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Auf "Einfügen" wird am meisten geklickt

12.02.2008 | 08:35 Uhr |

Anhand dieser Daten ließ sich übrigens auch jene populäre These widerlegen, wonach die meisten Office-Nutzer nur einen Bruchteil der angebotenen Funktionen verwenden. Zwar flacht die Kurve nach dem zehnten Rang extrem ab, aber der Nutzungsgrad von Platz 100 ("Änderung annehmen") unterscheidet sich prozentual im gleichen Maß von Platz 400 ("Bild zurücksetzen") wie Platz 1 von Platz 11 ("Fontgröße ändern").

Die meist genutzen Befehle in Word 2003 sind:

1. Einfügen
2. Speichern
3. Kopieren
4. Rückgängig
5. Fett

Aufschlussreich war diese Erhebung auch hinsichtlich der Darbietung der populärsten Befehle. Ursprünglich sollten nämlich Kopieren, Einfügen und Ausschneiden aus der Multifunktionsleiste (Ribbon) verschwinden, weil angenommen wurde, dass Tastenkürzel wie Strg-C ohnehin allgemein bekannt seien. Anhand der statistischen Auswertung gelangte man jedoch zu der Erkenntnis, dass die Anwender zwar sowohl Strg-V wie den Kontextmenübefehl "Einfügen" benutzten, jedoch noch in viel größerer Zahl auf den Knopf "Einfügen" in der Symbolleiste klickten. Dieser mit Abstand am meisten geklickte Befehl erhielt daher im neuen Office auch den prominentesten Platz links oben in der Multifunktionsleiste. Auf ähnliche Weise verfuhr man mit der Platzierung aller anderen Befehle und Funktionen.

In Office 2007 finden Anwender alle Befehle in den sieben Reitern der Multifunktionsleisten vor. Für den Anwender ist dies ein harter Schnitt, zumal die klassischen Menüs auch nicht über eine Hintertür zugänglich sind. Zumindest bleiben aber die Tastenkürzel erhalten.
Vergrößern In Office 2007 finden Anwender alle Befehle in den sieben Reitern der Multifunktionsleisten vor. Für den Anwender ist dies ein harter Schnitt, zumal die klassischen Menüs auch nicht über eine Hintertür zugänglich sind. Zumindest bleiben aber die Tastenkürzel erhalten.
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Zu den am meisten überraschenden Eigenheiten von Office 2007 zählt für den Einsteiger sicher der Umstand, dass wirklich alle Befehle in den sieben Reitern der Multifunktionsleiste Platz gefunden haben. Für jeden Anwender bedeutet der Umstieg erstens einen harten Schnitt und erfordert zweitens die Bereitschaft zum Umlernen. Eine Hintertür in Form etwa eines "Legacy"-Modus mit alten Menüs hat Microsoft nicht eingebaut. Immerhin hat man aber Rücksicht auf jene Anwender genommen, die sich statt mit der Maus mit auswendig gelernten Tastenkürzeln durch die Programme hangeln – die alten Kürzel wurden weitgehend beibehalten.

Zu den wichtigsten Gestaltungsprinzipien des neuen Interface zählen die Gruppierung von verwandten Befehlen (Cluster) innerhalb der jeweils sieben Reiter des Multifunktionsbands sowie die konsequente Beschriftung der Bediensymbole, soweit der Platz dies zulässt. Begleitend dazu haben die Microsoft-Entwickler genaue Regeln definiert, wie Softwareentwickler eigene Multifunktionsleisten im Stil von Office 2007 zu gestalten haben. In den umfangreichen Design-Guidelines wird zum Beispiel detail liert vorgegeben, in welchen Schritten sich Gruppen automatisch zu verkleinern haben, wenn der Anwender das Programmfenster skaliert.

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