hat diesen Benchmark ins Leben gerufen, um die eigene V8-Engine zu verbessern. Man kann davon ausgehen, dass dieser Test auf Chrome zugeschnitten ist. Es ist also wenig überraschend, dass der Google-Browser hier mit 10 849 Punkten den Konkurrenten Firefox mit nur 5844 Zählern alt aussehen lässt. Google V8-Benchmark

Futuremarks Peacekeeper: Hier ist einer der aussagekräftigsten und neutralsten Benchmarks bei der Arbeit. Am Ende hat Chrome auch hier die Nase vorne.
Vergrößern Futuremarks Peacekeeper: Hier ist einer der aussagekräftigsten und neutralsten Benchmarks bei der Arbeit. Am Ende hat Chrome auch hier die Nase vorne.

Futuremark Peacekeeper: Dieser Benchmark ist einer der umfangreichsten und neutralsten. Er untersucht Browser in verschiedenen Einzeltests auf Herz und Nieren. Peacekeeper prüft dabei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die HTML5-Fähigkeiten, DOM-Operationen und das Parsen von Text. Der Benchmark bescheinigt Chrome HTML5-Fähigkeiten 6 von 7 und spendiert dem Google-Browser insgesamt 2993 Punkte. Firefox muss sich mit 2072 Punkten zufriedengeben. Viele Punkte lässt der Mozilla-Browser in Sachen HTML5 liegen – bei der Wertung 3 von 7 ist noch deutlich Luft nach oben. Futuremark Peacekeeper

Der schnellste Browser für das Web

Fazit: Der Gewinner?
Ein eindeutiges Urteil ist unserer Ansicht nach nicht möglich: Fakt ist, dass beide Browser sehr gut unter Linux funktionieren und der Anwender mit Firefox wie Chrome schnell und komfortabel arbeitet. Wer sich allein an den Benchmarks orientieren will, sieht Chrome als knappen Sieger. Mit neueren Webtechnologien kann Chrome ein Stück besser umgehen. Gravierend sind die Geschwindigkeitsunterschiede allerdings nicht mehr. Bei den geringen Leistungsunterschieden mag für so manchen Benutzer die Freiheit des quelloffenen Firefox als wesentliches Pro-Argument den Ausschlag geben.

Läppischer Zeitvertreib oder am Ende doch ein Killer-Feature? Mit Google Chrome kommen auch Linux-Anwender in den Genuss von Angry Birds.
Vergrößern Läppischer Zeitvertreib oder am Ende doch ein Killer-Feature? Mit Google Chrome kommen auch Linux-Anwender in den Genuss von Angry Birds.

In einer Hinsicht hat Chrome aber die Nase vor: der Webstore. Da der Google-Browser besser mit neueren Technologien umgehen kann, lassen sich hier viele Anwendungen offline installieren. Sie spielen zum Beispiel im Chrome-Browser Angry Birds, ohne mit dem Internet verbunden sein zu müssen. Somit können sich auch Linuxer daran erfreuen, mit verärgerten Vögeln nach Schweinen zu werfen. Chrome Webstore

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