Laseroptimierte Multimode-Fasern (OM3+ 50 Micrometer) eignen sich für Datenübertragungsraten mit maximal 10Gbit/s-Ethernet bis zu einer Distanz von 550 Metern. Gleichzeitig lassen sich damit aber auch 1-GB/s-Verbindungen von über einem Kilometer realisieren. Vorteilhaft sind hierbei die sehr geringen Kosten für die aktiven Schnittstellen (Transceiver).

Singlemode-Fasern sind für Distanzen über 550 Meter zu empfehlen. Hierbei sollte der Netzwerkplaner allerdings darauf achten, dass Zero-Water-Peak-Fasern eingesetzt werden. Die Fasern nach dem ITU-G.652.D-Standard haben einen um 60 Prozent höheren nutzbaren Wellenlängenbereich als herkömmliche Singlemode-Fasern und sind damit bei einem geringen Aufpreis wesentlich zukunftssicherer. Außerdem unterstützen sie die CWDM-Technik (Coarse Wavelength Division Multiplexing).

Last, but not least stellt sich die Frage nach der Wellenlänge und den Steckverbindern. Es empfiehlt sich, LC-Steckverbinder einzusetzen, da diese als SFF-Stecker (Small Form Factor) über geringere Baumaße und bessere Performance als die bisherigen SC-Steckverbinder verfügen.

Horizontale Infrastruktur

Das große Thema, um das sich zurzeit in der Etagenverkabelung alles dreht, heißt 10-Gbit/s-Ethernet (10GBE) über Twisted-Pair-Kupferverkabelung. Zahlreiche Hersteller behaupten, dass sie 10 GBit/s auf Kupferverkabelung gewährleisten können, ohne sich dabei auf garantiert funktionierende Installationsparameter (Länge der Übertragungsstrecke, Anzahl der Steckverbinder, Erdungsbedingungen in den Gebäuden) festzulegen.

Welche 10-Gbit/s-Ethernet-fähige Verkabelungslösung sollte demnach eingesetzt werden? Immer häufiger finden sich hochfrequente Ströme auf den Erdungssystemen und damit auch zwangsläufig auf den Kabelschirmen der Datennetze. Die Folge sind unsymmetrische Signale, eine Behinderung des Datentransports und dadurch mögliche gravierende Betriebsstörungen. Ein abgeschirmtes Verkabelungssystem allein ist daher keine Garantie für ein 10 Gbit/s Ethernet.

Welche Bandbreite tatsächlich am Arbeitsplatz realisiert werden kann, hängt nicht zuletzt von den verwendeten Kabeln und Steckern ab. Betroffen sind davon auch Unternehmen, die sich im Sinne eines bestmöglichen Investitionsschutzes für Kategorie-7-Lösungen entschieden haben. Denn die seit 2001 standardisierten Lösungen mit Cat.7-Kabel konnten sich bislang nicht am Markt durchsetzen (Weltmarktanteil 0,4 Prozent). Daher werden sie im deutschsprachigen Raum in der Regel mit Kategorie-6-Steckverbindern installiert. Wie im vergangenen Jahr 2006 auch vom ISO/IEC Standardgremium festgestellt wurde, bietet diese Kombination aber keine Rückwärtskompatibilität zur bisherigen Cat.6, geschweige denn zur Cat.6A.

Da Cat.7-Lösungen auf einem nicht RJ45-kompatiblen Vierkammerstecker basieren, ist diese Lösung zum einen teuer und zum anderen nur über Hybridkabel in Standardnetzen einsetzbar. Viele Kunden sehen sich heute falsch beraten, weil das bei einer Cat.7-Lösung ursprünglich im Fokus stehende Kabel-Sharing seit der Einführung von 1Gbit/s-Ethernet nicht mehr realisierbar ist. Dieses nutzt pro Port alle acht Adern für den Datentransport.

Um eine sichere 10-GBE-Übertragung auf Twisted-Pair zu gewährleisten, sollte daher eine Verkabelungslösung entsprechend der Kategorie 6A / Klasse EA verwendet werden.

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