142381

Auch an der Versandpauschale wird mitverdient

10.04.2002 | 12:59 Uhr | Birgit Götz

Amazon erstattet dem Verkäufer eine Versandkostenpauschale - je nach angebotenen Produkten in unterschiedlicher Höhe. Für Bücher beispielsweise gibt es 1,99 Euro. Laut Amazon werden die Versandkosten des Verkäufers damit gedeckt - was jedoch nicht stimmt. Büchersendungen, die schwerer als 1000 Gramm sind (und bei dickeren Büchern ist diese Grenze schnell überschritten), gelten als Päckchen, und das kostete in einem konkreten Fall bei 1170 Gramm 3,68 Euro. Und für Verpackungsmaterial muss der Verkäufer auch selber aufkommen. Schließlich soll ja - so schreibt es Amazon in seinen Verkaufsbedingungen - alles sauber und professionell verpackt sein.

Dem Verkäufer gutgeschriebene Portokosten holt sich Amazon natürlich vom Käufer wieder - bei der Gelegenheit allerdings gleich ein bisschen mehr. Drei Euro sind es beispielsweise bei Büchern. Damit bleibt bei Amazon noch mal 1 Euro hängen - und das, obwohl Amazon mit dem eigentlichen Versand und den damit verbundenen Kosten überhaupt nichts zu tun hat. Der Online-Anbieter begründet diese zusätzliche Einnahme jedoch damit, dass er ja die Versandkostenstruktur für Käufer und Verkäufer festlegen muss - unterschiedliche Pauschalen für unterschiedliche Produkte (Versandkosten und Richtlinien für Marketplace finden Sie hier ).

Auf unsere Anfrage räumte man bei Amazon jedoch ein, sich die Pauschalen noch einmal genauer anzusehen - es solle schon sichergestellt sein, dass die Versandkosten des Verkäufers komplett gedeckt werden.

Amazon.de eröffnet Marketplace (PC-WELT Online, 21.03.2002)

Amazon: Bücher nicht mehr versandkostenfrei (PC-WELT Online, 20.02.2002)

PC-WELT Marktplatz

142381