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Backup ist eine Kostenfrage und Vertrauenssache

Wie Online-Backup funktioniert hängt nicht davon ab, wie groß ein Unternehmen ist. Der Prozess ist im Grunde immer der gleiche. Für kleine Betriebe aber sind der Preis und das Preis-/Leistungsverhältnis entscheidend.

Das wiederum definiert sich über das Leistungsspektrum des jeweiligen Anbieters. Während Carbonite ausschließlich lokale Daten auf Clients sichert, kümmert sich beispielsweise EMC zusätzlich um Serverdaten, auch in kleinen Betrieben. Dafür hat der Speicherriese 2007 den Mozy-Anbieter Berkeley Data Systems übernommen. Mozy soll noch diesen Herbst auch in Europa auf den Markt kommen. Den Service gibt es in den Varianten MozyHome, MozyPro und MozyEnterprise. Der Unterschied liegt im Angebotsumfang und selbstverständlich im Preis. So muss der Anwender Abstriche beim Kundenservice machen, denn als Standardsupport wickelt Mozy Probleme per Mail ab, in der Enterprise-Version steht ein telefonischer 24x7-Support zur Verfügung.

Abrechnung nach Verbrauch

Wie bei Carbonite ist der Speicherplatz bei Mozy unbegrenzt. Auch iDrive verfügt über den Einsteigerbonus. Bei Carbonite zahlt der Anwender 49,95 Euro für ein Jahr, unabhängig von der Datenmenge. Für zwei Jahre werden 89,95 Euro fällig. Mozy unterscheidet unterschiedliche Angebote für Desktops und Server. Die ersten beiden Gigabyte sind frei. Dann muss der Anwender in der Pro-Version pro Desktop oder Laptop 5,25 US-Dollar plus 0,70 US-Dollar je Gigabyte Speicherplatz auf den Tisch legen. Für Windows Server gilt: 9,25 US-Dollar plus 2,35 US-Dollar je Gigabyte Speicherplatz (unterstützt werden Windows 2000, XP und Vista). Europreise wird es dann wohl im Herbst geben.

iDrive bittet den Anwender im Verlauf nach Kapazität zur Kasse. Hier kosten 150 Gigabyte 4,95 Dollar. Auch andere Anbieter verfahren so. Bullguard rechnet pro 10 Gigabyte ab, Backup 24 staffelt sein Angebot in 10, 50, 100, 200 GB. 10 GB beispielsweise kosten 18,90 Euro im Monat. Wer sich über die Menge seiner zu speichernden Daten nicht sicher ist, kann hier schnell in einen ausgewachsenen Fettnapf treten. Neben den genannten Providern drängen noch Anbieter wie Steady Backup von NTT Europe , eVault von Seagate und Asigra in die Nische.

Noch niemand trommelt wirklich laut für sein Angebot. Dass sie so zaghaft sind mag auch daran liegen, dass es für viele Anwender ein emotionales Thema ist. Die eigenen Geschäftsdaten in fremde Hände zu geben, bereitet manchem immer noch Bauchschmerzen. Doch langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass für kleine Betriebe grundsätzlich nicht schlecht sein kann, was bei großen Konzernen schon seit längerem funktioniert.

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