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Aus für PCs mit Windows 7 - oder doch nicht?

14.10.2016 | 11:57 Uhr |

Ab November werden keine PCs mit Windows 7 mehr verkauft. Doch das System lässt sich weiter gut nutzen! Mit unseren Tools holen Sie alles aus der beliebten Windows-Version heraus.

Stolz verkündete Microsoft im Sommer zum Ende der einjährigen kostenlosen Upgrade-Option auf Windows 10, dass das neue Betriebssystem weltweit nun auf mehr als 350 Millionen Geräten laufe. „Wir sind voll zufrieden mit den Zahlen“, hieß es Anfang August aus der Deutschland-Zentrale. So weit die offiziell verkündete Sichtweise.

Zu ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass der Marktanteil von Windows 10 bei den Desktop-Betriebssystemen weiterhin deutlich unter dem von Windows 7 liegt. Trotz der intensiven Gratis-Kampagne haben sich also längst nicht alle Unternehmen und privaten Anwender vom potenziellen Nutzen des neues Windows überzeugen lassen – ganz offensichtlich sind sie mit dem Vorvorgänger ziemlich zufrieden. Nach Angabe der Netzanalysefirma Net Applications betrug der Marktanteil von Windows 10 im Desktopeinsatz im August, also nach Ende des Gratis-Update-Option, 23 Prozent und damit weit hinter Windows 7 mit über 47 Prozent.

Frist für PCs mit vorinstalliertem Windows 7 läuft im Oktober ab

Nun ist das Betriebssystem das eine, die Hardware das andere. Und genau da steht ein wichtiger Stichtag an: Zum 31. Oktober endet der Verkauf von PCs und Notebooks mit vorinstalliertem Windows 7, wie aus den Lifecycle-Richtlinien von Microsoft hervorgeht . Weit weniger Nutzer dürfte interessieren, dass die Verkaufsfrist gleichzeitig auch für Computer mit dem wenig beliebten Windows 8.1 ausläuft.

Wer sich also aktuelle Hardware mit dem bewährten Windows 7 zulegen möchte, muss sich sputen. Hinsichtlich der weiteren Nutzung macht diese Betriebssystemversion durchaus Sinn, denn der Support für Windows 7 endet erst 2020. Wenn Sie jetzt Ihren bisherigen Rechner durch einen neuen ersetzen, bekommen Sie noch mehrere Jahre Sicherheitsupdates und Patches. Erst nach 2020 sollten Sie einen Windows-7-PC nicht mehr mit aktiver Internetanbindung nutzen. Wichtig: Bitte beachten Sie, dass das Jahr-2020-Datum nur für Windows 7 mit installiertem Service Pack 1 gilt. Für Installationen ohne Service Pack ist der Support bereits eingestellt.

Weil Microsoft sein aktuelles Betriebssystem in der Zwischenzeit jedoch mit vielen sinnvollen Funktionen ausgestattet hat, die Windows 7 nicht bietet, haben wir ein umfangreiches Tool-Paket zusammengestellt (siehe Tabelle unten). Damit lassen sich die fehlenden Features nachrüsten. Auf diese Software gehen wir am Schluss ausführlich ein.

Ganz so abrupt wie angekündigt endet der PC-Verkauf dann aber vermutlich doch nicht. Denn Restbestände der Hardware-Hersteller sowie der Händler dürfen auch im November weiter in den Läden stehen. Außerdem behält sich Microsoft das Recht vor, die ganz großen OEM-Hersteller wie Dell oder Toshiba weiter mit Windows 7 zu beliefern. Klar aber ist, dass die Auswahl der Rechner mit dieser vorinstallierten Version zurückgeht und damit zugleich die Wahrscheinlichkeit, den Wunsch-PC zum günstigen Preis zu bekommen.

Siehe auch: 7 Tuning-Tipps für Windows 7

Verkaufsende verpasst? Lizenz für Windows 7 kostet nicht viel

Windows 7 ist in PCs nach wie vor das mit großem Abstand am meisten verbreitete Betriebssystem – weit vor Windows 10 (Stand: August 2016, Quelle: Net Applications / Netmarketshare.com, Datenbasis: weltweit).
Vergrößern Windows 7 ist in PCs nach wie vor das mit großem Abstand am meisten verbreitete Betriebssystem – weit vor Windows 10 (Stand: August 2016, Quelle: Net Applications / Netmarketshare.com, Datenbasis: weltweit).

Selbst wenn Sie sich nicht gleich für einen neuen Computer mit altem Windows entscheiden können oder später die Oktoberfrist haben verstreichen lassen, ist das kein Beinbruch. Denn auch danach ist Windows 7 als sogenannte OEM-Version (Original Equipment Manufacturer) auf dem Markt. Dabei handelt es sich um Lizenzen für Händler, um das Betriebssystem mit neu gekauften PCs auszuliefern. Werden diese nicht verwendet, dürfen sie nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs auch einzeln verkauft werden. Alles ganz legal also. Eine andere Frage ist, ob es sich bei allen im Internet vertriebenen und als „OEM“ bezeichneten Lizenzen tatsächlich um solche handelt.Ruft man eine Preissuchmaschine wie Billiger.de auf und sucht dort nach „Windows 7“, zeigt sie eine ganze Reihe von Angeboten. Offerten um 20 Euro bei einem Amazon-Marketplace-Händler dürften vermutlich legal sein, bei fünf Euro auf Ebay sieht es möglicherweise anders aus. Wir haben ein solches Billigstangebot ausprobiert: Alles hat funktioniert, sogar inklusive einer Rechnung – ausgestellt von einer Adresse aus Paraguay! Funktional unterscheiden sich die OEM- nicht von den Vollversionen, die Nutzungsrechte dagegen differieren etwas, beispielsweise beim telefonischen Support oder beim Recht zum Downgrade. Praxisrelevant sind die Unterschiede aber in keiner Weise.

Achten Sie beim Kauf einer solchen Lizenz darauf, eine deutsche Version zu wählen, oft bezeichnet mit „DE“. Darüber hinaus finden Sie häufig die Abkürzung ESD, die für „Electronic Software Delivery“ steht. Statt einer CD oder DVD erhalten Sie einen Download-Link und natürlich den Lizenzschlüssel. Preisunterschiede zwischen den beiden Varianten Home Premium und Professional gibt es im Online-Handel übrigens kaum.

Statt des zugeschickten Links können Sie auch das Tool Windows ISO Downloader verwenden. Das Programm ermöglicht den Download jeder Version von Windows 7 bis Windows 10. Außerdem können Sie damit noch im Nachhinein zwischen der 32- und 64-Bit-Version auswählen, der gekaufte Lizenzschlüssel gilt für beide. Den Windows ISO Downloader starten Sie ohne Installation, wählen rechts oben „Windows 7“ aus und dann links Ihre Version: in aller Regel also „Windows 7 Home Basic SP1“ oder „Windows 7 Professional SP1“. Wählen Sie nicht (!) die mit „N“, „K“ oder „COEM“ bezeichneten Varianten: Diese sind zum Teil eingeschränkt, oder Sie können im nächsten Schritt als Produktsprache nicht Deutsch wählen. Haben Sie alles festgelegt, klicken Sie auf die Schaltfläche „64-bit herunterladen“ (oder „32-bit …“). Nach Abschluss des Downloads klicken Sie die gespeicherte ISO-Datei im Zielverzeichnis mit der rechten Maustaste an, wählen im Kontextmenü „Datenträgerabbild brennen“ und brennen damit eine Setup- DVD. Haben Sie ein Notebook ohne optisches Laufwerk, erstellen Sie mit Rufus einen Installationsstick.

Mit dem Windows ISO Downloader lassen sich die ISO-Dateien fast aller Windows- und Office- Versionen herunterladen, die Lizenz müssen Sie selbstverständlich kaufen.
Vergrößern Mit dem Windows ISO Downloader lassen sich die ISO-Dateien fast aller Windows- und Office- Versionen herunterladen, die Lizenz müssen Sie selbstverständlich kaufen.

Mit dem Toolpaket rüsten Sie nützliche Features nach

Ohne an dieser Stelle das Für und Wider bei Windows 10 im Detail abzuwägen ist klar, dass Microsoft im Lauf der Zeit eine Reihe nützlicher Funktionen in sein aktuelles Betriebssystem integriert hat – schließlich ist Windows 7 schon 2009 erschienen. Damit Sie mit Windows 7 nicht darauf verzichten müssen, finden Sie in der Tabelle ein Paket mit Tools, die diese fehlenden Features nachrüsten.

Dazu zählen die virtuellen Desktops, bei denen Sie – wie unter Linux – Ihren Desktop für unterschiedliche Aufgaben arrangieren. Desktops 2.0 oder Dexpot integriert die Funktion auf jedem PC. Mehrere Laufwerke, intern oder extern, lassen sich mit Liquesce im Explorer unter einem Buchstaben zusammenfassen. Das sorgt für mehr Übersichtlichkeit und erleichtert das Dateimanagement. Das Gleiche gilt für QTtabbar, das den Windows Explorer um praktische Tabs wie im Internetbrowser üblich erweitert. Skype und seinen Cloudspeicher Onedrive hat Microsoft in Windows 10 voll ins Betriebssystem integriert, mit den gleichnamigen Tools und SDexplorer Base bekommt Sie genauso schnellen Zugriff. Virtual Clone Drive erstellt virtuelle CD-/DVD-Laufwerke und ermöglicht so den Zugriff auf heruntergeladene ISO-Dateien.

Diverse weitere Tools helfen Ihnen, den neuen PC mit Windows 7 perfekt einzurichten, Ihre Daten zu sichern (Backup mit Deltacopy) und zu verwalten (Dateiversionsverwaltung mit Shadow Explorer). Bei einem neuen PC mit vorinstallierter Software kommen Sie zudem nicht umhin, einen Teil dieser „unerwünschten“ Programme gleich wieder zu löschen, damit das System schlank bleibt. Dabei werden Sie von Adwcleaner, Chrome Software Cleaner, Should I remove it und Wise Program Uninstaller unterstützt. Möchten Sie nun noch den modernen Look von Windows 10, installieren Sie das Theme Windows 10 UX Pack 6.0. Schließlich können Sie Windows 7 und 10 auch gleichzeitig verwenden. Bei der parallelen Nutzung hilft der Bootmanager EasyBCD, bei der Installation in einer virtuellen Maschine der VMware Player. Wenn Sie das aktuelle Betriebssystem installieren, empfehlen wir zudem Shutup 10 von O&O Software. Das Tool erleichtert die Kontrolle, welche Komfortfunktionen von Windows 10 Sie nutzen möchten und wo Ihnen die Datenweitergabe zu weit geht. Damit haben Sie sämtliche Privacy-Einstellungen unter Kontrolle.

Programm

Beschreibung

Sprache

.Net-Laufzeitumgebung

Hilfsprogramm für die Laufzeitumgebung

Deutsch

7zip

Leistungsfähiges Zip-Programm

Deutsch

Adwcleaner

Entfernt unerwünschte Adware

Deutsch

Axcrypt

Verschlüsselt vertrauliche Daten

Englisch

Bitdisk

Schützt den PC vor Veränderungen (Kioskmodus)

Deutsch

Chrome Software Cleaner

Löst Softwarekonflikte mit dem Chrome-Browser

Deutsch

Deltacopy

Erstellt Backups wichtiger Daten

Englisch

Desktops 2.0

Erstellt und verwaltet virtuelle Desktops

Englisch

Dexpot

Verwaltet mehrere virtuelle Desktops

Deutsch

EasyBCD

Bootmanager, booten den PC auch von Live-CDs

Deutsch

Google Chrome

Internetbrowser

Deutsch

Kodi

Umfassende Media Center Software (früher XMBC)

Deutsch

Liquesce

Fasst mehrere Laufwerke zu einem zusammen

Englisch

Listary

Vereinfacht die Suche nach Dateien

Deutsch

Mouse without Borders

Steuert bis zu vier PCs mit einer Maus

Englisch

O&O Shutup 10

Vereinfacht die Einstellungen für die Privatsphäre bei Windows 10

Deutsch

Onedrive

Erleichtert den Zugriff auf den Cloudspeicher von Microsoft

Deutsch

PC-WELT Windows-Rebuilder

Hilft beim Setup eines personalisierten Windows-Systems

Deutsch

QTTabbar

Erweitert den Windows-Explorer um Tabs

Deutsch

Rufus

Erstellt bootfähige USB-Sticks

Deutsch

SDExplorer Base

Erleichtert den Zugriff auf den Cloudspeicher von Microsoft

Englisch

Shadow Explorer

Ermöglicht „Schattenkopien“ (Dateiversionsverwaltung)

Englisch

Shoud I remove it

Hilft beim Entfernen (vor)installierter Software

Englisch

Skype

Ermöglicht (Video-)Telefonate im Internet

Deutsch

Teamviewer

Fernhilfe- und Fernwartungstool

Deutsch

Virtual Clone Drive

Ermöglicht den Zugriff auf ISO-Dateien (virtuelles DVD-Laufwerk)

Deutsch

VMware Player

Erlaubt die Verwendung virtueller PCs

Englisch

Windows 10 UX Pack 6.0

Installiert ein Theme mit Windows-10-ähnlicher Oberfläche

Englisch

Windows ISO Downloader

Ermöglicht den Download der ISO-Daten aller Windows-Versionen

Deutsch

Wise Program Uninstaller

Löscht und deinstalliert Software vom Rechner

Deutsch

Der PC-WELT Windows-Rebuilder

Über den PC-WELT Windows- Rebuilder erstellen Sie ein neues Installationsmedium, auf dem Sie bereits individuelle Treiber und Updates integrieren können.
Vergrößern Über den PC-WELT Windows- Rebuilder erstellen Sie ein neues Installationsmedium, auf dem Sie bereits individuelle Treiber und Updates integrieren können.

Die Neuinstallation von Windows – das gilt für Windows 7 und 10 gleichermaßen – gestaltet sich einfacher, wenn Sie Updates und Treiber bereits in die Setup-DVD beziehungsweise den Installationsstick integrieren. Dann müssen Sie das nicht jedesmal nachträglich erledigen und die eine oder andere Update-Schleife durchlaufen. Ein solches aktualisiertes und individualisiertes Setupmedium erstellen Sie mit dem PC-WELT Windows-Rebuilder . Die Handhabung ist einfach, die DVD oder der Bootstick ist schnell erstellt. Sämtliche Schritte für Windows 7 haben wir in einem Onlineratgeber dokumentiert .

Seit dem 2. August liefert Microsoft das Anniversary Update für Windows 10 aus. Im großen Sommer-Update für Windows 10 integriert Microsoft viele neue Funktionen, darunter Verbesserungen am Startmenü, Windows Ink für die Stfteingabe und die Ubuntu-Bash für Windows 10. Wir haben die wichtigsten Neuerungen in diesem Video zusammengefasst.

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