2191367

Aomei Backupper - Daten so einfach wie nie sichern

06.05.2016 | 14:57 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Ist Datensicherung wichtig? Ja, sogar extrem wichtig! Macht Backup Spaß? Nein. Dann lassen Sie doch eine Software alles automatisch speichern. Wir zeigen, wie einfach das mit einem Gratistool geht.

Auf der Netzwerkfestplatte war alles drauf, wirklich alles: alle Familienfotos, wichtige berufliche Unterlagen, Dokumentationen und noch vieles mehr. Als der Datenträger dann seinen Geist aufgab, war es mit dem Backup-Vorsatz zu spät. Die letzte Datensicherung lag eineinhalb Jahre zurück, viele bedeutsame und unersetzbare Daten fehlten, so dass nur eine professionelle Datenrettung im Labor blieb. Die gute Nachricht lautet: Die Techniker konnten fast sämtliche Daten wiederherstellen – immerhin rund 330 GByte. Doch eine schlechte gibt es auch, denn der Service kostete alles in allem fast 2000 Euro.

Dieser echte Fall aus dem Bekanntenkreis des Autors ist geradezu typisch. Man weiß durchaus um die Wichtigkeit der Datensicherung. Doch wenn es konkret wird, gibt es meist 1000 wichtigere Dinge zu tun. Dabei ist Backup weder aufwendig noch kompliziert, man muss die Datensicherung nur einmal richtig einrichten. Genau dabei hilft Ihnen dieser Artikel.

Mit Aomei Backupper haben Sie ein Programm zur Verfügung, das einfach eingerichtet und zu bedienen ist. Und das sämtliche Backup-Aufgaben zuverlässig erledigt, denn anschließend läuft alles vollautomatisch im Hintergrund, Sie brauchen sich um nichts mehr zu kümmern. Und sollte – was gar nicht so unwahrscheinlich ist – eines Tages bei Ihnen ein Datenträger defekt sein, haben Sie nichts zu befürchten, weil Sie Ihre Daten auf einer neuen Festplatte zügig wiederherstellen können.

Siehe auch: Die 7 Todsünden der Datensicherung

In fünf Minuten haben Sie Ihr Backup eingerichtet, versprochen!

Die Installation von Aomei Backupper ist in weniger als zwei Minuten erledigt. Sollte beim Setup bei Ihnen der Hinweis „Der Computer wurde durch Windows geschützt“ erscheinen, setzen Sie die Informationen mit „Weitere Informationen -> Trotzdem ausführen“ fort. Das Tool ist zu 100 Prozent frei von Schadcode!

Bevor wir das Programm im Workshop unten ausführlich erläutern, richten Sie hier schon eine Sicherung Ihrer wichtigsten Daten ein. Dazu starten Sie Aomei Backupper, klicken links in der Aufgabenleiste auf „Backup -> Dateisicherung“ und vergeben oben als „Auftragsnamen“ eine aussagekräftige Bezeichnung wie „Meine Fotos“. Im Feld „1“ darunter definieren Sie über „+ Ordner -> Browsen“ Ihr Bilderverzeichnis und bestätigen mit „OK“. Sämtliche Unterordner werden automatisch mitgesichert. Feld „2“ definiert das Sicherungsziel: Hier wählen Sie am besten eine separate, also meist externe Festplatte. Aktivieren Sie nun über das „Zeitplan“-Fenster und die Option „Täglich -> Täglich um …“. Mit drei weiteren Mausklicks auf „OK -> Starten -> Den Zeitplan hinzufügen und jetzt Backup starten“ sind Sie fertig mit der Einrichtung.

Länger dauern Installation und Einrichtung eines Backup-Auftrags mit dem Programm Aomei Backupper wirklich nicht.
Vergrößern Länger dauern Installation und Einrichtung eines Backup-Auftrags mit dem Programm Aomei Backupper wirklich nicht.

Das Ganze dauert inklusive der Programminstallation weniger als fünf Minuten – großartig, oder? Denn von nun an müssen Sie sich um nichts mehr kümmern, weil die Datensicherung selbstständig dem definierten Zeitplan folgt. Unser Beispiel mit Ihren Aufnahmen ist natürlich willkürlich gewählt, Sie können auch ganz unterschiedliche Ordner und damit praktisch alle wichtigen persönlichen Daten in einer Datensicherung zusammenfassen.

Voraussetzung fürs Daten-Backup ist die richtige Hardware

Wirklich Sinn macht die Sicherung nur, wenn sie auf einem physikalisch unabhängigen Datenträger erfolgt. Sonst ist man zwar gegen Fehlbedienung wie versehentliches Löschen geschützt, nicht aber gegen einen Hardware-Defekt. Externe Festplatten zum Anschließen per USB-Kabel und mit einer Kapazität von zwei Terabyte gibt es ab etwa 75 Euro, Datenträger mit drei Terabyte ab rund 100 Euro. Das ist sozusagen die Grundausstattung fürs Backup und gleichzeitig die notwendige Investition. Denn die USB-Festplatte für die Datensicherung sollten Sie wirklich nur für diesen Zweck benutzen und sie zudem fest zu Hause platzieren, damit die Ausfallwahrscheinlichkeit durch etwaige Stöße minimiert bleibt.

Bereits einen immanenten Schutz gegen Datenverlust bieten Netzwerkfestplatten (NAS) mit zwei Datenträgern, deren Inhalt Sie per Raid 1 (Redundant Array of Independent Disks) immer gegenseitig spiegeln. Ist einer der beiden Datenträger kaputt, kann man immer noch auf die Daten des anderen, redundanten zurückgreifen – und damit auf alle Daten. Weil aber beispielsweise Blitzeinschlag oder Wasserschaden die gesamte Einheit zerstören können, sorgt auch hier erst ein Backup auf einer externen USB-Festplatte wieder für die nötige Sicherheit.

Die Buffalo Linkstation 220 mit zwei 2-Terabyte-Festplatten kostet gut 200 Euro und bietet bereits den sicheren Redundanzbetrieb über Raid 1 – ein Ersatz für ein externes Backup ist dies aber nicht.
Vergrößern Die Buffalo Linkstation 220 mit zwei 2-Terabyte-Festplatten kostet gut 200 Euro und bietet bereits den sicheren Redundanzbetrieb über Raid 1 – ein Ersatz für ein externes Backup ist dies aber nicht.

Und da wir gerade schon bei NAS-Laufwerken sind, noch ein Tipp für die darin verbauten Datenträger: Achten Sie beim Kauf einer Kompletteinheit ebenso wie beim Bestücken eines Leergehäuses unbedingt darauf, dass sich die internen Laufwerke für den 24-Stunden-Dauerbetrieb eignen. Diese minimale Zusatzinvestition kann eine Menge Ärger ersparen, denn oft sind Netzwerkfestplatten selbst im Heimnetzwerk ständig in Betrieb!

Windows-Bordmittel: Nofall-CD sowie Daten-und System-Backup

Eine Alternative zu Aomei Backupper stellen die Bordmittel von Microsoft dar. Wer bereits mit Windows 10 arbeitet, kann gleich auf mehrere Backup-Applikationen zurückgreifen. „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ – bitte einfach in die Suchleiste eintippen – ermöglicht ein kombiniertes Daten-und System-Backup. Im ersten Schritt klicken Sie auf „Sicherung einrichten“ und wählen danach das Sicherungsziel aus: am besten wieder eine separate USB-oder Netzwerkfestplatte.

Mit „Weiter -> Auswahl durch Benutzer“ kommen Sie zur Auswahl der zu sichernden Daten. In der Vorauswahl ist unter der verzeichnisbasierten Datensicherung zusätzlich die Option „Systemabbild von Laufwerken einschließen“ eingeschaltet. Wenn Sie dieses System-Backup der gesamten Windows-Partition nicht wünschen, deaktivieren Sie das Kästchen. Bevor Sie abschließend auf „Einstellungen sichern und Sicherung ausführen“ klicken, können Sie auch hier einen Zeitplan festlegen. Alternativ lässt sich auch nur ein „Systemabbild erstellen“.

Windows 10 bietet eine Kombination aus Daten-und Ordner-Backup sowie die Systemsicherung der gesamten Windows-Partition (rot markiert).
Vergrößern Windows 10 bietet eine Kombination aus Daten-und Ordner-Backup sowie die Systemsicherung der gesamten Windows-Partition (rot markiert).

Um gesicherte Daten später einmal wiederherzustellen, rufen Sie „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7) -> Eigene Dateien wiederherstellen“ auf. Neben dieser Hauptfunktion stehen unten im Bereich „Wiederherstellen“ zwei weitere Optionen zur Verfügung.

Für den Fall, dass der Rechner wegen defekten oder verstellten Betriebssystems gar nicht mehr startet, legen Sie, falls nicht schon vorhanden, über das Media Creation Tool eine Installations-DVD oder einen Installationsstick an – gegebenenfalls auf einem anderen PC. Davon können Sie Ihren Rechner booten: Wählen Sie beim Setup nicht „Jetzt installieren“, sondern „Computerreparaturoptionen -> Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> Systemimage-Wiederherstellung -> Windows 10“. Bestätigen Sie das „letzte verfügbare Systemabbild -> Weiter -> Datenträger formatieren und partitionieren -> Weiter -> Fertigstellen -> Ja“.

Die Wiederherstellung dauert einige Minuten, danach startet der Computer mitsamt den gesicherten Daten neu.

Tutorial: Vier einfache Methoden zum Backup

Dateiversionslauf: Windows speichert alle Dateiänderungen

Neben dem eigentlichen Backup empfehlenswert ist der Dateiversionsverlauf von Windows 8.1 und 10. Dahinter steht die Möglichkeit, mehrere Versionen einer Datei – also beispielsweise mehrere Bearbeitungsstufen einer Word-Datei – zu sichern und später auf jede dieser Versionen wieder zurückgreifen zu können. Wichtig zu wissen ist, dass sich der Dateiversionsverlauf auf die Windows-Bibliotheken beschränkt, also auf die speziellen, im Windows-Explorer links eingeblendeten Ordner „Dokumente“, „Bilder“ und so weiter.

Wenn Sie beliebige andere Daten in die Versionssicherung einschließen möchten, binden Sie diese zunächst in die Bibliotheken ein. Dazu klicken Sie im Windows-Explorer eine der Bibliotheken mit der rechten Maustaste an, zum Beispiel „Dokumente“. Im Kontextmenü wählen Sie den Eintrag „Eigenschaften“ und fügen über „Hinzufügen“ weitere Verzeichnisse in die Bibliothek und damit in den Dateiversionsverlauf hinzu.

Der Dateiversionsverlauf bei Windows 8.1 und 10, also das versionierte Backup, ist nur eingeschränkt konfigurierbar. Ein paar Kniffe erweitern es aber doch auf alle gewünschten Daten, nämlich über die Windows-Bibliotheken.
Vergrößern Der Dateiversionsverlauf bei Windows 8.1 und 10, also das versionierte Backup, ist nur eingeschränkt konfigurierbar. Ein paar Kniffe erweitern es aber doch auf alle gewünschten Daten, nämlich über die Windows-Bibliotheken.

Zum Aktivieren des versionierten Backups tippen Sie „Dateiversionsverlauf“ in der Windows-Suchleiste ein, wählen den einzigen Treffer und klicken dann auf „Laufwerk hinzufügen“. Hinzufügen lässt sich hier allerdings wirklich nur ein zweites physikalisches Laufwerk, nicht dagegen eine andere Partition auf dem gleichen Datenträger. Wählen Sie die Zusatzfestplatte aus, und aktivieren Sie die Funktion über die Schaltfläche „Einschalten“. Alternativ können Sie im Netzwerk einen Speicherort einstellen. Das ist schon alles.

Noch einfacher ist das Wiederherstellen, denn dazu müssen Sie sich auf dem Speicherlaufwerk im Ordner „FileHistory“ nur zum entsprechenden Verzeichnis vorklicken. Dort sehen Sie sämtliche Dateiversionen, über den automatischen eingefügten Zeitstempel im Namen finden Sie schnell die richtige heraus.

PC-WELT Marktplatz

2191367