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Applikationen

Der Satz "Dafür gibt es doch eine App" wird immer mehr Teil der Kultur. Es gibt tausende Apps für iOS 4. Das Spektrum reicht von Spielen bis hin zu wissenschaftlichen Visualisierungs-Werkzeugen. Natürlich sind viele unbrauchbare Apps darunter, aber andere hingegen können durchaus das Leben erleichtern. Android bietet zwar nicht einmal annähernd so viele (Unternehmens)-Apps wie iOS 4, aber es sind trotzdem genügend Nützliche dabei. Außerdem wird die App-Auswahl sicherlich noch weiter in die Höhe schnellen, wenn Android beliebter und die Community größer wird. Beispielsweise TouchDown und Quickoffice sind großartige Apps für Android-Geräte. Spezialisierte Unternehmenslösungen, wie OmniSketcher oder Concur, sind hingegen noch die Ausnahme.

Apps für iOS 4
Vergrößern Apps für iOS 4
© 2014

Die vorinstallierten Apps beider Betriebssysteme bieten vergleichbare Funktionen. Es gibt Apps für E-Mails, Kontakte, Terminkalender, Karten- und Navigationslösungen, Browser, Musik-Player, YouTube-Player und SMS-Kurznachrichten. Bei Android OS 2.2 gibt es jedoch eine seltsame Ausnahme, da keine vorinstallierte NotePad-App vorhanden ist. Seltsam für ein Smartphone, das eigentlich unter anderem dazu gedacht ist, sich schnell einmal eine Notiz zu machen.

Anders als der Apple App Store, wird der Android Marktplatz nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert. Dadurch ist es für App-Entwickler einfacher eine App zu veröffentlichen, aber auch die Cyber-Kriminalität beginnt damit als Bank-App getarnte Phishing-Apps auf dem Marktplatz anzubieten. Der Apple App Store ist also weniger Anfällig für Trojaner und ähnliche Malware. Der Android Marktplatz lädt langsamer als der App Store und die Navigation in den App-Details ist ebenfalls bei Apple komfortabler.

Im Android Marktplatz werden Sie eher, als es beim Apple App Store der Fall ist, auf das Problem stoßen, eine gewünschte App nicht zu finden. Sie müssen allerdings auch nicht den Android Marktplatz nutzen, um Android-Apps herunterzuladen. Wenn Sie sich in die App-Niederungen begeben wollen, dann können Sie die Android OS Applikationseinstellungen so ändern, dass Apps auch von anderen Quellen installiert werden können. Diese Vorgehensweise ist zwar nicht so drastisch wie Jailbreak auf einem iPhone, aber es ist trotzdem ein stückweit gehackt.

Multitasking
Bis iOS 4, bemängelten Kritker des mobile Apple Betriebssystems die fehlende Multitasking-Fähigkeit. Das hat sich nun geändert, da Apps für den Multitasking-Gebrauch ausgelegt sein müssen, um in iOS 4 genutzt zu werden. Andernfalls wird wie immer eine App beim Wechsel zu einer anderen App geschlossen. Apple hat jedoch die maximal gleichzeitig ausgeführten Inhalte beschränkt. Android bietet hingegen komplettes Multitasking an und beim Wechsel zu einem anderen Programm werden standardgemäß ungenutzte Apps weiterhin im Hintergrund ausgeführt.

Nur sehr wenige iOS-Apps sind bisher multitasking-fähig, weswegen es schwierig ist die neue iOS 4 Funktionen zu testen. Auf der anderen Seite gibt es auch nicht sehr viele Android Apps, die im Hintergrund ausgeführt bleiben. Während unseres Tests, sind uns keine Probleme in der Speicherverwaltung bei der Ausführung mehrerer Apps aufgefallen. Bei der Möglichkeit auf alten iPhone 3G Geräten das neue Betriebssystem iOS 4 zu installieren, haben einige iOS-Nutzer von Problemen berichtet. Vor allem, wenn zwischen Apps gewechselt wird. Apple gibt an, dass nur das iPhone 4, iPhone 3GS, die dritte iPod Touch Generation und ab Herbst das iPad für Multitasking ausgelegt sind. Einige ältere Modelle werden zwar iOS 4 ausführen können, aber die Multitasking-Funktion wird dann deaktiviert.

Der größte Unterschied, aufgrund der Multitasking-Fähigkeit, ist eine geänderte Benutzeroberfläche beim Wechsel zwischen verschiedenen Apps. Auf iOS4 wird per Doppelklick auf die Home-Taste eine Liste aller im Hintergrund ausgeführter Apps angezeigt. In der Liste können Sie einfach und intuitiv zwischen den einzelnen Apps wechseln. Bei Android OS 2.2 müssen Sie hingegen einige Menüebenen durchschreiten, bevor Sie einen Überblick der geöffneten Apps erhalten. Die Liste ist zudem voll mit Google-Diensten, die im Hintergrund ebenfalls laufen. Diese Funktion ist keinesfalls für den täglichen Gebrauch ausgelegt.

App-Verwaltung
Auch die App-Verwaltung macht bei Android OS 2.2 etwas mehr Arbeit als mit iOS 4. Android reserviert den Start-Bildschirm für ein paar vorinstallierte Apps, während weitere Apps per Drag-and-Drop an die gewünschte Stelle gezogen werden können. Um zu diesen zusätzlichen Apps zu gelangen, müssen Sie ein wenig Berührarbeit leisten. Tippen Sie auf das Gitter-Icon am unteren Bildschirmrand, damit sich die Liste der installierten Apps öffnet. Dann können Sie Apps von dort auf die Startseite ziehen. Glücklicherweise ist der Prozess ziemlich einfach, aber der Extraschritt über die installierten Apps kann nach einiger Zeit nerven. Bei iOS 4 werden heruntergeladene Apps einfach direkt auf die Startseite gebracht und füllen diese langsam auf. Per Drag-and-Drop können Sie die Apps wie gehabt nach Wunsch positionieren. Bei Android ist ein nachträgliches Verschieben der App-Icons hingegen nicht möglich.

iOS 4 ermöglicht es zudem Webseiten auf die Startseite zu ziehen als wären es Apps. Das ist gerade für die vielen auf mobile Geräte zugeschnittene Webseiten interessant. Bei Android können Sie lediglich über Lesezeichen Webadressen speichern.

Mit iOS 4 gelangt auch ein neues App-Verzeichnissystem auf die mobilen Geräte. Apps können in Ordner einsortiert werden, sodass die Startseite nicht mehr so überladen ist. Leider sind die Verzeichnis-Symbole zu klein, um auf einen Blick zu sehen, was sich im Ordner befindet. Android bietet ebenfalls eine Ordner-Funktion. Dazu müssen Sie auf dem Startbildschirm tippen und gedrückt halten. Dann öffnet sich ein Kontext-Menü und mit einem Klick auf "neuen Ordner anlegen" ist dies auch schon geschehen. Um den Ordner umzubenennen, tippen Sie zum Öffnen auf den Ordner und halten Sie dann die Menüleiste gedrückt. Nach kurzer Zeit öffnet sich eine virtuelle Tastatur, sodass Sie das Verzeichnis umbenennen können. Und ja, wir finden diese Prozedur ebenfalls umständlich. Beide Betriebssysteme alarmieren Sie, wenn eine App aktualisiert werden kann. iOS 4 ermöglicht Ihnen die App- und Updateverwaltung auch über iTunes. Dies hat den Vorteil, dass die Daten auf einem lokalen System als Backup gespeichert sind.

Der Sieger in dieser Kategorie ist iOS 4, aber der Abstand ist ziemlich gering. Der App-Katalog ist größer, was aber auf die größere Community zurückgeführt werden kann. Der Android Marktplatz ist etwas langsamer als der Apple App Store und die Benutzeroberfläche zum Arbeiten und Anordnen der Apps ist bei Android umständlicher als bei iOS 4. Ein sich ständig wiederholender Makel in diesem Test. Jedoch werden Nutzer beider Systeme sich schnell auf die jeweilige Struktur einstellen können und damit effizient arbeiten.

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