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Backup oder Archivierung?

01.08.2013 | 08:55 Uhr |

Dabei ist zwischen Backup und Archivierung zu unterscheiden. Während das Backup, grob gesagt, die kurzfristige Wiederherstellung von Verzeichnisstrukturen, Dateien und ganzen Betriebssystemen ermöglicht, zielt die Archivierung auf die langfristige Ablage schützenswerter Dateien ab. Die Archivierung ist also nur einmal durchzuführen und erlaubt später die Wiederherstellung bestimmter unveränderlicher Dateien, z. B. Photos. Das Backup hingegen muss die Veränderung des Datenmaterials berücksichtigen und daher immer wieder durchgeführt werden. Dies geschieht sinnvollerweise in festgelegten Intervallen, wobei eine automatische Durchführung zu vorgegebenen Zeitpunkten leicht eingerichtet werden kann. Es ist jedoch klar, dass die kurzfristige Backupsicherung andere Forderungen an die dafür eingesetzten Medien stellt als die langfristige Archivierung. Backup-Technik muss schnell und bequem sein, Archivtechnik vor allem über größere Zeiträume hinweg ausfallsicher.

Die besondere Herausforderung des Backups liegt darin, den teilweise schnell aufeinanderfolgenden Änderungen von Dateien Rechnung zu tragen, ohne dabei die laufenden Arbeitsprozesse zu behindern. Ist eine Datei gerade gesichert, kann sie sich aufgrund bestehender Arbeitsabläufe schon wieder geändert haben. Die Sicherung ist dann nicht mehr aktuell. Daher müssen Backups in festgelegten Intervallen erfolgen, und wenn man dafür eine zeitaufwendige Technik einsetzt, sind die entstehenden Verzögerungen spürbar.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist eine Hybridlösung aus Sicherungstechniken, die für ihren jeweiligen Einsatzzweck besonders geeignet sind. Gewissermaßen kann man die Speichersysteme nach der Schnelligkeit ihrer Handhabung unterscheiden. Die Sicherung von Dateien auf einer Festplatte oder einem USB-Stick kann mit wenigen Mausklicks durchgeführt werden, das Brennen einer CD-R oder einer DVD-R dauert kaum länger. Demgegenüber sind hochwertige Speichermedien wie z. B. Magnetbänder in ihrer Handhabung deutlich umständlicher. Dem Betriebssystem muss erst einmal nahegebracht werden, dass ein Magnetbandstreamer angeschlossen ist und wie er angesteuert werden soll. Das ist keine schnelle Aktion wie “Drag & Drop”. Außerdem kann ein größerer Sicherungsvorgang mit anschließender Integritätskontrolle leicht vier Stunden oder noch länger dauern. Natürlich kann man auf DLT-Bändern Nacht für Nacht ein Systembackup schreiben. Die Geräte sind auf eine sehr lange Betriebsdauer ausgelegt und tun zuverlässig ihren Dienst. Es ist aber fraglich, ob die Wiederherstellung einzelner Dateigruppen unter besonders stressigen Arbeitsbedingungen schnell genug möglich ist. Hier könnte der Direktzugriff auf eine externe Festplatte, beispielsweise mit Wechselmedien wie bei Iomega REV, einen auch kostenseitig spürbaren Zeitgewinn mit sich bringen.

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