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Backups ganz einfach: Datensicherung ohne viel Aufwand

14.08.2019 | 14:01 Uhr |

Nur mit einem regelmäßigen Backup beugen Sie einem Verlust wichtiger Daten vor. Schon mit den Bordmitteln von Windows sichern Sie Dateien permanent im Hintergrund.

Aus mehreren Gründen ist es unerlässlich, eigene Dokumente und Fotos regelmäßig zu sichern: So löscht zum Beispiel ein vorschneller Klick eine Datei oder einen kompletten Ordner ohne aktivierten Papierkorb von Windows. Mit einem Backup sind Sie im Regelfall auf der sicheren Seite, ebenso wie bei einem Festplattendefekt und einer Virenattacke. Mit dem Dateiversionsverlauf besitzt Windows bereits seit der Version 8 ein Backup-Tool als festen Bestandteil des Betriebssystems: Sie müssen das Tool aber zunächst aktivieren, in der Voreinstellung ist der Dateiversionsverlauf ausgeschaltet.

Dateiversionsverlauf als Nonstop-Backup-Modul in Windows 10

Der Dateiversionsverlauf von Windows speichert die Änderungen auch auf Netzwerkfreigaben oder NAS-Laufwerken.
Vergrößern Der Dateiversionsverlauf von Windows speichert die Änderungen auch auf Netzwerkfreigaben oder NAS-Laufwerken.

Der Dateiversionsverlauf in Windows 10 übernimmt das regelmäßige Sichern von Dateien im Hintergrund. Er ist übrigens doppelt vorhanden – als klassische Anwendung der Systemsteuerung und als Funktion in den Windows-Einstellungen (Win-I). Dort finden Sie den Dateiversionsverlauf unter „Update und Sicherheit“ im Bereich Sicherung. Sie legen hier mit einem Klick auf „Laufwerk hinzufügen“ eine neue Sicherung an. Es öffnet sich nun eine Auswahl mit den verfügbaren Ziellaufwerken. Wählen Sie anschließend ein Laufwerk mit ausreichend freiem Platz.

Der Dateiversionsverlauf verlangt für seine Sicherungen explizit ein separates physisches Laufwerk wie etwa eine zweite Festplatte, ein USB-Laufwerk oder eine Netzwerkfreigabe. Sie können natürlich auch ein NAS-Laufwerk als Sicherungsziel angeben, sogar der interne NAS-Speicher einer Fritzbox wird akzeptiert. Danach ist die Sicherung aktiviert.

Die Sicherungsvorgaben lassen sich unter „Weitere Optionen“ festlegen: In der Voreinstellung ist das Sicherungsintervall auf „Stündlich“ eingestellt. Die Wahl für die Aufbewahrung gespeicherter Versionen ist „Immer“. Arbeiten Sie auf dem PC mit wichtigen Dateien, sollten Sie den ersten Wert auf „10 Minuten setzen“. Der Dateiversionsverlauf sichert dann automatisch Dokumente, die in den Windows-Bibliotheken abgelegt wurden, wie auch Kontakte, Favoriten und den Desktop. Was und wie viel Windows im Rahmen des Dateiversionsverlaufs kopiert, hängt davon ab, welche Änderungen es seit der letzten Sicherung gegeben hat. Die gesicherten Dateien finden Sie in der Ordnerstruktur unter „\File History“ auf dem Zieldatenträger. Die Unterordner entsprechen der Struktur der Originalordner. Jede von Windows erstellte Dateiversion wird als vollständige Datei gesichert und erhält zur Unterscheidung von bereits zuvor gesicherten Versionen einen ergänzenden Zeitstempel im Dateinamen.

Eine frühere Dateiversion lässt sich leicht zurückholen. Klicken Sie im Fenster des Dateiversionsverlaufs auf „Dateien von einer aktuellen Sicherung wiederherstellen“. Nun können Sie bequem in Ihren Sicherungen blättern, deren Zeitstempel angezeigt werden, und Dateiversionen mit einem Rechtsklick auf den grünen Kreis und „Wiederherstellen“ (in den Originalordner) oder auf „Wiederherstellen in“ einen Ordner Ihrer Wahl kopieren.

Siehe auch:   Volle Sicherheit mit Windows 10 Bordmitteln

Ausgewählte Daten automatisch anhand eines Zeitplans sichern

Ein brauchbares Backup-Tool für Windows ist die Freeware Aomei Backupper Standard . Für die Einrichtung einer ersten Sicherung starten Sie das Programm, klicken links in der Aufgabenleiste auf „Backup –› Dateisicherung“ und vergeben oben als „Auftragsnamen“ eine aussagekräftige Bezeichnung wie „Meine Fotos“. Im Feld „1“ darunter definieren Sie über „+ Ordner –› Browsen“ Ihr Bilderverzeichnis und bestätigen mit „OK“. Sämtliche Unterordner werden automatisch mitgesichert. Feld „2“ definiert das Sicherungsziel: Hier wählen Sie am besten eine separate, also meist externe Festplatte. Aktivieren Sie nun über das „Zeitplan“-Fenster und die Option „Täglich –› Täglich um …“. Mit drei weiteren Mausklicks auf „OK –› Starten –› Den Zeitplan hinzufügen und jetzt Backup starten“ sind Sie fertig mit der Einrichtung. Von da an müssen Sie sich um nichts mehr kümmern, weil die Datensicherung selbstständig dem definierten Zeitplan folgt.

Backup: Die optimale Strategie

Bei der Wahl der richtigen Backup-Strategie gilt es, zwischen dem Aufwand beim Erstellen des Backups und dem beim späteren Wiederherstellen des Systems abzuwägen.

Je mehr Zeit Sie in Ihr Backup investieren, desto schneller geht im Falle eines Falles das Wiederherstellen der Dateien vonstatten. Doch wäre es sicherlich übertrieben, jedes Mal das gesamte System zu sichern. Aus den folgenden drei Backup-Strategien können Sie sich die für Sie optimale Kombination zusammenstellen, um im Ernstfall nicht vor dem Super-Daten-GAU zu stehen und keine Daten zu verlieren.

Voll-Backup: Sie sichern alle Daten Ihres Systems, samt Systemdateien, Windows-Registry, Anwendungen und Treibern. Der Umfang ist beträchtlich und hängt von der Datenmenge und den installierten Programmen ab. Dafür lässt sich aber im Notfall Ihr komplettes System rasch mit nur einem Sicherungs-Set wiederherstellen. Wir empfehlen Ihnen, in jedem Fall anfangs ein Voll-Backup durchzuführen. Ihr gesamtes System lässt sich damit vergleichsweise schnell und unkompliziert wiederherstellen.

Inkrementelles Backup: Die letzte Sicherung liegt noch nicht lange zurück, und für die wenigen Änderungen lohnt sich noch kein Voll-Backup? Verzichten Sie trotzdem nicht auf die Sicherung – immerhin steckt die Arbeit der letzten Stunden oder Tage darin! Sichern Sie inkrementell, sprich: nur alle seit dem letzten (Teil-)Backup vorgenommenen Änderungen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie ein fehlerfreies Voll-Backup besitzen. Grundlage für die inkrementelle Sicherung sind die sogenannten Archiv-Bits einer Datei. Die Backup-Tools setzen diese nach einem inkrementellen Backup in der Regel automatisch zurück. Auch wenn diese Methode schnell und bequem ist, sollten Sie nicht ausschließlich damit arbeiten. Denn sonst wartet beim Wiederherstellen eine Menge Arbeit auf Sie: Sie müssen jedes Backup-Set, das Sie seit der letzten Vollsicherung angefertigt haben, der Reihe nach separat einlesen – das ist zeitaufwendig und fehlerträchtig.

Differenzielles Backup: In puncto Sicherungs-und Wiederherstellungsaufwand ist diese Methode der goldene Mittelweg zwischen vollem und inkrementellem Backup. Sie sichern jedes Mal alle seit dem letzten Voll-Backup geänderten oder neu hinzugekommenen Dateien und Verzeichnisse. Beim Wiederherstellen benötigen Sie dann genau zwei Backup-Sets, das volle und das differenzielle. Voraussetzung ist wie beim inkrementellen Backup ein bestehendes Voll-Backup. Je länger Sie allerdings differenziell sichern, desto umfangreicher wird das Ganze.

Microsoft hat mit ein paar Posts auf Twitter und Instagram für Aufsehen gesorgt: Ein neues Betriebssystem namens Windows 1.0, das so aussieht, als ob es direkt aus den 80er Jahren kommt? Ob es sich dabei nur um einen PR-Scherz handelt oder ob Microsoft es ernst meint, erfahrt ihr in diesem Video.

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